Work-and-Stay-Agentur, FachkrÀfteeinwanderung

Work-and-Stay-Agentur: SPD und Union fordern Gesetzentwurf

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 14:04 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

SPD und Union verlangen von der Bundesregierung einen Gesetzentwurf fĂŒr die geplante Work-and-Stay-Agentur. Offen ist vor allem, ob ZustĂ€ndigkeiten der mehr als 500 AuslĂ€nderbehörden stĂ€rker beim Bund gebĂŒndelt werden.

SPD und Union machen Druck bei Work and Stay-Agentur
Junge Leute mit Laptop (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

SPD und Union erhöhen den Druck auf die Bundesregierung, einen Gesetzentwurf fĂŒr die „Work-and-Stay“-Agentur vorzulegen. Im Zentrum steht die offene Entscheidung, wie weit Kompetenzen der mehr als 500 AuslĂ€nderbehörden beim Bund zentralisiert werden sollen.

Das Bundesarbeitsministerium und Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas treiben die Umsetzung nach Angaben der SPD-Fraktion mit Nachdruck voran. Die Union fordert ebenfalls ein schnelles Vorgehen und verweist auf 280 Millionen Euro, die im kommenden Haushaltsjahr fĂŒr das Vorhaben bereitstehen.

Zentralisierung bleibt entscheidende Frage

„FĂŒr die nĂ€chsten Schritte braucht es jetzt insbesondere Klarheit bei der noch offenen Frage der Zentralisierung“, sagte die migrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Rasha Nasr. DafĂŒr sei eine Entscheidung des Bundesinnenministeriums notwendig.

Das Eckpunktepapier zur Agentur liegt seit November 2025 vor. Es geht darum, inwieweit Aufgaben, die derzeit bei den kommunalen und Landesbehörden liegen, kĂŒnftig auf Bundesebene gebĂŒndelt werden.

Union fordert zĂŒgige Umsetzung

Der zustÀndige Berichterstatter der Unionsfraktion, Markus Reichel, erklÀrte, Deutschland brauche FachkrÀfte schneller, als die bestehenden Verfahren sie ins Land brÀchten. Unternehmen warteten zu lange, Behörden arbeiteten mit zu vielen ZustÀndigkeiten und internationale FachkrÀfte erlebten Deutschland hÀufig als kompliziert und langsam.

Reichel bezeichnete die Agentur als eines der zentralen Vorhaben der Bundesregierung. Mit Blick auf die vorgesehenen 280 Millionen Euro sagte er, BĂŒrger hĂ€tten zu Recht Anspruch darauf, dass daraus ein funktionierendes System entstehe.

Wirtschaft drÀngt auf Einigung

Auch Vertreter der Wirtschaft und der Opposition verlangen Fortschritte. Florian Swyter, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Gesamtverbands der Personaldienstleister, forderte das Bundesinnenministerium auf, seine Blockade aufzugeben und der Zentralisierung zuzustimmen.

Das Innenministerium teilte mit, die Vorarbeiten zur Übersetzung der Eckpunkte in konkrete Anforderungen und ArbeitsauftrĂ€ge seien noch nicht vollstĂ€ndig abgeschlossen. Deshalb seien detaillierte Angaben zu Verantwortlichkeiten, ZustĂ€ndigkeiten und ZeitplĂ€nen derzeit noch nicht möglich.

Entscheidungen im Herbst angekĂŒndigt

Das Bundesarbeitsministerium erklĂ€rte dagegen, die notwendigen Entscheidungen zur konkreten Ausgestaltung sollten noch in diesem Herbst fallen. Nasr zeigte sich zuversichtlich, dass zeitnah eine gemeinsame Lösung gefunden und die Umsetzung anschließend zĂŒgig begonnen werden könne.

Die geplante Work-and-Stay-Agentur soll die Einwanderung internationaler FachkrĂ€fte organisatorisch vereinfachen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Bearbeitung von Visa- und Aufenthaltstiteln, sondern die Frage, welche Aufgaben kĂŒnftig zentral und welche weiterhin vor Ort erledigt werden. Heute sind die mehr als 500 AuslĂ€nderbehörden unterschiedlich organisiert und wenden Verfahren teils mit abweichenden ZustĂ€ndigkeiten und Bearbeitungszeiten an.

Eine stĂ€rkere BĂŒndelung könnte Unternehmen und auslĂ€ndischen BeschĂ€ftigten einen einheitlicheren Zugang ermöglichen. Sie wĂŒrde zugleich die bisherige Aufgabenverteilung zwischen Bund, LĂ€ndern und Kommunen verĂ€ndern. Genau deshalb ist die Zentralisierung der politisch entscheidende Punkt: Sie berĂŒhrt Verwaltungsstrukturen, Personal, Finanzierung und die Verantwortung fĂŒr einzelne Entscheidungen.

FachkrÀftebedarf trifft langsame Verfahren

Der Handlungsdruck ergibt sich aus dem anhaltenden Bedarf an qualifizierten BeschĂ€ftigten. Unternehmen konkurrieren international um FachkrĂ€fte, wĂ€hrend lange und schwer durchschaubare Verfahren die AttraktivitĂ€t Deutschlands mindern können. Eine zentrale Agentur kann AblĂ€ufe bĂŒndeln, ersetzt aber nicht automatisch fehlendes Personal oder klare gesetzliche Vorgaben.

FĂŒr die Bundesregierung wird deshalb die konkrete Umsetzung wichtiger als die politische AnkĂŒndigung. Das Bundesarbeitsministerium stellt Entscheidungen zur Ausgestaltung noch in diesem Herbst in Aussicht, wĂ€hrend das Bundesinnenministerium zunĂ€chst weitere Vorarbeiten nennt. Die im kommenden Haushaltsjahr vorgesehenen 280 Millionen Euro erhöhen den Erwartungsdruck: Sie sollen in ein funktionierendes Verfahren mĂŒnden, dessen ZustĂ€ndigkeiten, Zeitplan und organisatorische Struktur noch festgelegt werden mĂŒssen.

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