Bundespolizeidirektion, MĂŒnchen

Bundespolizeidirektion MĂŒnchen: FingerabdrĂŒcke bringen Klarheit - Bundespolizei bringt MĂ€nner ins GefĂ€ngnis

16.04.2024 - 15:00:45

Kiefersfelden / Rosenheim - Die Bundespolizei hat bei Grenzkontrollen auf Höhe Kiefersfelden nacheinander drei MĂ€nner verhaftet. Zwei von ihnen, ein Pakistaner und ein Marokkaner, fanden sich zum Wochenbeginn im GefĂ€ngnis wieder, wo sie jeweils ĂŒber 100 Tage bleiben mĂŒssen. Der Dritte, ein gesuchter rumĂ€nischer Staatsangehöriger, konnte seine Reise am Dienstag (16. April) nach kurzem Zwischenstopp fortsetzen. Diesen Umstand hat er in erster Linie seinen "guten Bekannten" zu verdanken.

Der RumĂ€ne war in einem Reisebus unterwegs. Bei der ÜberprĂŒfung seiner Personalien an der Inntalautobahn stellten die Bundespolizisten fest, dass gegen ihn ein Strafbefehl des Amtsgerichts Rosenheim aus dem vergangenen Jahr vorlag. Demnach hatte er einschließlich Verfahrenskosten eine Geldstrafe von rund 3.200 Euro wegen Beleidigung in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz zu zahlen. Da er nicht ĂŒber so viel Geld verfĂŒgte, wurde ihm eröffnet, dass er - wie gerichtlich angeordnet - ersatzweise fĂŒr die Dauer von 103 Tagen ins GefĂ€ngnis gehen mĂŒsste. Angesichts der drohenden Haft versuchte der 39-JĂ€hrige, einige Freunde auf telefonischem Weg dazu zu bewegen, ihm die geforderte Summe auszulegen. TatsĂ€chlich zahlten die "guten Bekannten" des Mannes 3.000 Euro bei einer Polizeidienststelle in Schwaben ein. Die ĂŒbrigen knapp 200 Euro konnte er selbst aufbringen. Anschließend durfte er seine Reise fortsetzen.

Ein Pakistaner hingegen muss in der Justizvollzugsanstalt Bernau eine 109-tĂ€gige Ersatzfreiheitsstrafe verbĂŒĂŸen. Das Amtsgericht Passau hatte dem 42-JĂ€hrigen wegen Diebstahls eine Geldstrafe in Höhe von rund 1.600 Euro auferlegt. Dieser Umstand stellte sich allerdings erst in der Rosenheimer Bundespolizeiinspektion heraus. Bei der vorausgegangenen Kontrolle im Fernreisezug auf Höhe Kiefersfelden war den Beamten zunĂ€chst noch nicht bekannt, dass der Mann von der Justiz gesucht wurde, da er keine ĂŒberprĂŒfbaren Papiere mitfĂŒhrte. Auch ĂŒber eine Fahrkarte verfĂŒgte er nicht. In der Dienststelle kam wenig spĂ€ter mithilfe seiner FingerabdrĂŒcke ans Licht, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorlag. Den geforderten Betrag konnte er nicht zahlen. Daher musste er seine Haft im Bernauer GefĂ€ngnis antreten. Dort wird er sich voraussichtlich auch mit den Strafanzeigen wegen versuchter illegaler Einreise und Leistungserschleichung auseinanderzusetzen haben.

Wegen illegalen Aufenthalts in der Bundesrepublik hatte das Stuttgarter Amtsgericht im Jahr 2021 eine Geldstrafe von 600 Euro fĂŒr einen marokkanischen Staatsangehörigen festgelegt. Der 27-JĂ€hrige war mit einem Reisebus aus Italien in Richtung MĂŒnchen unterwegs. Offenbar wollte er die Beamten in der Kontrollstelle bei Kiefersfelden ĂŒber seine wahre IdentitĂ€t tĂ€uschen. Dazu hĂ€ndigte er den Bundespolizisten einen spanischen Ausweis aus, der sich jedoch als FĂ€lschung erwies. Auch in diesem Fall sorgten die FingerabdrĂŒcke des Mannes bezĂŒglich seiner IdentitĂ€t fĂŒr Klarheit. Der gesuchte marokkanische Migrant wurde wegen seines unerlaubten Einreiseversuchs und UrkundenfĂ€lschung angezeigt. Anschließend brachten ihn die Bundespolizisten in die Justizvollzugsanstalt nach Bernau, wo er mangels finanzieller Möglichkeiten seine 60-tĂ€gige Ersatzfreiheitsstrafe verbĂŒĂŸen muss.

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