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Verkehrsbericht 2023: Weniger (Schwer-) Verletzte auf Duisburgs Straßen

18.03.2024 - 12:00:26

Duisburg - Wie viele UnfÀlle nahm die Polizei tÀglich im Jahr 2023 auf? Wie hoch ist die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten? Was waren die Hauptunfallursachen und wie viele Fluchten konnte die Polizei Duisburg aufklÀren?

Die Direktion Verkehr hat Bilanz gezogen und prĂ€sentiert den Verkehrsbericht fĂŒr das vergangene Jahr (https://duisburg.polizei.nrw/verkehrsbericht2023).

Die wichtigsten Fakten in KĂŒrze:

Die grĂ¶ĂŸten Themen des Verkehrsberichtes im Detail:

Zahl der VerkehrsunfĂ€lle: TĂ€glich rund 49 UnfĂ€lle aufgenommen Die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle belĂ€uft sich nahezu auf dem Vorjahresniveau: 17.778 Mal krachte es im Jahr 2023 auf Duisburgs Straßen. Im Durchschnitt haben Polizistinnen und Polizisten also tĂ€glich rund 49 UnfĂ€lle aufgenommen. Dies entspricht einer Differenz von 48 VerkehrsunfĂ€llen (+ 0,3 Prozent) gegenĂŒber 2022 (17.730). Den grĂ¶ĂŸten Anstieg verzeichnen UnfĂ€lle mit SachschĂ€den unter Einwirkung von Alkohol oder anderer berauschender Mittel (+ 32,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Weniger Verletzte auf Duisburgs Straßen, darunter auch deutlich weniger Ă€ltere Menschen Verletzt wurden durch UnfĂ€lle im Stadtgebiet 1.754 Menschen. Das sind rund 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr (2022: 1.812) - darunter gab es sechs Todesopfer (siehe Unfalltote); 175 Menschen waren schwer und 1.573 leicht verletzt.

Unter den Verletzten gab es unter anderem 198 Kinder (jĂŒnger als 14 Jahre) und 88 Jugendliche (14 bis 17 Jahre). Die Zahl der verletzten Seniorinnen und Senioren (ab 65 Jahre) sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent auf 200.

Polizeirat Alexander Paffrath, Leiter der Direktion Verkehr: "Genauso wie Kinder zĂ€hlen Ă€ltere Menschen zu den schwĂ€cheren Verkehrsteilnehmenden. Sie verdienen daher besondere RĂŒcksicht und Schutz. Dass die Zahl der verletzten Seniorinnen und Senioren deutlich gesunken ist, ist auch ein Beweis fĂŒr die Wirksamkeit unserer PrĂ€ventionsmaßnahmen und die erhöhte Aufmerksamkeit, die wir der Sicherheit der Ă€lteren Menschen im Straßenverkehr widmen. Jeder einzelne Unfall, den wir dadurch verhindern können, ist ein Erfolg! Aber es gibt jetzt keinen Grund, die HĂ€nde in den Schoß zu legen. Hier mĂŒssen wir weitermachen!"

Unter den Verletzten waren am hĂ€ufigsten betroffen: Personen, die im Auto unterwegs waren (821), gefolgt von Rad- und Pedelecfahrenden (415), FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€ngern (255) sowie Fahrende von motorisierten ZweirĂ€dern (150). Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Zahl der verletzten Rad- und Pedelecfahrenden um rund 15,7 Prozent gemindert hat (2022: 492) - auch ein Ergebnis unermĂŒdlicher PrĂ€ventionsarbeit der Beamtinnen und Beamten der VerkehrsunfallprĂ€vention.

Außerdem wurden insgesamt 109 UnfĂ€lle mit Beteiligung von E-Scootern aufgenommen. Dabei sind insgesamt 91 Menschen (Fahrende, Mitfahrende, weitere Unfallbeteiligte) verletzt worden, sechs davon schwer. Neun der UnfĂ€lle sind unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen passiert.

Verkehrstote: Sechs Menschen sterben in Folge von UnfĂ€llen Insgesamt starben in Duisburg sechs Menschen im Straßenverkehr - darunter ein Kleinkraftradfahrer (21), zwei Autofahrer (28 und 70 Jahre alt), eine E-Bike-Fahrerin (82), eine FußgĂ€ngerin (86) sowie ein FußgĂ€nger (60).

Wir berichteten: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/5413640 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/5481579 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/5604061 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/5529837 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/5480659 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/5480659

Nachdem es in einem der Pandemie-Jahre (2021) lediglich zwei Verkehrsunfalltote gab, hat sich die Anzahl im Hinblick auf das vergangene Jahrzehnt wieder auf dem Niveau der Vorjahre eingependelt. (Vergleich: 2022: 5 / 2020 & 2019: jeweils 4 / 2018: 8 / 2014: 7). Im FĂŒnfjahresvergleich ist die Zahl aus 2023 allerdings der höchste Wert.

PolizeiprĂ€sident Alexander Dierselhuis: "Sechs Verkehrstote sind sechs zu viel! Hinter diesem statistischen Wert verbergen sich sechs Menschenleben, sechs Schicksale von Angehörigen, die plötzlich völlig unerwartet eine große LĂŒcke in ihrem Leben haben. Wir arbeiten weiterhin konsequent an der Verhinderung solch tragischer VerkehrsunfĂ€lle, um unsere Maxime zu erreichen: Kein Verkehrstoter auf Duisburgs Straßen!"

Im Falle eines schweren oder sogar tödlichen Verkehrsunfalls stehen Opferschutzbeauftragte der Polizei Duisburg den Angehörigen, Unfallbeteiligten, Augenzeugen etc. zur Seite. Die speziell ausgebildeten Beamtinnen und Beamten bieten emotionale UnterstĂŒtzung, klĂ€ren ĂŒber den weiteren Ablauf auf und vermitteln gegebenenfalls professionelle Hilfe. Die engagierten Polizistinnen und Polizisten leisten wichtige Arbeit, um den Betroffenen in einer schwierigen Zeit beizustehen. Ihre einfĂŒhlsame Betreuung trĂ€gt dazu bei, dass Betroffene die traumatischen Ereignisse besser verarbeiten können. Im Jahr 2023 sind 125 FĂ€lle durch Opferschutzbeauftragte bearbeitet worden.

Mehr Informationen gibt es hier: https://duisburg.polizei.nrw/polizeilicher-opferschutz

VerkehrsunfallprÀvention: Sicherer Schulweg, toter Winkel und Schwerpunktkontrollen

Um die "Vision Zero" zu erreichen, sind die Beamtinnen und Beamten unermĂŒdlich im Einsatz, um VerkehrssĂŒnder zur Rechenschaft zu ziehen und die Menschen auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen - besonders die schwĂ€chsten Verkehrsteilnehmenden. So sind beispielsweise Informationsveranstaltungen zur Sicherheit von Radfahrenden (u. a. zu den Themen Sichtbarkeit, Fahrradhelme und toter Winkel, der anhand einer VR-Brille erlebbar gemacht wird) sowie Besuche in KindergĂ€rten/Schulen zur Verkehrserziehung feste Termine im Kalender sowohl der Polizistinnen und Polizisten und der Handpuppe Eddi, dem ErdmĂ€nnchen. Der kuschelige Begleiter hat den jĂŒngsten Verkehrsteilnehmendenn beispielsweise erklĂ€rt, wie man sicher die Straße ĂŒberquert. 2023 hat er VerstĂ€rkung durch Handpuppe "Chilli", einem blauen Affen, bekommen.

Neben prĂ€ventiven SondereinsĂ€tzen gehörten auch Schwerpunktkontrollen zum Arbeitsalltag der EinsatzkrĂ€fte: Hier wurden u. a. Lkw und Schulbusse auf ihre FunktionstĂŒchtigkeit ĂŒberprĂŒft; genauso wie deren Fahrerinnen und Fahrer im Hinblick auf die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten sowie auf Alkohol und Drogen am Steuer.

Raser, Poser und Dater

Ein Schwerpunkt der Polizei Duisburg war im Jahr 2023 weiterhin der Kampf gegen die Raser-, Poser- und illegale Tuningszene. 13-mal waren die EinsatzkrĂ€fte im Rahmen von Schwerpunktkontrollen (teilweise behördenĂŒbergreifend) im Stadtgebiet an den bekannten Hotspots in den Abendstunden bis tief in die Nacht unterwegs und haben verstĂ€rkt Kontrollen durchgefĂŒhrt - unter anderem an der L1 in Marxloh und in Hamborn. Neben Geschwindigkeitsmessungen ĂŒberprĂŒften auch speziell geschulte Tuning-Experten die Autos auf technische VerĂ€nderungen. Bei Rasern, die durch ihre Fahrweise andere in Gefahr gebracht oder Posern, die Anwohner mit LĂ€rm und MĂŒll belĂ€stigt hatten, haben die Beamtinnen und Beamten kein Auge zugedrĂŒckt und sind konsequent vorgegangen: 83-mal schrieben die EinsatzkrĂ€fte Anzeigen wegen des Verdachtes eines verbotenen Autorennens.

Hauptunfallursachen: Missachtete Regeln, Raserei, Alkohol und Drogen

Zu den Hauptunfallursachen gehören neben ĂŒberhöhter Geschwindigkeit (73 erwiesene UnfĂ€lle) auch das Missachten eines angemessenen Abstandes (2.677) oder das Ignorieren von Vorfahrtsregeln (301). DarĂŒber hinaus zĂ€hlen auch Alkohol und Drogen am Steuer als Hauptfaktoren. Die Zahlen sind gestiegen: Das Fahren unter Alkoholeinfluss fĂŒhrte im Jahr 2023 in 140 FĂ€llen (2022: 132) erwiesenermaßen zu einem Unfall, das Fahren unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel in 19 FĂ€llen (2022: 33).

Die Polizei Duisburg kĂ€mpft konsequent gegen Raserei und Alkohol sowie Drogen am Steuer: 2023 stellten Polizistinnen und Polizisten insgesamt 43.675 GeschwindigkeitsverstĂ¶ĂŸe fest; das sind im Durchschnitt knapp 120 pro Tag. ZusĂ€tzlich wurden 1.244 Blutproben genommen, weil Menschen alkoholisiert Auto gefahren sind oder wĂ€hrend der Fahrt unter Drogen- oder unzulĂ€ssigem Medikamenteneinfluss standen.

Doch nicht nur wer rast oder sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss hinters Steuer setzt, spielt mit dem eigenen Leben und dem Leben anderer Menschen. Auch ein kurzer Blick aufs Handy bedeutet dutzende Meter Blindflug und ist lebensgefÀhrlich. 2023 schrieben die Beamtinnen und Beamten in 4.404 FÀllen Anzeigen, weil z. B. Autofahrende oder Radfahrende ihr Handy wÀhrend der Fahrt nutzten.

Unfallfluchten mit Verletzten: Mehr als jeder zweite FlĂŒchtende ermittelt

Wer in solchen oder anderen Situationen einen Unfall baut, ergreift auch gerne mal die Flucht - wie die Statistik zeigt. Rund elfmal am Tag verursachte in Duisburg jemand einen Unfall mit Sachschaden und flĂŒchtete. Insgesamt 4.197 solcher FĂ€lle gab es 2023 (2022: 3.908). Die AufklĂ€rungsquote in diesem Bereich liegt bei 40,3 Prozent.

Bei den Unfallfluchten mit Verletzten (162) erreichen die Beamtinnen und Beamten dank ihrer akribischen Ermittlungsarbeit erneut eine hohe AufklĂ€rungsquote: In rund 60 Prozent der FĂ€lle konnte die Polizei Duisburg UnfallflĂŒchtige ermitteln. Somit wurde der Rekordwert (FĂŒnfjahresvergleich) aus dem Jahr 2022 (66,7 Prozent) knapp verfehlt.

PolizeiprĂ€sident Alexander Dierselhuis: "Eine Unfallflucht ist nicht nur ein Verstoß gegen das Gesetz, sondern auch ein Akt der Respektlosigkeit! Umso erfreulicher ist es, dass wir bei erneut deutlich mehr als jedem zweiten Unfall, bei denen verletzte Menschen zurĂŒckgelassen wurden, flĂŒchtige Fahrerinnen und Fahrer zur Rechenschaft ziehen konnten. Dieser statistische Wert fĂ€llt nicht einfach vom Himmel sondern ist das Ergebnis kontinuierlicher akribischer Ermittlungsarbeit unserer Polizistinnen und Polizisten. Ein großer Dank geht aber auch an die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die mit ihren aufmerksamen Blicken und Hinweisen die Arbeit unterstĂŒtzen."

Die neue Fachstrategie Verkehr - ein Ausblick

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat mit Beginn des Jahres 2024 ihre Strategie fĂŒr mehr Sicherheit auf den Straßen, Radwegen und Autobahnen neu ausgerichtet. Überschrieben wird diese Strategie seit Kurzem landesweit mit dem Titel #LEBEN. Der Begriff bringt die Anstrengungen der Polizei, VerkehrsunfĂ€lle mit ihren zum Teil gravierenden Folgen zu reduzieren, auf den Punkt. Weniger Tote und Schwerverletzte bei VerkehrsunfĂ€llen - das ist das erklĂ€rte Ziel der Vision Zero.

Die Sicherheit von ungeschĂŒtzten Verkehrsteilnehmenden wird kĂŒnftig noch stĂ€rker in den Fokus gerĂŒckt: FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€nger, Radfahrende, E-Scooter-Fahrende. Dabei geht es darum, Fehlverhalten gegenĂŒber dieser Gruppe konsequent zu ahnden und in einem "verkehrsdidaktischen" (erlĂ€uternden) GesprĂ€ch die möglicherweise drastischen Folgen des Fehlverhaltens aufzuzeigen. Doch nicht immer sind es die motorisierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die durch einen Regelverstoß einen Unfall mit Verletzten verursachen. Auch die Missachtung von beispielsweise RotlichtverstĂ¶ĂŸen von Radfahrenden fĂŒhrt zu UnfĂ€llen mit schweren Folgen.

Mehr Informationen gibt es hier:

https://www.land.nrw/pressemitteilung/neue-fachstrategie-verkehr-gleiches-ziel-neuer-weg-leben

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