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Ein bekanntes Gesicht verlÀsst das PolizeiprÀsidium Osthessen: PHK Wolfgang Keller in den Ruhestand verabschiedet

12.12.2023 - 08:30:55

Osthessen - Immer ein LĂ€cheln auf den Lippen und ein offenes Ohr fĂŒr alle Belange: So kennt man Wolfgang Keller. Der Polizeihauptkommissar, der in der Region unter anderem durch seine langjĂ€hrige TĂ€tigkeit als Pressesprecher sowie in der PrĂ€vention bekannt ist, wurde pĂŒnktlich zu seinem 60. Geburtstag durch Polizeioberrat Philipp Eifert, Leiter der Polizeidirektion Vogelsberg, in den Ruhestand verabschiedet.

"Wenn mir jemand gesagt hĂ€tte, dass ich einmal Polizist werde, hĂ€tte ich ihn unglĂ€ubig angeschaut. An diesen Beruf hatte ich damals tatsĂ€chlich keinen Gedanken verschwendet", so Keller, der als SchĂŒler eine Karriere im Handwerk angestrebt hat. Doch das Arbeitsamt sei auf die ausgeprĂ€gte soziale Ader des heute frischgebackenen PensionĂ€rs aufmerksam geworden und hat ihm eine Laufbahn bei der Landespolizei beziehungsweise dem Bundesgrenzschutz vorgeschlagen. "Ich war schon immer sehr Heimatverbunden und so habe ich mich fĂŒr die Polizei Hessen entschieden", erklĂ€rt der gebĂŒrtige Osthesse.

Mit 17 Jahren ließ er die Schulbank hinter sich und begann seine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Kassel. Von Kassel ging es nach MĂŒhlheim und von MĂŒhlheim nach Wiesbaden. FĂŒr Keller war schnell klar: Es war die richtige Entscheidung, die er keine Sekunde in den darauffolgenden Jahren bereuen wĂŒrde. Nach der Ausbildung im mittleren Dienst landete der Familienvater bei der Bereitschaftspolizei in der vierten Abteilung in Hanau. "Wir waren damals noch fĂŒr die Flughafensicherung zustĂ€ndig." Eine schöne Zeit, an die der 60-JĂ€hrige gerne zurĂŒckdenkt. "Ich habe Land und Leute kennengelernt. Das hat mir immer richtig viel Spaß gemacht und den BĂŒrgerkontakt habe ich stets genossen."

Vom Flughafen wechselte Keller auf die Autobahn: Auf rund fĂŒnf Jahre Neu-Isenburg folgten einige Monate in Langenselbold. Von einer Rotte Wildschweinen auf der Fahrbahn bis hin zu schweren VerkehrsunfĂ€llen, die ihm noch lange in Erinnerung geblieben sind - die Jahre bei den Polizeiautobahnstationen waren prĂ€gend.

Seiner Heimat Osthessen ist Keller dabei stets treu geblieben. "Kurz vor Weihnachten 1993 habe ich ein Geschenk bekommen." Ein Anruf und damit die Zusage fĂŒr eine Stelle bei der Polizeistation Lauterbach. FĂŒr den gebĂŒrtigen MĂŒser (Gemeinde GroßenlĂŒder) ein Jackpot: "Ich habe immer gesagt: Wenn es nach Osthessen geht, dann in den Vogelsbergkreis." Nach einigen Jahren im Streifendienst hat der engagierte Polizist sein Studium fĂŒr den gehobenen Polizeivollzugsdienst dran gehĂ€ngt, bevor er als stellvertretender Dienstgruppenleiter nach Lauterbach zurĂŒckkehrte.

"Ich möchte keine Sekunde missen"

2009 schlug Kellers Laufbahn bei der Polizei Hessen einen Weg ein, den er nie erwartet hĂ€tte: Vom Streifenbeamten zum Pressesprecher. "Das war schon eine große Umstellung." Aus dem Schichtdienst in den Tagdienst. Von StreifentĂ€tigkeiten und der Verkehrsunfallaufnahme zum Schreiben und PrĂ€sentieren in der Öffentlichkeit. "Man musste einmal komplett umdenken." Schließlich gehörte es zu seinen Aufgaben, die polizeiliche Arbeit transparent und vor allem verstĂ€ndlich zu kommunizieren. Dazu herrschte ein enger Austausch mit den Medienvertretern: "Egal ob Fernsehen, Rundfunk oder Zeitung: Nach einigen Jahren kannte man sich und hatte ein gutes VertrauensverhĂ€ltnis." Wolfgang Keller war ein Jahrzehnt das Gesicht der Polizei im Vogelsbergkreis. "Zehn Jahre Pressesprecher... ich möchte keine Sekunde davon missen."

Ab 2011 widmete sich der Vollblutpolizist zudem der kriminalpolizeilichen Beratung. Denn bereits in den Jahren zuvor war er mit dem GewaltprĂ€ventionstraining "Cool sein, cool bleiben" an zahlreichen Schulen unterwegs. Mit aktuellen PrĂ€ventionsthemen stand er in den vergangenen Jahren den Menschen der Region mit Rat und Tat zur Seite: Vom Einbruchsschutz bis hin zu VortrĂ€gen zu Schockanrufen und anderen Betrugsmaschen: "Die Leute haben die Tipps förmlich aufgesaugt und waren unheimlich dankbar fĂŒr das Angebot." Bis zu seiner Pensionierung war Keller zudem Schutzmann vor Ort in den StĂ€dten Alsfeld und Schlitz.

Durch sein Wirken im Vogelsbergkreis war der 60-JĂ€hrige ein bekanntes Gesicht fĂŒr Menschen jeden Alters. Nun musste der frischgebackene PensionĂ€r ein fĂŒr alle Mal seine Uniform, die er bis zum letzten Tag voller Stolz getragen hat, ablegen: "Ich gehe mit dem bekannten lachenden und weinenden Auge. Die 42 Jahre bei der Polizei Hessen haben mir riesen Spaß gemacht", blickt Keller zurĂŒck: "Und fĂŒr mich ist klar: Im nĂ€chsten Leben werde ich wieder Polizist!"

Julissa Sauermann

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