Polizeimeldungen, KriminalitÀt

FĂ€lle von Kindesmissbrauch weiter auf hohem Niveau

23.05.2023 - 12:24:14

Die Fallzahlen von Kindesmissbrauch in Deutschland bleiben weiterhin auf einem hohen Niveau.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 15.520 FĂ€lle von sexuellem Kindesmissbrauch in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registriert, teilte das Bundeskriminalamt am Dienstag mit. 2021 waren es 15.507. Einen Anstieg um 10,3 Prozent auf ĂŒber 48.800 FĂ€lle gab es hingegen bei den Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendpornografie.

Laut PKS hat sich auch die Zahl derer, die Missbrauchsdarstellungen und jugendpornografische Inhalte besaßen, herstellten, erwarben oder insbesondere ĂŒber die sozialen Medien weiterverbreiteten, in Deutschland seit 2018 mehr als verzwölffacht - von damals 1.373 TatverdĂ€chtigen unter 18 Jahren auf 17.549 TatverdĂ€chtige im Jahr 2022. Darunter waren auch 5.553 Kinder unter 14 Jahren und 11.996 Jugendliche ĂŒber 14 Jahre. "Hier braucht es medienpĂ€dagogische AnsĂ€tze: Kinder und Jugendliche mĂŒssen in die Lage versetzt werden, das Material klar als sexuelle Gewaltdarstellungen einzuordnen und ihr eigenes Handeln und das ihrer Peer Group zu hinterfragen", sagte BKA-PrĂ€sident Holger MĂŒnch. Aktuell binde die strafrechtliche Verfolgung in diesen FĂ€llen bei der Polizei wie den Staatsanwaltschaften enorme Ressourcen, die dann fĂŒr die Verfolgung von klassisch kriminellen TĂ€terkreisen, die solches Material erstellen oder auch mit kommerziellen Interessen verbreiten, fehlten. Das BKA geht zudem von einem hohen Dunkelfeld aus, also von Straftaten, von denen die Polizei keine Kenntnis erhalte. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zeigte sich unterdessen erschĂŒttert darĂŒber, dass in Deutschland im Schnitt 48 Kinder pro Tag Opfer von sexueller Gewalt werden: "Hinzuschauen und zu handeln, wann immer Gefahren fĂŒr Kinder drohen - das ist eine zentrale Aufgabe des Staates, aber auch unserer Gesellschaft insgesamt." Kein TĂ€ter dĂŒrfe sich vor Strafverfolgung sicher fĂŒhlen, das sei man den Opfern dieser entsetzlichen Taten schuldig. Faeser unterstĂŒtzt die Forderung des BKA-PrĂ€sidenten, nach einer lĂ€ngeren Speicherung von IP-Adressen, um mögliche TĂ€ter besser identifizieren zu können. Zeitgleich verhandle man bereits ĂŒber europĂ€ische Regeln, um digitale Plattformen in die Pflicht zu nehmen, damit Missbrauchsdarstellungen entdeckt, gelöscht und die TĂ€ter verfolgt werden, so Faeser.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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