Zuckersteuer: Thorsten Frei hÀlt an Abgabe trotz Protesten fest
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:49 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSteuerplÀne der Koalition im Parlament
- Thorsten Frei erklÀrte, die Union stehe als Fraktion zur vereinbarten Zuckersteuer.
- Bis zur Bereinigungssitzung am nÀchsten Donnerstag sollen offene Fragen zur Umsetzung geklÀrt werden.
- Eine Plastiksteuer im kommenden Jahr schloss Frei wegen fehlender gesetzlicher Grundlage aus.
Thorsten Frei verteidigt vereinbarte Zuckersteuer
Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hÀlt trotz Protesten aus der eigenen Partei an der beschlossenen Zuckersteuer fest. Im parlamentarischen Verfahren sollen die Koalitionsfraktionen bis zur Bereinigungssitzung am nÀchsten Donnerstag klÀren, wann und unter welchen Bedingungen die Abgabe startet.
SpÀterer Beginn soll Reformen ermöglichen
Die Union plĂ€diert fĂŒr einen spĂ€teren Starttermin, weil die Zuckersteuer nach ihrer Darstellung nicht allein der Finanzierung des Haushalts dienen, sondern auch den Konsum lenken soll. GetrĂ€nkehersteller sollen Zeit erhalten, Rezepturen anzupassen und den Zuckergehalt ihrer Produkte zu reduzieren.
Plastiksteuer ohne Grundlage
Eine mögliche Plastiksteuer lehnte Frei ab. Es gebe weder einen Kabinettsbeschluss noch ein Gesetz als Grundlage fĂŒr eine Umsetzung im kommenden Jahr; den bisherigen Referentenentwurf bezeichnete er wegen des BĂŒrokratieaufwands als inakzeptabel.
Schaumwein soll ausgenommen bleiben
Bei der geplanten Alkoholsteuer sprach sich Frei dafĂŒr aus, Schaumwein weiterhin auĂen vor zu lassen. Zur BegrĂŒndung verwies er auf die Lage deutscher Winzer sowie mögliche Folgen fĂŒr Landwirtschaft und Volkswirtschaft; eine allgemeine Anhebung der Alkoholsteuer bewertete er positiv.
Die Debatte ĂŒber eine Zuckersteuer verbindet zwei unterschiedliche Ziele: zusĂ€tzliche Einnahmen und eine gesundheitspolitische Lenkung des Konsums. Thorsten Frei stellt in der aktuellen Diskussion ausdrĂŒcklich den zweiten Zweck in den Vordergrund. Ein spĂ€terer Start soll den GetrĂ€nkeherstellern Zeit geben, Rezepturen anzupassen und den Zuckergehalt schrittweise zu senken.
Politisch erhöht die Position der UnionsfraktionsfĂŒhrung den Druck, den bereits vereinbarten Starttermin im parlamentarischen Verfahren nachzujustieren. Zugleich bleibt der grundsĂ€tzliche Beschluss bestehen. FĂŒr die Koalitionsfraktionen bedeutet das, bis zur Bereinigungssitzung einen Kompromiss ĂŒber Beginn, Ausgestaltung und mögliche Ăbergangsfristen zu finden.
Steuern mit unterschiedlichen Zielen
Die Absage an eine Plastiksteuer markiert eine andere Linie: Frei verweist auf den fehlenden Kabinettsbeschluss und den aus seiner Sicht nicht vertretbaren BĂŒrokratieaufwand des bisherigen Referentenentwurfs. Bei der Alkoholsteuer befĂŒrwortet er dagegen eine Anhebung, will Schaumwein aber mit Blick auf Winzer und Landwirtschaft ausnehmen. FĂŒr Verbraucher könnten damit unterschiedliche Produkte und Branchen nach jeweils anderer politischer BegrĂŒndung behandelt werden.
Entscheidung im parlamentarischen Verfahren
Die nĂ€chsten Beratungen dĂŒrften deshalb vor allem die zeitliche Umsetzung der Zuckersteuer klĂ€ren. FĂŒr Hersteller ist der Vorlauf fĂŒr RezepturĂ€nderungen entscheidend, wĂ€hrend die öffentlichen Haushalte bei einer Verschiebung spĂ€ter mit Einnahmen rechnen könnten. Verbraucher wĂŒrden eine mögliche Reform zunĂ€chst vor allem ĂŒber Preise, Produktzusammensetzungen und das Angebot zuckerhaltiger GetrĂ€nke wahrnehmen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: âUnion macht nicht mit: Zuckersteuer kommt vorerst doch nichtâ (04.11.2026)
Der Beitrag beschreibt die Zuckersteuer als politisch gefĂ€hrdet und nennt 2028 als möglichen neuen Starttermin. Damit setzt er einen stĂ€rkeren Akzent auf den Streit ĂŒber die Verschiebung, wĂ€hrend Frei am vereinbarten Vorhaben festhĂ€lt und vor allem einen spĂ€teren Beginn im parlamentarischen Verfahren begrĂŒndet.
n-tv: âStart im Juli wackelt: Union bremst Klingbeils Zuckersteuer ausâ (05.11.2026)
n-tv stellt den möglichen Aufschub des fĂŒr den 1. Juli 2027 geplanten Starts und die Forderung nach einer Verschiebung bis 2028 heraus. Der Beitrag ergĂ€nzt damit die dts-Meldung um den bislang diskutierten Zeitrahmen; offen bleibt die endgĂŒltige Festlegung im parlamentarischen Verfahren.
Beide BeitrĂ€ge rĂŒcken den möglichen spĂ€teren Start in den Mittelpunkt. Die dts-Meldung betont dagegen die fortbestehende Zustimmung zur Zuckersteuer und die weiteren Unterschiede bei Plastik- und Alkoholsteuer.
