Feuerwehr

FW Hannover: Katastrophenschutzübung erfolgreich durchgeführt: Erkenntnisse stärken den Bevölkerungsschutz

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 16:46 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Hannover - Die Feuerwehr Hannover hat am Samstag, 7. November 2026, gemeinsam mit den am Katastrophenschutz beteiligten Hilfsorganisationen und weiteren Partnern eine groß angelegte Katastrophenschutzübung im Stadtgebiet erfolgreich durchgeführt. Im Mittelpunkt der Übung stand die Bewältigung eines länger andauernden Stromausfalls in Teilbereichen Hannovers und seiner Auswirkungen auf die Bevölkerung sowie die kritische Infrastruktur.
FW Hannover: Katastrophenschutzübung erfolgreich durchgeführt: Erkenntnisse stärken den Bevölkerungsschutz - Bild: presseportal.de

110 Einsatzfahrzeuge und Rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen (Arbeiter Samariter Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Johanniter Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst), dem Technischen Hilfswerke und weiteren Partnern (z.B. Diakovere Friederiken Stift und Enercity) wirkten an der Übung mit. An verschiedenen Standorten im Stadtgebiet wurden unter möglichst realistischen Bedingungen unterschiedliche Einsatzszenarien trainiert und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen erprobt.

Ein besonderer Schwerpunkt der Übung lag auf dem erstmaligen zeitgleichen Aufbau aller 43 Notfallinformationspunkte (NIP) im Stadtgebiet Hannover. Die NIP dienen der Bevölkerung insbesondere bei länger andauernden Stromausfällen als wohnortnahe Anlaufstellen. Bürger*innen erhalten dort verlässliche Informationen zur aktuellen Lage und es können Hilfeersuchen abgesetzt werden. Der erstmalige Aufbau aller Standorte verlief erfolgreich. Die technische Ausstattung der Notfallinformationspunkte konnte unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden und steht für den Einsatzfall zur Verfügung. Der Fokus liegt nun auf der weiteren Vorbereitung der personellen Besetzung. Da die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei länger andauernden Schadenslagen vorrangig in anderen Einsatzbereichen benötigt werden, ist für einen länger andauernden Betrieb der Notfallinformationspunkte die Unterstützung durch Mitarbeitende aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung sukzessive vorgesehen. Hierfür laufen bereits umfangreiche Vorbereitungen, die unter anderem die Qualifizierung und Schulung der vorgesehenen Mitarbeitenden umfassen. Ziel ist es, alle Notfallinformationspunkte spätestens ab Jahresmitte 2027 im Ereignisfall schnell und dauerhaft betreiben zu können. Mit dem erfolgreichen Aufbau aller 43 Standorte wurde ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Einsatzbereitschaft des Systems erreicht und die Handlungsfähigkeit der Landeshauptstadt Hannover bei großflächigen Krisenlagen weiter gestärkt.

Weiterhin wurden die Versorgung und Betreuung besonders betroffener, sogenannter vulnerabler Bevölkerungsgruppen, darunter die simulierte Evakuierung eines Pflegeheims in ein notstromversorgtes Krankenhaus als Ersatzpflegeeinrichtung geübt. Für die Übung wurde angenommen, dass eine Pflegeeinrichtung aufgrund des Stromausfalls nicht mehr betrieben werden kann und die Bewohner*innen anderweitig untergebracht werden müssen. Das Diakovere Friederikenstift stellte freie Kapazitäten zur Verfügung, sodass die durch Komparsen dargestellten Pflegebedürftigen mit Krankentransportwagen dorthin gebracht werden konnten. Ein weiterer Bestandteil der Übung war die Versorgung und Betreuung von Bürger*innen, die auf strombetriebene medizinische Hilfsmittel, insbesondere Heimbeatmungsgeräte angewiesen sind. Diese für das Überleben wichtigen Geräte verfügen in der Regel über eine Akkupufferung. Bei einem langanhaltenden Stromausfall ist deren Betriebsdauer jedoch begrenzt. Um auch auf solche Situationen vorbereitet zu sein, wurde im Rahmen der Übung die Verlegung von betroffenen Bürger*innen von verschiedenen Privatadressen in das DIAKOVERE Friederikenstift geübt. Für die Koordination der im Übungsverlauf anfallenden Transporte betrieben die Hilfsorganisationen eine zentrale Führungsstelle. Von dort aus wurden Transportkapazitäten erfasst, Anforderungen koordiniert und Einsatzmittel bedarfsgerecht disponiert.

Auch die Einrichtung und der Betrieb einer Notstromversorgung für Gebäude der kritischen Infrastruktur war Übungsbestandteil. Am Schulzentrum Ahlem wurde durch das Technische Hilfswerk die Stromversorgung mittels externer Generatoren sichergestellt. Hintergrund hierbei ist die Möglichkeit, dass im Krisenfall ausgewählte Gebäude der kritischen Infrastruktur ohne feste Notstromversorgung durch die externe Stromeinspeisung zumindest anteilig weiter betrieben werden können.

Die Koordinierung der umfangreichen Einsatzmaßnahmen wurde durch den Führungsstab der Feuerwehr Hannover sowie eine Technische Einsatzleitung erfolgreich geübt. Die Stabsmitglieder sowie die Führungskräfte der Technischen Einsatzleitung bewerteten fortlaufend die Lage, priorisierten Maßnahmen und trafen Entscheidungen zur Gefahrenabwehr sowie zur Aufrechterhaltung kritischer Versorgungsstrukturen. Hierbei war auch die Einbindung von Enercity als örtlichem Netzbetreiber ein wichtiger Bestandteil der Übung.

Die detaillierte Auswertung der Übung wird in den kommenden Wochen erfolgen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um den Bevölkerungsschutz in der Landeshauptstadt Hannover kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Stimmen zur Übung:

Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Feuerwehrdezernent der Landeshauptstadt Hannover: "Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz ist eine gesamtstädtische Aufgabe und ein wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge. Die heutige Übung hat gezeigt, wie eng Verwaltung, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und weitere Partner im Krisenfall zusammenarbeiten. Mein besonderer Dank gilt den Bürger*innen für ihr Verständnis sowie ihre Akzeptanz während der Übung. Diese Unterstützung trägt wesentlich dazu bei, dass wir unsere Vorbereitungen auf außergewöhnliche Schadenslagen realitätsnah überprüfen und weiterentwickeln können."

Christoph Bahlmann, Direktor der Feuerwehr Hannover: "Ein länger andauernder Stromausfall ist für uns ein zentrales Szenario im Bereich des Krisenmanagements. Dieses Szenario stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Umso wichtiger sind belastbare Konzepte, erprobte Führungsstrukturen und gut ausgebildete Einsatzkräfte. Die heutige Übung hat eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert und professionell die haupt- und ehrenamtlichen Helfer*innen zusammenarbeiten. Für ihren Einsatz, ihre Bereitschaft zur Teilnahme und ihr außergewöhnliches Engagement danke ich allen Beteiligten ausdrücklich."

Rückfragen bitte an:

Feuerwehr Hannover
Pressesprecher
Jörg Rühle
Telefon: 0511 912-1293
E-Mail: Feuerwehr.Pressestelle@Hannover-Stadt.de
https://www.feuerwehr-hannover.de

Original-Content von: Feuerwehr Hannover übermittelt durch news aktuell

http://ots.de/617169

de | polizeimeldungen | 70475202 |