(301) Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024 des PolizeiprÀsidiums Mittelfranken
24.03.2025 - 14:17:47Das PolizeiprĂ€sidium Mittelfranken verzeichnete im vergangenen Jahr 75.898 Straftaten (inklusive auslĂ€nderrechtlicher VerstöĂe: 79.736). Dies entspricht einem RĂŒckgang von 8,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert und beschreibt somit insgesamt 6.625 Straftaten weniger als im Jahr 2023. Inklusive auslĂ€nderrechtlicher VerstöĂe wird ein RĂŒckgang von 8,7 Prozent, also 7.606 Straftaten weniger, verzeichnet. Dies stellt, mit Ausnahme der Pandemiejahre 2020 und 2021, den niedrigsten Wert der vergangenen 20 Jahre dar (2005: 104.280). Fortan wird stets - ohne weitere Nennung - auf die Anzahl exklusive auslĂ€nderrechtlicher VerstöĂe Bezug genommen.
Auch die Entwicklung der HĂ€ufigkeitszahl, welche das VerhĂ€ltnis der erfassten Straftaten in Relation zur Bevölkerungszahl eines bestimmten geografischen Gebiets beschreibt, verzeichnet mit einem RĂŒckgang von 8,4 Prozent eine beachtliche Verbesserung. Demnach sank der Wert im ZustĂ€ndigkeitsbereich des PolizeiprĂ€sidiums Mittelfranken im Jahr 2024 auf 4.184 erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner (Vorjahr: 4.570).
Erstmals seit 20 Jahren in Folge muss die Stadt FĂŒrth den Titel "sicherste GroĂstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern in Bayern" abgeben (HĂ€ufigkeitszahl 2024: 4.624). Mit einer HĂ€ufigkeitszahl von 4.489 schob sich die Stadt Erlangen an die Spitze der sichersten GroĂstĂ€dte in Bayern und verdrĂ€ngte die Stadt FĂŒrth auf Rang zwei.
Die leichte Absenkung der AufklĂ€rungsquote um 1,7 Prozentpunkte auf 66,1 Prozent (2023: 67,8 Prozent), welche allerdings weiterhin ĂŒber dem bayerischen Durchschnittswert von 64,9 Prozent liegt, ist im Wesentlichen auf den durch die Teillegalisierung von Cannabis beruhenden RĂŒckgang der erfassten Rauschgiftdelikte zurĂŒckzufĂŒhren. Dies bedeutet jedoch auch, dass rund zwei von drei begangenen Straftaten durch die mittelfrĂ€nkische Polizei geklĂ€rt werden konnten.
Die Senkung der Gesamtzahlen wirkte sich direkt proportional in einer Reduzierung der Zahl der TatverdĂ€chtigen aus. Hier ist ein RĂŒckgang um 8,8 Prozent festzustellen, was die Ermittlung von insgesamt 36.060 TatverdĂ€chtigen bedeutet (2023: 39.531). Gut 75 Prozent der TatverdĂ€chtigen stellen erwachsene MĂ€nner dar. Der Anteil der deutschen TatverdĂ€chtigen reduzierte sich um 10,5 Prozent auf 20.715. Die Anzahl der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen betrug insgesamt 15.363 (Vorjahr: 16.390), was eine Senkung um 6,3 Prozent darstellt. Dies bedeutet jedoch auch, dass der prozentuale Anteil der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen (aktueller Bevölkerungsanteil: 17,2 %) an der GesamtkriminalitĂ€t mit 42,6 Prozent erneut anstieg und sich auf dem höchsten Wert der letzten zehn Jahre befindet. Genauer betrachtet, war bei den in Deutschland wohnhaften Nichtdeutschen ein Anstieg der TatverdĂ€chtigen von 11.883 (2023) auf 11.928 zu verzeichnen. Die Zahl der tatverdĂ€chtigen "Zuwanderer" sank hingegen von 5.195 (2023) auf 4.116, also um 20,8 Prozentpunkte.
PolizeiprĂ€sident Blöchl zeigte sich ĂŒber diese Entwicklung bei den Zuwanderern erfreut, da gerade diese Gruppe im Jahr 2023 mit einem Anstieg von 26,6 Prozent deutlich ĂŒberreprĂ€sentiert war. Die Anzahl der durch Zuwanderer begangenen Straftaten verringerte sich um 22,3 Prozent auf insgesamt 5.995 registrierte Straftaten. Die stĂ€rksten RĂŒckgĂ€nge konnten gerade hier im Bereich der Rohheitsdelikte (- 23,6 %) und der sonstigen Straftaten (-26,1%) verzeichnet werden. Die Diebstahlsdelikte reduzierten sich um 17,5 Prozent.
Auch der Anteil der Kinder- und Jugenddelinquenz verringerte sich erfreulicherweise markant um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Bereich der GesamtkriminalitĂ€t zeigten sich ebenfalls erfreuliche Entwicklungen. So sanken die erfassten Zahlen gerade in Deliktsbereichen, welche das subjektive SicherheitsgefĂŒhl der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger maĂgeblich prĂ€gen. Die Gewaltdelikte im öffentlichen Raum verringerten sich um 8,4 Prozent auf 8.253 FĂ€lle. Gerade die Körperverletzungsdelikte (-10,7 %) und Straftaten der gefĂ€hrlichen und/oder schweren Körperverletzung (-10,3 %) gingen deutlich spĂŒrbar zurĂŒck. Gleichzeitig nahmen jedoch Raubdelikte im öffentlichen Raum um 9,8 Prozent zu. Zudem sanken die Sexualdelikte im öffentlichen Raum um 3,7 Prozent, ĂŒberwiegend im Bereich der sexuellen BelĂ€stigung, wobei eine Zunahme von Vergewaltigungsdelikten von 48 FĂ€llen im Jahr 2023 zu 66 FĂ€llen im Jahr 2024 festzustellen war.
Aufgrund der Brisanz des Themas "Delikte unter Verwendung eines Messers" wurden umfangreiche qualitĂ€tssichernde MaĂÂŹnahmen in den polizeilichen DatensysÂŹtemen durchgefĂŒhrt, um zukĂŒnftig hinÂŹsichtlich dieses PhĂ€nomens valide Zahlen zur VerfĂŒgung stellen zu können. Dies ist im aktuellen Bericht nun erstmalig möglich. Demnach ereigneten sich in Mittelfranken 298 erfasste Delikte, bei welchen 247 TatverdĂ€chtige ermittelt werden konnten. Somit zeigt sich in diesem Bereich eine AufklĂ€rungsquote von 92,3 Prozent. Bei einem GroĂteil der TatverdĂ€chtigen (56,7 Prozent) handelte es sich um Nichtdeutsche (hiervon stammen 19,4 % aus der Gruppe der Zuwanderer). Knapp die HĂ€lfte der Delikte (48,0 %) ereignete sich im öffentlichen Raum.
Auch konnte ein RĂŒckgang der Diebstahlsdelikte um insgesamt 2,2 Prozent (Ladendiebstahl: - 7,3%, Besonders schwerer Fall des Fahrraddiebstahls: -8,9 Prozent) verzeichnet werden. Im Deliktsfeld des Callcenterbetrugs war eine Steigerung von 40,1 Prozent bei den betrĂŒgerischen Telefonanrufen mit einem gleichzeitigen RĂŒckgang von 78,2 Prozent von Betrugsdelikten ĂŒber Messengerdienste zu verzeichnen. Der entstandene Entwendungsschaden bleibt mit gut 5,5 Millionen Euro weiter auf einem hohen Niveau.
Die Teillegalisierung von Cannabis zum 01.04.2024 fĂŒhrte zu einem starken RĂŒckgang der erfassten Rauschgiftdelikte um 45,4 Prozent auf 3.949 (Vorjahr: 7.235) erfasste Straftaten. Jedoch lĂ€sst die immens hohe Anzahl von CannabisverstöĂen im ersten Quartal 2024 (820 FĂ€lle und 181 Handelsdelikte) auf eine groĂe VerfĂŒgbarkeit von Cannabisprodukten schlieĂen, welche in der Folge schwer durch Eigenanbau oder den Bezug aus Anbauvereinigungen zu erklĂ€ren ist. Somit ist davon auszugehen, dass ein GroĂteil der Cannabisprodukte weiterhin auf dem Schwarzmarkt illegal vertrieben wird, welcher aufgrund der bestehenden Rechtslage im Zusammenhang mit den Bestimmungen des KCanG schwer aufzuhellen ist. Ein valider Vergleich der Deliktszahlen des BtmG und des KCanG ist erst in den Folgejahren möglich.
Trotz sinkender Zahlen der Gesamtstraftaten waren die EinsatzkrĂ€fte des PolizeiprĂ€sidiums Mittelfranken weiterhin mit einer steigenden Anzahl von Veranstaltungen konfrontiert. So fanden im Jahr 2024 insgesamt 1.715 politische Versammlungen (Vorjahr: 1.626) und 1.753 sonstige polizeilich betreute Veranstaltungen (z.B. FuĂballspiele, Kirchweihen, Festivals / Vorjahr: 1482) statt. Hierbei leisteten die EinsatzkrĂ€fte ein beachtliches Einsatzpensum zusĂ€tzlich zu den 299.598 EinsĂ€tzen, welche im tĂ€glichen Dienst bewĂ€ltigt werden mussten (+2,83 Prozent zum Vorjahreswert). Dies stellt erneut einen Rekordwert der geleisteten Einsatzzahlen dar. Zeitgleich nahmen die Disponenten der Einsatzzentrale des PolizeiprĂ€sidiums Mittelfranken insgesamt 244.854 Notrufe entgegen. PolizeiprĂ€sident Adolf Blöchl bedankte sich in diesem Rahmen bei den EinsatzkrĂ€ften fĂŒr die hochprofessionelle Arbeit, welche mit höchster Motivation und unter teils gefĂ€hrlichen UmstĂ€nden geleistet wurde.
Mit Blick auf die positiven Zahlen resĂŒmierte PolizeiprĂ€sident Adolf Blöchl: "Der markante, ausgeprĂ€gte RĂŒckgang der Straftaten in Mittelfranken 2024 ist fĂŒr uns Ansporn und Motivation weiterhin ein HöchstmaĂ an Sicherheit zu schaffen. Gerade die Reduzierung der Gewaltdelikte im öffentlichen Raum bestĂ€tigt die intensive Arbeit der mittelfrĂ€nkischen Polizei in erkannten Schwerpunktgebieten. Sicherheit ist ein elementares menschliches BedĂŒrfnis und entscheidend fĂŒr unser Wohlbefinden. Daher beÂŹtrachten wir es als unsere primĂ€re Pflicht, auch im Jahr 2025 unsere gröĂte Aufmerksamkeit auf diesen BeÂŹreich zu richten, erforderlichenfalls neue Wege einzuÂŹschlagen und gemeinsam mit unseren SicherheitspartÂŹnern die gebotenen MaĂnahmen zu treffen, um das Sicherheitsniveau in Mittelfranken zu erhalten und wo möglich zu verbessern."
Der Sicherheitsbericht steht unter folgendem Link zum Download zur VerfĂŒgung:
https://www.polizei.bayern.de/kriminalitaet/statistik/003105/index.html
Erstellt durch: Michael Petzold
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