Mögliches Datenleck beim Statistischen Bundesamt
15.11.2024 - 19:02:44(neu: BMI "Cybervorfall")
WIESBADEN (dpa-AFX) - Nach Hinweisen auf ein mögliches Datenleck hat das Statistische Bundesamt vorsorglich ein digitales Meldesystem fĂŒr Behörden vorerst vom Netz genommen. "Die Sicherheitsbehörden wurden eingeschaltet und das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) analysiert den Sachverhalt", teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mit. Auf die Frage, ob Hacker fĂŒr das Datenleck verantwortlich sein könnten, hieĂ es, vorerst lĂ€gen "noch keine gesicherten Erkenntnisse vor".
Das Bundesinnenministerium sprach von einem "Cybervorfall". Ein Sprecher teilte auf Anfrage mit, "dass auf einem Darknet-Forum mehrere Login-Daten zu der vom Statistischen Bundesamt betriebenen Datenplattform IDEV sowie ein circa 3,8 Gigabyte groĂer Datensatz mit vorgeblich erbeuteten Daten angeboten wurden". Daraufhin sei der IDEV-Dienst vorsorglich vom Netz genommen worden. Die Sicherheitsbehörden arbeiteten in enger Abstimmung mit dem Bundesamt intensiv an der AufklĂ€rung des Vorfalls, sagte der Sprecher.
Die PrĂ€sidentin des Statistischen Bundesamts, Ruth Brand, ist zugleich Bundeswahlleiterin. Die IT-Systeme des Statistischen Bundesamts und die IT-Systeme der Bundeswahlleiterin seien technisch getrennt und eigenstĂ€ndig, erklĂ€rte ein Sprecher des Bundesamts und der Bundeswahlleiterin auf Anfrage. Die Vorbereitungen zur Bundestagswahl 2025 verliefen planmĂ€Ăig. Das Statistische Bundesamt benutze verschiedene Systeme zur Datenerhebung und -verarbeitung.
Meldefristen ausgesetzt
Das betroffene Meldesystem IDEV (Internet Datenerhebung im Statistischen Verbund) ist ein Internetportal, "ĂŒber das Meldungen zu verschiedenen amtlichen Statistiken an die Statistischen Ămter des Bundes und der LĂ€nder ĂŒbermittelt werden können. Die vorgeschriebenen Meldefristen sind bis zur KlĂ€rung des Sachverhalts ausgesetzt", hieĂ es weiter.
Vorerst gebe es keine Hinweise darauf, dass auch die IDEV-Systeme der BundeslĂ€nder betroffen sein könnten. "Rein vorsorglich haben jedoch die LĂ€nder bis zur AufklĂ€rung des Sachverhalts ihre Systeme ebenfalls vom Netz genommen", ergĂ€nzte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Seine eigenen statistischen Informationen fĂŒr die Ăffentlichkeit waren zunĂ€chst weiterhin auf seinen Internetseiten zu finden.

