KriminalitÀt, Polizei

JubilĂ€um der Polizeifliegerstaffel NRW: FĂŒr die Sicherheit der Menschen und zur UnterstĂŒtzung der EinsatzkrĂ€fte am Boden - 250.000 Stunden in der Luft

23.03.2026 - 09:51:04 | presseportal.de

Duisburg / DĂŒsseldorf - Anfang MĂ€rz war es soweit. Die Polizeifliegerstaffel NRW - angesiedelt beim Landesamt fĂŒr Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD NRW) - erreichte ihre 250.000ste Flugstunde. Seit ihrer GrĂŒndung im Jahr 1962 waren die EinsatzkrĂ€fte der Polizeifliegerstaffel NRW nun schon generationen- und maschinenĂŒbergreifend 250.000 Stunden fĂŒr die Sicherheit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie zur UnterstĂŒtzung bei verschiedensten Einsatzlagen in der Luft.

POL-LZPD: JubilĂ€um der Polizeifliegerstaffel NRW: FĂŒr die Sicherheit der Menschen und zur UnterstĂŒtzung der EinsatzkrĂ€fte am Boden - 250.000 Stunden in der Luft - Bild: presseportal.de
POL-LZPD: JubilĂ€um der Polizeifliegerstaffel NRW: FĂŒr die Sicherheit der Menschen und zur UnterstĂŒtzung der EinsatzkrĂ€fte am Boden - 250.000 Stunden in der Luft - Bild: presseportal.de

Die JubilĂ€umsstunde kam genau zwischen zwei EinsĂ€tzen zustande. Gegen kurz nach 23:00 Uhr waren unsere Kollegen am 7. MĂ€rz auf dem RĂŒckflug von einer Vermisstensuche in Telgte bei MĂŒnster, als sie von einem so genannten "Einbruch TĂ€ter am Ort" in ein Wohnhaus in MĂŒnster erfuhren. Statt also zurĂŒck nach DĂŒsseldorf zu fliegen, steuerten die Piloten kurzerhand um und entdeckten eine Person, die auf der rĂŒckwĂ€rtigen GebĂ€udeseite von außen an einem Fenster hing. Auch als der TatverdĂ€chtige in den Garten sprang und sich hier versteckte, behielt der Operator den Mann im Blick, bis er durch die EinsatzkrĂ€fte am Boden festgenommen werden konnten.

Hier geht es zur Pressemeldung unserer MĂŒnsteraner Kollegen: https://muenster.polizei.nrw/presse/versuchter-wohnungseinbruch-in-mauritz-polizeihubschrauber-im-einsatz

Der neue Direktor des LZPD NRW, Markus Hattwig, wĂŒrdigt die Leistungen der Staffel:

"Seit jeher arbeiten gut ausgebildete und hochmotivierte Menschen bei der Polizeifliegerstaffel NRW. In der Luft und genauso am Boden. Auch ihnen ist es seit 1962 zu verdanken, dass im Rahmen der 250.000 Flugstunden vermisste oder suizidgefĂ€hrdete Menschen gerettet, StraftĂ€ter festgenommen und seit jĂŒngerer Geschichte auch WaldbrĂ€nde gelöscht wurden. Den EinsatzkrĂ€ften wĂŒnsche ich fĂŒr die nĂ€chsten 250.000 Flugstunden allzeit guten Flug und glĂŒckliche Landung!"

Und auch der Leiter der Polizeifliegerstaffel NRW, Polizeidirektor Alberto Coppola, wĂŒrdigt die Leistung seiner Mannschaft: "Ein bedeutender Meilenstein ist fĂŒr die Polizeifliegerstaffel erreicht. Der Dienst in der Luft erfordert neben einem hohen Maß an körperlicher und mentaler Fitness auch polizeifachliche Expertise, um den EinsatzkrĂ€ften am Boden bestmögliche UnterstĂŒtzung zu gewĂ€hren Die Anforderungen an den polizeilichen Flugdienst sind hoch und haben sich in den Jahrzehnten stark verĂ€ndert und werden sich auch in Zukunft weiterentwickeln. Die hohe Leistungsbereitschaft der fliegenden Besatzung und die LeistungsfĂ€higkeit des H145 bilden dabei eine hocheffiziente Kombination zur ErfĂŒllung des polizeilichen Auftrages."

Wie entschlossen die Besatzungen (Piloten und Operator) agieren, zeigt sich immer wieder.

So haben die EinsatzkrĂ€fte im vergangenen Jahr beispielsweise, eine hilflose Person im fließenden GewĂ€sser mit Hilfe des Abwindes der RotorblĂ€tter an Land geweht oder einen vermissten Herrn, der stundenlang in einem ĂŒberschwemmten Gebiet nahe des Mönchengladbacher Flughafens ausharrte, gerettet. Da dem Mann auf dem normalen Landweg niemand zu Hilfe kommen konnte, musste der Hubschrauber knapp einen Kilometer entfernt von dem aus der Luft entdeckten Standort des Mannes landen. Von dort machten sich der Operator und der Copilot durch knietiefen Matsch und stachelige BrombeerstrĂ€ucher auf den Weg zu dem unterkĂŒhlten Mann und trugen ihn zurĂŒck zum Hubschrauber. Von dort ging es dann auf das GelĂ€nde des Flughafens, wo bereits ein Krankenwagen wartete.

Auch bei der Flutkatastrophe im Jahr 2021 waren die Kolleginnen und Kollegen ĂŒber ihre Belastungsgrenze hinaus im Einsatz. Obwohl es nicht zu den polizeilichen Aufgaben gehört, hat die Polizeifliegerstaffel NRW natĂŒrlich ihren Beitrag geleistet, um Menschen von den DĂ€chern in ĂŒberfluteten Gebieten zu retten.

Die ersten beiden "Hummeln" (Hummel ist das Rufzeichen der Polizeifliegerstaffel NRW), die optisch eher an Libellen erinnern, waren italienische Hubschrauber des Typs Bell 47. Nach zwei Jahren im Dienst des Landes NRW kam man zu dem Entschluss, dass man fĂŒr die Aufgaben der ersten Polizeihubschrauberstaffel doch leistungsstĂ€rkere Maschinen benötigte. Man hat die beiden italienischen Modelle daher an die gerade gegrĂŒndete Polizeihubschrauberstaffel nach Hamburg verkauft und 1964 auf das französische Modell Alouette II gesetzt. Von den insgesamt sechs Hubschraubern, die man bis 1970 angeschafft hatte, erlitten zwei Maschinen im Jahr 1977 flugunfallbedingte TotalschĂ€den. 1972 wurden die ersten Alouette III - Modelle angeschafft, die bis 1979 im Einsatz waren.

Obwohl dieser Hubschraubertyp bei den damaligen Piloten sehr beliebt war, verbindet die Polizei NRW doch auch eine sehr traurige Geschichte mit einer dieser Maschinen. Am 4. April 1978 stĂŒrzten zwei unserer Kollegen mit diesem Modell in Afferde bei Unna ab und wurden dabei getötet.

Neben der 1972 beschafften Alouette III wurde im selben Jahr auch das französische Modell "Gazelle" fĂŒr die damalige Polizeihubschrauberstaffel NRW eingefĂŒhrt. Dieser Typ war bis 1988 im Einsatz. Am 14. Oktober 1978 stĂŒrzte ein Hubschrauber dieses Typs aufgrund eines Triebwerkausfalls im Bereich des Kamener Kreuz ab. Wie durch ein Wunder konnte sich die damalige Besatzung leichtverletzt aus dem völlig zerstörten Wrack befreien.

Das erste deutsche Hubschraubermodell erhielt die Polizeifliegerstaffel 1978. Auf dem Typ Bölkow Bo 105 CBS 4 absolvierten die Piloten bis zum Jahr 2005 ĂŒber 80.000 Flugstunden.

Das Geiseldrama in Gladbeck im Jahr 1988 zeigte, dass man zur ErfĂŒllung taktischer Maßnahmen und fĂŒr den Transport von Spezialeinheiten ein grĂ¶ĂŸeres Hubschraubermodell benötigte. 1990 war es dann soweit und die erste BK 117 wurde an die Polizei NRW ausgeliefert. Insgesamt vier Hubschrauber dieses Typs bildeten bis ins Jahr 2017 das RĂŒckgrat der Polizeifliegerstaffel NRW.

1999 erweiterte die Polizei NRW, die Flotte um FlÀchenflugzeuge. Diese Flugzeuge sind bis heute im Einsatz. Aus der Polizeihubschrauberstaffel wurde dadurch im Jahr 2000 die Polizeifliegerstaffel NRW (PFSt NRW).

Seit 2002 ergĂ€nzten zusĂ€tzlich zwei Eurocopter EC155 die Flotte der Polizeifliegerstaffel die vornehmlich fĂŒr den Einsatz mit Spezialeinheiten genutzt wurden. Im September 2016 erhielt die Staffel ihren ersten Airbus H145 der die Mehrmusterflotte ablöste. Die verbliebenen BK 117 und EC 155 wurden sukzessive verkauft.

Mittlerweile verfĂŒgt die PFSt NRW ĂŒber sechs Hubschrauber des Typs H145-D3. Der Hubschrauber ist fĂŒr alle polizeilichen Anforderungen wie den 24-Stunden-Dienst mit Such- und FahndungseinsĂ€tzen, als Einsatzhubschrauber fĂŒr die Spezialeinsatzkommandos, im Luftraumschutz oder als unterstĂŒtzendes Einsatzmittel fĂŒr die vielfĂ€ltigen polizeilichen Einsatzlagen geeignet. Seit dem Jahr 2021 ist die PFSt NRW auch bei der BrandbekĂ€mpfung aus der Luft eine zuverlĂ€ssige UnterstĂŒtzung. Seit 2016 absolvierten unsere Kolleginnen und Kollegen bereits 20.000 Flugstunden mit diesem Hubschraubertyp.

Auch wenn sich die Technik und das Aufgabenportfolio ĂŒber die Jahrzehnte immer wieder verĂ€ndert haben, ist doch eines gleich geblieben - der Faktor Mensch!

RĂŒckfragen bitte an:

Landesamt fĂŒr Zentrale Polizeiliche Dienste NRW
Pressestelle LZPD NRW
Telefon: 0203 4175 81444
E-Mail: pressestelle.lzpd@polizei.nrw.de
https://lzpd.polizei.nrw

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