Bericht: 110 Mal befassten sich Behörden mit Taleb A.
16.01.2025 - 14:32:25Knapp vier Wochen nach der Todesfahrt von Magdeburg wird immer klarer, wie kontinuierlich Deutschlands Sicherheitsbehörden ĂŒber Jahre mit dem spĂ€teren AttentĂ€ter befasst waren. Auf 16 klein bedruckten Seiten listet eine Chronologie («Stand: 13.01.2025, 18:00 Uhr») insgesamt 110 VorfĂ€lle auf. Der Bericht stammt vom Bundesinnenministerium und beruht auf Daten, die Bundesbehörden und -lĂ€nder dem Bundeskriminalamt (BKA) ĂŒbermittelt hatten. Die akribische Feinarbeit ist ausdrĂŒcklich eingestuft als «Verschlusssache â nur fĂŒr den Dienstgebrauch» und liegt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin vor. Der «Spiegel» berichtete zuerst in seiner Online-Ausgabe darĂŒber.
Behörden öfter mit Taleb A. befasst als bisher bekannt
Der Bericht zeigt, dass die Zahl der mitgeteilten Behörden-VorgĂ€nge rund um Taleb A. vor dessen Attentat auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt deutlich höher liegt als bislang bekannt. Von 80 VorfĂ€llen war nach der bisher letzten Sitzung des Innenausschusses des Bundestags Ende Dezember die Rede. Jetzt sind es 30 mehr. AufklĂ€rung erwarten die Fraktionen aller im Bundestag vertretenen Parteien von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und den Behördenspitzen. Faeser ist am Donnerstagmittag erneut in das Gremium gekommen.Â
Faeser: «Hier wird jeder Stein umgedreht»
Auch BND-Chef Bruno Kahl, Verfassungsschutz-VizeprĂ€sident Sinan Selen und BKA-PrĂ€sident Holger MĂŒnch sowie andere Behördenvertreterinnen und -vertreter stehen den Ausschussmitgliedern hinter verschlossenen TĂŒren zur VerfĂŒgung. Statements der Abgeordneten und von Faeser wurden fĂŒr den Nachmittag erwartet. Nach der Dezember-Sitzung des Gremiums zu dem Terrorakt hatte Faeser angekĂŒndigt: «Alle HintergrĂŒnde mĂŒssen grĂŒndlich ermittelt werden. Hier wird jeder Stein umgedreht.»
Steinmeier in Magdeburg
Der Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt ist auch in Magdeburg selbst im Fokus. BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier will bei einem Besuch am Nachmittag unter anderem einen Kranz niederlegen und auch mit Hilfs- und EinsatzkrÀften ins GesprÀch kommen.





