Polizeimeldungen, KriminalitÀt

Kartellamt sieht Hinweise auf illegale Preistreiberei

19.06.2023 - 14:25:29

Das Bundeskartellamt geht dem Verdacht nach, dass Unternehmen im Schatten der hohen Inflation illegale Absprachen treffen.

"Wir sehen tatsÀchlich Branchen, wo Preise ganz auffallend gleichförmig nach oben gehen - teils um dieselben ProzentsÀtze", sagte KartellamtsprÀsident Andreas Mundt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Das Kartellamt sei "eng dran, und zwar nicht nur beobachtend".

Es könne sein, dass Verfahren folgen werden. Namen wollte der Behördenchef nicht nennen, schloss nur ausdrĂŒcklich aus, dass es um Tankstellen gehe. Dort hat das Kartellamt das Geschehen bereits in einer Sektoruntersuchung durchleuchtet, aber keine Hinweise auf verbotene Absprachen gefunden. Wegen der Covid-Pandemie hatte das Kartellamt Durchsuchungen vorĂŒbergehend zurĂŒckstellen mĂŒssen. Inzwischen sei die Behörde wieder sehr aktiv. "Die Kartellverfolgung steht bei uns voll unter Dampf", sagte Mundt. Dem Amt lĂ€gen so viele FĂ€lle vor, dass es kaum nachkomme. Zugleich verwies er aber auch darauf, dass die Aufdeckung schwieriger werde und das Kartellamt deshalb auch technisch aufrĂŒste. "Kartelle sind nicht mehr so offensichtlich. Manches wird einfach besser verschleiert", sagte er. Die Aussagen des Kartellamtschefs zu möglicher illegaler Preistreiberei sind bemerkenswert: Sie fallen mitten in eine Debatte unter Forschern und Notenbankern, die sich bislang uneinig darĂŒber sind, ob solche Praktiken ein zusĂ€tzlicher Treiber der ohnehin schon hohen Inflation sind.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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