Innenminister, Missbrauch

Innenminister: Missbrauch von Demonstrationen unertrÀglich

06.12.2023 - 20:12:55

Zwischen der letzten Konferenz der deutschen Innenminister und der aktuellen Tagung lag der Terrorangriff der palÀstinensischen Hamas auf Israel. Auf die Sicherheitslage hat das unmittelbare Auswirkungen.

Die deutschen Innenminister wollen mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten weiterhin propalÀstinensische Demonstrationen gegen Israel nicht uneingeschrÀnkt akzeptieren.

«Der Missbrauch von Meinungs- und Versammlungsfreiheit zur Verbreitung von Hass und Hetze gegen Israel und Juden ist nicht nur unertrĂ€glich, sondern ihm treten wir mit allen verfĂŒgbaren rechtsstaatlichen Mitteln entgegen», betonte die Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD), bei der Eröffnung. Daher sei auch der Besuch des israelischen Botschafters Ron Prosor und des PrĂ€sidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, bei der Konferenz ein wichtiges Signal.

Bedrohungslage durch islamistischen Terrorismus

Die weltweite Sicherheitslage habe sich zuletzt «dramatisch» verschlechtert, das habe direkte Auswirkungen auf Deutschland, sagte Spranger weiter. Die Terrorgefahr ist der zweite Schwerpunkt der dreitĂ€gigen Konferenz in Berlin. Angesichts der aktuellen Konflikte habe der Schutz der BĂŒrger in Deutschland eine besonders große Bedeutung.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte im Nachrichtenportal «t-online» bereits betont, dass es eine verschĂ€rfte Bedrohungslage insbesondere durch islamistischen Terrorismus gebe. «Gerade jetzt mĂŒssen islamistische GefĂ€hrder genau im Blick behalten und weitere Radikalisierungsprozesse gestoppt werden.» Derzeit vor allem die WeihnachtsmĂ€rkte und im nĂ€chsten Jahr die Fußball-Europameisterschaft 2024 stehen im Fokus der Polizei.

Zu Gast bei den Innenministern wird auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sein. Spranger sagte, die innere und Ă€ußere Sicherheit Deutschlands seien «nicht mehr klar trennbar».

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte am Rand der Tagung, dass die Mitte Oktober von Faeser eingefĂŒhrten Kontrollen an den Grenzen vor allem zu Polen und Tschechien unbedingt weitergefĂŒhrt werden mĂŒssten. «Die Kontrollen sind ĂŒberaus erfolgreich. Seit es sie gibt, haben wir kriminelle hunderte Schleuser festnehmen können», sagte Herrmann. Die Kontrollen hĂ€tten eine deutlich abschreckende Wirkung. Es wĂ€re «ein völlig falsches Zeichen», sie wieder zu beenden. Von anderen Innenministern hörte man Ă€hnliche EinschĂ€tzungen.

Wichtiges Thema bei der IMK soll auch der Umgang mit gewalttĂ€tigen Fußballfans sein. Besonders Niedersachsen, Hamburg und Hessen drĂ€ngten zu Beratungen ĂŒber das Thema, mehrere BundeslĂ€nder sehen auch den DFB in der Pflicht fĂŒr eine Beteiligung an den Kosten fĂŒr die PolizeieinsĂ€tze. Nach einigen Vorkommnissen auf deutschen FlughĂ€fen soll auch ĂŒber mehr Sicherheit an solchen Orten gesprochen werden. Außerdem geht es etwa um den Kampf gegen zunehmende GewaltkriminalitĂ€t, sexualisierte Darstellungen von Gewalt gegen Kinder durch KĂŒnstliche Intelligenz und die Beweislastumkehr bei der Vermögensabschöpfung von Kriminellen.

@ dpa.de