LĂ€nder, Asylrecht-Aufweichung

LĂ€nder streiten ĂŒber Asylrecht-Aufweichung

23.10.2024 - 06:45:31

Zwischen den BundeslĂ€ndern ist ein Streit ĂŒber eine mögliche Neuausrichtung des Grundrechts auf Asyl entbrannt.

Anlass ist der Vorstoß des sĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Michael Kretschmer (CDU) fĂŒr eine VerfassungsĂ€nderung zur BewĂ€ltigung der Migrationskrise. Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil (SPD) erteilte dem Vorschlag eine klare Absage. "Das Recht auf Asyl fĂŒr politisch Verfolgte ist ein elementarer Teil unserer Verfassung", sagte Weil dem "Handelsblatt".

Die VĂ€ter und MĂŒtter des Grundgesetzes hĂ€tten es gerade aufgrund der in der NS-Zeit begangenen Grausamkeiten in die Verfassung aufgenommen. Kretschmer, der auch Vorsitzender der MinisterprĂ€sidentenkonferenz ist, die ab Mittwoch ihre Jahreskonferenz in Leipzig abhĂ€lt, hatte dafĂŒr plĂ€diert, das Asyl-Grundrecht an die aktuelle Situation anzupassen, um eine Reduzierung der Asylbewerberzahlen von derzeit 200.000 auf 30.000 pro Jahr zu erreichen. Weil hĂ€lt das fĂŒr illusorisch. "Um das von der Union formulierte Ziel zu erreichen, mĂŒsste Deutschland aus diversen internationalen Vereinbarungen aussteigen, zum Beispiel aus der EuropĂ€ischen FlĂŒchtlingskonvention", sagte der SPD-Politiker. "Ein Alleingang Deutschlands ist aber genau der falsche Weg." Auch Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) wies Kretschmers Vorstoß zurĂŒck. "Was wir nicht gebrauchen können, ist ein rhetorisches Anheizen der Debatte, weil das kein einziges Problem löst, sondern nur das gesellschaftliche Klima vergiftet", sagte er dem "Handelsblatt". "Das hilft niemandem weiter." Bovenschulte mahnte, sich auf eine Lösung der tatsĂ€chlichen Probleme zu konzentrieren - etwa auf die schnelle Umsetzung der bereits beschlossenen Reform des Gemeinsamen EuropĂ€ischen Asylsystems (GEAS).

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