Wachstumspaket:Â Habeck ruft Union zu Ende der Blockade auf
22.02.2024 - 10:07:15Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die Union zu einem Ende der Blockade beim Wachstumspaket aufgefordert. «Hören Sie auf die WirtschaftsverbĂ€nde und geben Sie dem Wachstumschancengesetz endlich grĂŒnes Licht», sagte der GrĂŒnen-Politiker am Donnerstag im Bundestag bei einer Debatte zum Jahreswirtschaftsbericht.Â
Auch nach einer Sitzung des Vermittlungsausschusses von Bundesrat und Bundestag ist unklar, ob die Union dem Wachstumspaket am 22. MĂ€rz im Bundesrat zustimmt. Die Stimmen der Unions-LĂ€nder sind dazu notwendig. Die Union macht ihre Zustimmung davon abhĂ€ngig, dass in einem bereits vom Bundestag beschlossenen anderen Gesetz die Streichung der Agrardiesel-Subventionen zurĂŒckgenommen wird.Â
Das Volumen des Wachstumspakets, das unter anderem steuerliche Entlastungen fĂŒr Firmen vorsieht, war im Vermittlungsverfahren deutlich gesenkt worden - zuvor hatten LĂ€nder hohe EinnahmeausfĂ€lle beklagt.Â
Habeck kritisiert «Voodoo-Finanzpolitik»
Habeck kritisierte, VorschlĂ€ge der Union fĂŒr mehr Wachstum hĂ€tten 45 bis 50 Milliarden Euro SteuerausfĂ€lle im Haushalt zur Folge - die Union habe aber keine Konzepte zur Gegenfinanzierung und wolle zugleich die Schuldenbremse einhalten. Das sei «Voodoo-Finanzpolitik».Â
Habeck hatte am Mittwoch den Jahreswirtschaftsbericht vorgelegt. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Habeck verwies erneut zum Beispiel auf den schwachen Welthandel, was die exportstarke deutsche Wirtschaft belaste. Als gröĂtes strukturelles Problem nannte er den FachkrĂ€ftemangel.
Ampel will am Freitag ĂŒber geĂ€ndertes Wachstumspaket abstimmen
Die Ampel-Koalition will Ănderungen am Wachstumspaket bereits an diesem Freitag durch den Bundestag bringen. Dann werde dort ĂŒber das Wachstumschancengesetz erneut abgestimmt, sagte GrĂŒnen-Fraktionsvize Andreas Audretsch am Donnerstag im Parlament bei einer Debatte ĂŒber den Jahreswirtschaftsbericht.Â
Die Ampel-Fraktionen wollten am Donnerstag beantragen, dass das Wachstumschancengesetz auf die Tagesordnung des Bundestags am Freitag genommen wird. Der Bundesrat hatte das Gesetz mit dem Argument blockiert, LĂ€nder und Kommunen mĂŒssten einen GroĂteil der Kosten und SteuerausfĂ€lle schultern. In den Verhandlungen strichen die Verhandlungspartner das Volumen der Entlastungen daraufhin bereits von einst geplanten 7 Milliarden Euro jĂ€hrlich auf 3,2 Milliarden zusammen.Â


