Kretschmer: Obergrenze fĂŒr AsylantrĂ€ge notwendig
02.06.2023 - 08:34:43Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer hĂ€lt eine jĂ€hrliche Obergrenze fĂŒr den Zuzug von Migranten fĂŒr notwendig. «Wir haben in den Jahren 2015 folgende miteinander einen Konsens erzielt, [...] dass die Grenze irgendwo bei 200.000 Personen ist, die wir hier gut integrieren können», sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin».
Nach Angaben des Bundesamts fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge wurden im vergangenen Jahr rund 244.000 AntrĂ€ge auf Asyl in Deutschland gestellt. In diesem Jahr waren es demnach allein bis April mehr als 110.000 AntrĂ€ge. «Wir wollen solidarisch sein, aber wir kommen an die Grenzen dessen, was möglich ist», sagte Kretschmer. Man sei auf dem Weg zu 400.000 bis 500.000 AntrĂ€gen. Deutschland mĂŒsse handeln. «Und wenn dazu eine GesetzesĂ€nderung notwendig ist, muss man das auch tun.»
Kretschmer hatte sich zuletzt in Interviews dafĂŒr ausgesprochen, Sozialleistungen fĂŒr Asylbewerber zu kĂŒrzen. Zugleich schlug er eine Kommission vor, die sich mit allen Fragen rund um Asyl befassen soll.
Der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der FDP-Bundestagsfraktion, Stephan Thomae, kritisierte den Vorschlag Kretschmers, eine Obergrenze fĂŒr AsylantrĂ€ge einzufĂŒhren. Dieser sei wenig praktikabel, sagte Thomae. «Der Vorschlag einer zahlenmĂ€Ăigen Obergrenze fĂŒr FlĂŒchtlinge und politische Verfolgte hĂ€tte die bizarre Folge, dass Antragsteller, die am Anfang des Jahres kommen, einen Antrag stellen können, egal wie aussichtsreich dieser erscheint. Wer dagegen am Jahresende seinen Antrag stellt, wĂŒrde ohne individuelle PrĂŒfung abgewiesen, selbst wenn sein Antrag höchst berechtigt ist.»

![«Wir haben in den Jahren 2015 folgende miteinander einen Konsens erzielt, [...] dass die Grenze irgendwo bei 200.000 Personen ist, die wir hier gut integrieren können», sagt der sÀchsische MinisterprÀsident. - Foto: Robert Michael/dpa](https://mdb.ad-hoc-news.de/bilder/bild-2183668_800_400.jpg)
