Keine Geisterfahrer*innen auf zwei RÀdern - In Fahrtrichtung bleiben, UnfÀlle vermeiden
14.07.2025 - 14:02:39Mal schnell den Radweg in die falsche Richtung fahren, weil das so schön bequem ist? Leider handeln einige E-Roller- und Radfahrer*innen so. Und bringen sich selbst und andere in Gefahr. Polizei und Tiefbauamt wollen Geisterradler*innen in einer gemeinsamen Aktion zum Umdenken bewegen.
Rad- oder Scooter-Fahrer*innen, die auf der falschen StraĂenseite unterwegs sind, riskieren StĂŒrze oder Kollisionen mit denjenigen, die richtig unterwegs sind. Ein weiteres groĂes Problem: Autofahrer*innen rechnen in EinmĂŒndungsbereichen nicht damit, dass jemand mit hoher Geschwindigkeit von rechts auf dem Gehweg angerauscht kommt. Um UnfĂ€lle zu verhindern und die Zweiradfahrer*innen auf die richtige StraĂenseite zu lotsen, werden Polizei und Stadt Dortmund jetzt kreativ - mit SprĂŒhkreide in Neonpink und Neongelb.
"Daumen hoch" zeigt an: Die Richtung stimmt, alles richtig, gute Fahrt! "Daumen runter" bedeutet: Falsche Seite, bitte auf die andere StraĂenseite wechseln! Am Montag haben Jolanta Bialas, die neue Leiterin der Direktion Verkehr im PolizeiprĂ€sidium Dortmund, und Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamts, im EinmĂŒndungsbereich StollenstraĂe/BornstraĂe selbst zu SprĂŒhkreide und Schablone gegriffen. "Unsere Unfallauswertung ergab, dass Radfahrer an dieser Stelle verunglĂŒcken, weil sie den Radweg verbotenerweise entgegengesetzt der Fahrtrichtung befahren. In der Folge kommt es zu vermeidbaren Kollisionen mit FahrzeugfĂŒhrern beim Einbiegen und Kreuzen", sagt Jolanta Bialas.
Sylvia Uehlendahl ist zuversichtlich, dass die leuchtend-bunten Bilder Wirkung zeigen: "Auch ganz einfache Mittel sind oft erfolgreich. Wir erhoffen uns, dass weniger Menschen mit ihrem E-Scooter oder ihrem Fahrrad auf der falschen Seite fahren, wenn sie den Daumen nach unten sehen. Die Bilder sind als Impuls gedacht, als freundliche Erinnerung", so Sylvia Uehlendahl.
258 UnfĂ€lle im Bereich von EinmĂŒndungen und Kreuzungen
2024 kam es in Dortmund zu insgesamt 395 VerkehrsunfĂ€llen zwischen Rad und Pkw. Davon ereigneten sich 258 UnfĂ€lle beim Einbiegen, Abbiegen oder Kreuzen. 14 Radfahrer*innen wurden dabei schwer und 143 leicht verletzt. Eine Radfahrerin verunglĂŒckte tödlich. Die Leitende Polizeidirektorin Jolanta Bialas erklĂ€rt: "Damit machen diese beiden Unfalltypen mit 65 Prozent den gröĂten Anteil der VerkehrsunfĂ€lle aus."
In 78 Prozent der FĂ€lle haben KraftfahrzeugfĂŒhrende die UnfĂ€lle verursacht, weil sie die Vorfahrt der Radfahrer*innen missachteten. Viele dieser UnfĂ€lle hĂ€tten jedoch vermieden werden können, wenn sich die Scooter- und Radfahrer*innen an die vorgeschriebene Fahrtrichtung gehalten hĂ€tten.
Polizeihauptkommissarin Sarah Emde von der Dienststelle VerkehrsunfallprĂ€vention und Opferschutz richtet daher einen Appell ausdrĂŒcklich nicht nur an die Radfahrer*innen, sondern auch an die KraftfahrzeugfĂŒhrer*innen: "Fahren Sie langsam an EinmĂŒndungen heran und seien Sie bremsbereit! Ganz besonders wichtig: Schauen Sie vor dem Abbiegen nicht nur nach links, sondern auch nach rechts! Rechnen Sie im EinmĂŒndungsbereich vor dem Abbiegen damit, dass Rad- oder E-Scooter-Fahrer entgegen der Fahrtrichtung den Geh- oder Radweg befahren könnten. Denn dies ist an einigen Stellen durch entsprechende Beschilderung sogar erlaubt."
Wann ist das Radeln in Gegenrichtung erlaubt?
Radfahren entgegen der Fahrtrichtung ist nur dann zulĂ€ssig, wenn der Radweg ausdrĂŒcklich fĂŒr beide Richtungen freigegeben ist - das erkennen alle Verkehrsteilnehmer*innen an den entsprechenden Zusatzschildern. Fehlen diese, gilt: nur in Fahrtrichtung fahren - alles andere ist verboten und gefĂ€hrlich.
Ein Ăberblick mit lokalen Beispielen, welche unterschiedlichen Regeln auf Geh- und Radwegen gelten, ist auf www.dortmund.de/radverkehr zu finden.
ZusĂ€tzliche SprĂŒhkreide-Daumen kommen an diese Standorte:
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