Inflation 2023 bei 5,9 Prozent - Anstieg im Dezember
04.01.2024 - 14:14:06Das Jahr 2023 hat Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher mit der zweithöchste Teuerungsrate seit der Wiedervereinigung belastet. Im Jahresschnitt legten die Verbraucherpreise um 5,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorlÀufiger Daten errechnet hat. Nach 6,9 Prozent Inflation 2022 war dies der zweithöchste Wert im wiedervereinigten Deutschland, wie die Wiesbadener Behörde mitteilte.
Im Dezember zog die Inflation nach fĂŒnf Monaten mit rĂŒcklĂ€ufigen Werten wieder auf 3,7 Prozent an. Im November war mit 3,2 Prozent der niedrigsten Stand seit Juni 2021 erreicht worden. Volkswirte hatten mit der Umkehr des Trends im Dezember gerechnet: Denn ein Jahr zuvor hatte der Staat in dem Monat einmalig die Kosten fĂŒr den Abschlag der Gas- und FernwĂ€rmekunden ĂŒbernommen. Dieser preisdĂ€mpfende Effekt entfĂ€llt in der Berechnung fĂŒr Dezember 2023. Von November auf Dezember 2023 stiegen die Verbraucherpreise den vorlĂ€ufigen Zahlen zufolge um 0,1 Prozent.
Mit Blick nach vorne gehen die diversen Prognosen jedoch davon aus, dass die Inflation in Europas gröĂter Volkswirtschaft weiter sinken wird. So geht beispielsweise der SachverstĂ€ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung («Wirtschaftsweise») von einer Teuerungsrate von durchschnittlich 2,6 Prozent im Jahr 2024 aus. Das Ifo-Institut rechnet mit 2,2 Prozent im Durchschnitt dieses Jahres.
Preise gingen im Herbst langsam runter
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hatten sich vor allem Energie und Lebensmittel sprunghaft verteuert. Bis auf 8,8 Prozent kletterte die Teuerungsrate in Deutschland im Herbst 2022, das war der höchste Stand seit der Wiedervereinigung. Zuletzt schwĂ€chte sich die Inflationsrate ab. Im Oktober und November 2023 waren nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes insbesondere viele Energieprodukte gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor. Auch die Jahresteuerung bei Nahrungsmitteln schwĂ€chte sich weiter ab, lag aber weiterhin deutlich ĂŒber der Gesamtteuerung.
Höhere Teuerungsraten schmĂ€lern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese können sich fĂŒr einen Euro weniger leisten. Der finanzielle Spielraum der Menschen schrumpft, EinkommenszuwĂ€chse werden von der Inflation aufgezehrt.
Die bislang höchste Teuerungsrate in einem Gesamtjahr war in der damaligen Bundesrepublik 1951 mit 7,6 Prozent gemessen worden. Allerdings wurde die Berechnungsmethode im Laufe der Zeit geĂ€ndert. Im Jahr 2021 hatten die Verbraucherpreise in Europas gröĂter Volkswirtschaft im Schnitt um 3,1 Prozent angezogen.


