Bundespolizeidirektion MĂŒnchen: AuslĂ€nderbehörde jahrelang getĂ€uscht/ Bundespolizei ĂŒberfĂŒhrt SozialleistungsbetrĂŒger
12.04.2024 - 14:18:37 | presseportal.de
Lindauer Bundespolizisten kontrollierten in den frĂŒhen Morgenstunden einen Senegalesen, der in einem Fernreisebus mit dem Routing Turin-NĂŒrnberg einreisen wollte. Der Passagier hĂ€ndigte den Beamten hierbei seinen senegalesischen Reisepass und italienischen Aufenthaltstitel aus. Die Polizisten entlarvten den Pass allerdings als FĂ€lschung. Bei der anschlieĂenden Durchsuchung fanden die Bundespolizisten die gĂŒltige deutsche Duldung mit einem abweichenden Nachnamen sowie die senegalesische IdentitĂ€tskarte des Mannes. Der Senegalese gab an, in Italien zu wohnen und dort auch zu arbeiten.
Die Bundespolizisten ermittelten, dass der 30-JĂ€hrige in einer Asylunterkunft in Bad Hindelang gemeldet ist, sich dort regelmĂ€Ăig aufhĂ€lt und dauerhaft monatliche Sozialleistungen bezieht. Der Migrant war im April 2015 erstmals nach Deutschland eingereist und hatte einen Asylantrag gestellt, welcher Anfang 2017 abgelehnt worden war. Da der Senegalese aufgrund fehlender Reisedokumente nicht abgeschoben werden konnte, war er seitdem geduldet und bezog weiterhin Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die Beamten fanden auĂerdem heraus, dass der Mann bei der damaligen Asylantragstellung der AuslĂ€nderbehörde eine falsche Geburtsurkunde vorgelegt hatte. DiesbezĂŒglich ist gegen ihn bereits ein Strafverfahren anhĂ€ngig. Ersten Ermittlungen zufolge hatte der Migrant auch den italienischen Aufenthaltstitel unter Vorlage des gefĂ€lschten Passes erlangt. Seinen Wohnsitz in Italien sowie seinen italienischen Aufenthaltstitel hatte er 30-JĂ€hrige den deutschen AuslĂ€nderbehörden bisher verschwiegen.
Die Bundespolizisten zeigten den Migranten wegen UrkundenfĂ€lschung, versuchter unerlaubter Einreise sowie Betruges im besonders schweren Fall an. Auf richterliche Entscheidung beschlagnahmten die Beamten die drei Handys des Beschuldigten und stellten den gefĂ€lschten Pass sowie nach RĂŒcksprache mit dem AuslĂ€nderamt auch die Duldung sicher. AuĂerdem durchsuchten die Beamten die Einzimmerwohnung des Mannes, wobei sie ĂŒber 5.800 Euro Bargeld fanden und sicherstellten. Die Bundespolizisten belegten den Migranten mit einem dreijĂ€hrigen Einreise- und Aufenthaltsverbot fĂŒr die Bundesrepublik und wiesen ihn am Nachmittag nach Ăsterreich zurĂŒck.
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