Trump erneut angeklagt - Vorwahl-Konkurrenten zurĂŒckhaltend
02.08.2023 - 07:13:30Januar 2021. In der am Dienstag veröffentlichten Anklageschrift werden ihm unter anderem Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten sowie versuchte WahlfĂ€lschung vorgeworfen. Sechs ungenannte Mitverschwörer sollen demnach "angeworben" worden sein, um ihm bei "seinen kriminellen BemĂŒhungen, die Wahl zu kippen" und "die Macht zu behalten", zu unterstĂŒtzen.
Trumps Konkurrenten bei der Wahl des nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftskandidaten der Republikaner reagierten unterdessen eher zurĂŒckhaltend. Floridas Gouverneur Ron DeSantis forderte eine Reform der Strafverfolgung. Er kĂŒndigte an, "die Instrumentalisierung der Regierung zu beenden" und sich fĂŒr VerfahrensĂ€nderungen einzusetzen, falls er ins WeiĂe Haus gewĂ€hlt werde. Es sollte fĂŒr Angeklagte möglich sein, FĂ€lle aus Washington in ihre Heimatbezirke zu verlegen, so DeSantis. Chris Christie, republikanischer PrĂ€sidentschaftskandidat und ehemaliger Gouverneur von New Jersey, legte dem ehemaligen PrĂ€sidenten unterdessen nahe, den "Trump Tower" zu verkaufen, um einen Teil seiner Anwaltskosten zu begleichen, anstatt in die Wahlkampfkasse zu greifen. "Tatsache ist, dass er das meiste Geld, das die Amerikaner der Mittelschicht ihm gegeben haben, fĂŒr seine eigenen Anwaltskosten ausgegeben hat", sagte er. Mitbewerber Vivek Ramaswamy bezeichnete die Anklage als "unamerikanisch" und wiederholte sein Versprechen, den Ex-PrĂ€sidenten zu begnadigen, sollte er im nĂ€chsten Jahr das WeiĂe Haus gewinnen. Trump und seine mutmaĂlichen Mitverschwörer sollen laut der Anklageschrift "Beamte dazu gedrĂ€ngt haben, das Votum der Bevölkerung zu ignorieren" und "betrĂŒgerische WĂ€hlerlisten" in Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, New Mexico, Pennsylvania und Wisconsin organisiert haben. Sie werden beschuldigt, dazu "wissentlich falsche Behauptungen ĂŒber Wahlbetrug" aufgestellt zu haben. Laut der Staatsanwaltschaft sollen sie auch versucht haben, die Macht des Justizministeriums zu nutzen, um "Scheinermittlungen zu Wahlstraftaten" durchzufĂŒhren, sowie den damaligen VizeprĂ€sidenten Mike Pence zu gewinnen, damit er seine zeremonielle Rolle bei der BestĂ€tigung der AuszĂ€hlung der Wahlstimmen am 6. Januar dazu nutze, "die Wahlergebnisse in betrĂŒgerischer Weise zu verĂ€ndern". In der Anklageschrift wird Trump auĂerdem vorgeworfen, Pence wiederholt unter Druck gesetzt zu haben, um Bidens WĂ€hlerstimmen in betrĂŒgerischer Weise zurĂŒckzuweisen oder zu verwerfen. "Nachdem am Nachmittag des 6. Januar bekannt wurde, dass der VizeprĂ€sident die Wahlergebnisse nicht in betrĂŒgerischer Absicht verĂ€ndern wĂŒrde, griff eine groĂe und wĂŒtende Menschenmenge - darunter viele Personen, die der Angeklagte in dem Glauben getĂ€uscht hatte, der VizeprĂ€sident könne und werde die Wahlergebnisse verĂ€ndern - das Kapitol gewaltsam an und stoppte das Verfahren", heiĂt es in der Anklageschrift. Trump wird dabei vorgeworfen, er habe die Gewalt im Fernsehen verfolgt und Bitten ignoriert, diese eindeutig zu verurteilen. Sein damaliger Vize und jetziger Mitbewerber Pence soll im Prozess ein Kronzeuge sein. "Die heutige Anklage ist eine wichtige Mahnung: Wer sich selbst ĂŒber die Verfassung stellt, sollte niemals PrĂ€sident der Vereinigten Staaten werden", sagte Pence zu der neuen Anklage. Trump muss am Donnerstag vor Gericht erscheinen, seinen Wahlkampf will er aber unvermindert fortsetzen. Kurz vor der erneuten Anklage hatte Trump seine VorwĂŒrfe erneuert, dass es sich um ein politisches Verfahren handele, welches darauf abziele, seine erneute Wahl zum PrĂ€sidenten zu verhindern.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


