Spionage fĂŒr Russland? Festnahmen in NRW und Spanien
24.03.2026 - 16:23:14 | dpa.deEin Mann aus Deutschland, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert, soll ins Visier mutmaĂlicher Russland-Spione geraten sein. Die Bundesanwaltschaft hat in Rheine in Nordrhein-Westfalen eine 45 Jahre RumĂ€nin und im spanischen Elda einen 43-jĂ€hrigen Ukrainer festnehmen lassen. Sie sollen die Zielperson im Auftrag eines russischen Geheimdienstes ausspioniert haben, teilte die Behörde in Karlsruhe mit.Â
Die Bundesanwaltschaft wirft beiden mutmaĂliche geheimdienstliche AgententĂ€tigkeit vor. Unter anderem das Bayerische Landeskriminalamt und das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz sind in die Ermittlungen involviert.Â
Filmaufnahmen an Wohnsitz
Der Ukrainer soll den Angaben zufolge ab Dezember 2025 den Mann ausgespÀht haben. «Dazu sammelte der Beschuldigte im Internet Informationen und fertigte Filmaufnahmen vom Arbeitsplatz des Betroffenen an», hieà es.
Als er nach Spanien zog, soll die Frau spĂ€testens ab MĂ€rz 2026 seinen Auftrag ĂŒbernommen haben. Sie habe die Privatadresse des Mannes aufgesucht und Filmaufnahmen mit dem Mobiltelefon gemacht, teilte die oberste deutsche Anklagebehörde mit. «Die AusspĂ€haktionen dienten mutmaĂlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson.»
Beide Festgenommene sind laut der Bundesanwaltschaft dringend verdĂ€chtig, fĂŒr einen auslĂ€ndischen Geheimdienst tĂ€tig gewesen zu sein. Die Frau soll an diesem Mittwoch einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgefĂŒhrt werden. Dieser entscheidet darĂŒber, ob die 45-JĂ€hrige in Untersuchungshaft kommt. Der festgenommene Mann muss zunĂ€chst noch aus Spanien nach Deutschland ĂŒberstellt werden.
Kein Einzelfall
Die Bundesanwaltschaft hat schon mehrfach mutmaĂliche Spione mit russischem Auftrag festnehmen lassen. Auch laufen Gerichtsverfahren.
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation nach EinschĂ€tzung des Bundesamts fĂŒr Verfassungsschutz deutlich verschĂ€rft. Eine Mischung staatlicher, staatlich gesteuerter sowie privater Akteure prĂ€gt demnach die nachrichtendienstliche Bedrohungslage durch Russland.
Beobachtet wird laut Verfassungsschutz zudem eine Strategie russischer Akteure, fĂŒr Spionage- oder Sabotageaktionen Personen aus dem kleinkriminellen Milieu anzuwerben, die gegen Bezahlung AuftrĂ€ge ĂŒbernehmen. Hintergrund ist nach EinschĂ€tzung deutscher Sicherheitsbehörden, dass klassische Geheimdienstoperationen mit professionellen Spionen durch Sanktionen und die erhöhte Wachsamkeit westlicher Dienste schwieriger geworden sind.
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