VU-Team der Dortmunder Polizei spendet Geld an Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland
07.12.2023 - 16:50:59 | presseportal.de
TÀglich begegnet die Polizei schwerverletzten oder getöteten Opfern nach einem Verkehrsunfall - tÀglich hat die Polizei Kontakt auch zu den Angehörigen, die bereits am Unfallort mit dem Tod des Kindes, der Eltern oder des Lebenspartners konfrontiert sind.
Die 2011 gegrĂŒndete und bundesweit aktive Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD) mit Sitz in MĂŒnster hilft Angehörigen in schwierigen Situationen nach VerkehrsunfĂ€llen. Das auf die Aufnahme von schweren VerkehrsunfĂ€llen spezialisierte VU-Team des PolizeiprĂ€sidiums Dortmund spendete am Dienstag (5.12.2023) 650,00 Euro an die VOD, um ihre Arbeit zu unterstĂŒtzen.
Die Idee zu der Spende kam aus dem VU-Team. "Wir sind nicht nur mit Berufserfahrung, Sachverstand und Messtechnik im Einsatz - wir sind in erster Linie als Menschen am Unfallort, die in schwer belastenden Situationen das Leid der Unfallopfer und ihrer Angehörigen sehen und spĂŒren. Und wir selbst nehmen EindrĂŒcke bis ins Private mit. Das sind Bilder, die uns auch ein Leben lang begleiten", sagt Polizeihauptkommissar Christoph Klinger, der das Dortmunder VU-Team leitet. Bei den mehr als 100 EinsĂ€tzen allein im Jahr 2023 hatte das VU-Team bei Ermittlungen am Unfallort unmittelbaren Kontakt zu 33 Getöteten. Bei 63 Verletzten bestand Lebensgefahr.
Das speziell fortgebildete VU-Team des PolizeiprÀsidiums Dortmund ist seit dem 1. Januar 2022 mit insgesamt 13 Polizistinnen und Polizisten sowie RegierungsbeschÀftigten im Einsatz. Alarmiert wird das Team bei sehr schweren VerkehrsunfÀllen u.a. mit Getöteten auf den mehr als 500 Autobahn-Kilometern im Regierungsbezirk Arnsberg und auch in StÀdten in ganz Nordrhein-Westfalen. Ab dem 1. Januar 2024 gibt es in NRW insgesamt 17 VU-Teams. Die Teams arbeiten u.a. mit spezieller Messtechnik, Kameras, 3D-Scannern, Drohnen und mit Auslesetechnik, um Fahrzeugdaten mit Angaben u.a. zu Geschwindigkeiten sichern zu können.
WĂ€hrend der Unfallaufnahme und Spurensicherung arbeiten die Teams in und an den beteiligten Fahrzeugen. Sie haben dabei unmittelbar Kontakt auch zu Getöteten, was zum Alltag der Polizei gehört. Das Team bereitet besonders belastende EinsĂ€tze mit psychologischer UnterstĂŒtzung nach. Praxis ist auch die "vorausschauende Betreuung", die auf den Einsatz mit prĂ€genden Ereignissen und Bildern vorbereiten soll. Dennoch gehen die Ermittlungen und die EindrĂŒcke an einem Unfallort unter die Haut. Polizeihauptkommissar Christoph Klinger: "Diese Bilder bleiben im Kopf - bei jedem anders. Bei mir war es zuletzt der Tod einer jungen Frau bei einem Unfall im Kamener Kreuz. Sie hĂ€tte meine Tochter sein können."
Nach schweren VerkehrsunfĂ€llen weist die Polizei die Betroffenen oder Angehörige auf die Arbeit der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland hin. "Sofort stellen sich viele auch juristische Fragen, die einen trauernden Menschen schnell ĂŒberfordern können. Vieles ist zu organisieren - wir als VOD arbeiten als Lotsen in einem Netzwerk, das in der Not wirksam helfen kann. Wenn spĂ€ter aber das Handeln zur Ruhe kommt, dann finden die GefĂŒhle den Weg an die OberflĂ€che. Wir unterstĂŒtzen u.a. gezielt bei der schwierigen Suche nach TherapieplĂ€tzen. Einfach ist diese Suche allerdings nicht, weil die Wartezeiten viel zu lang sind", sagt die Vorstandvorsitzende Silke von Beesten ĂŒber die VOD-Arbeit - "es wĂ€re besser, wenn die Wartezeiten deutlich kĂŒrzer sind."
Dortmunds PolizeiprĂ€sident Gregor Lange dankte am Dienstag dem VU-Team fĂŒr die Spendeninitiative. "Das zeigt, dass die Kolleginnen und Kollegen am Unfallort stets mit dem Herzen im Einsatz und in kritischen Situationen fĂŒr die Betroffenen da sind. Wenn wir auf diese Weise ĂŒber einen Einsatz hinaus Angehörigen dabei helfen können, ein tiefgreifendes Ereignis bestmöglich verarbeiten zu können, dann bin ich fĂŒr das Engagement des VU-Teams sehr dankbar."
Als Leiter der Direktion Verkehr des PolizeiprĂ€sidiums Dortmund erinnert der Leitende Polizeidirektor Ralf Ziegler an die Ursachen und Folgen von UnfĂ€llen: "In den seltensten FĂ€llen haben VerkehrsunfĂ€lle eine technische Ursache. Ăberwiegend sind es Menschen, die zu schnell fahren, AbstĂ€nde nicht einhalten, abgelenkt sind oder unter Einfluss von Alkohol oder Drogen am Steuer sitzen und Leid auslösen. Damit ist klar: Die meisten UnfĂ€lle sind vermeidbar. Die Zahl der im StraĂenverkehr getöteten Menschen könnte viel kleiner sein."
Journalisten wenden sich mit RĂŒckfragen bitte an:
Polizei Dortmund
Peter Bandermann
Telefon: 0231-132-1023
E-Mail: poea.dortmund@polizei.nrw.de
https://dortmund.polizei.nrw/
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