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FW-OLL: Großangelegte Gefahrgutübung bei BÜFA in Altmoorhausen - Kreisgefahrgutbereitschaft des Landkreises Oldenburg trainiert den Ernstfall

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:27 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Hude-Altmoorhausen/ Landkreis Oldenburg - 10. Oktober 2026 10:00 Uhr - Gestalten in voluminösen, grünen Schutzanzügen bewegen sich über das Betriebsgelände. Lediglich große Sichtfenster geben den Blick auf die Gesichter frei. Die aufgeblähten Anzüge lassen die Einsatzkräfte beinahe wie Wesen aus einer anderen Welt erscheinen. Eine durchaus surreal anmutende Szenerie, die sich auf dem Gelände der Firma BÜFA Chemikalien in Altmoorhausen abspielt. Der Hintergrund ist allerdings ernst: Aus einem Tanklastzug tritt kontinuierlich eine größere Menge einer unbekannten Flüssigkeit aus. Eine Armatur an einem der Tanksegmente ist undicht. Da weder die Art des Stoffes noch die von ihm ausgehenden Gefahren bekannt sind, ist besondere Vorsicht geboten. Was zunächst nach einem folgenschweren Gefahrgutunfall klingt, ist glücklicherweise nur das Szenario einer großangelegten Einsatzübung der Kreisgefahrgutbereitschaft des Landkreises Oldenburg.
FW-OLL: Großangelegte Gefahrgutübung bei BÜFA in Altmoorhausen - Kreisgefahrgutbereitschaft des Landkreises Oldenburg trainiert den Ernstfall - Bild: presseportal.de

Das Unternehmen BÜFA, das sich auf den Handel, die Abfüllung, Lagerung und den Transport von Chemikalien spezialisiert hat, stellte sein Betriebsgelände für die Übung zur Verfügung. Am Standort werden unterschiedlichste chemische Stoffe gehandhabt, darunter auch brennbare, ätzende und gesundheitsschädliche Substanzen. Damit bot das Gelände ideale Voraussetzungen, um die besonderen Herausforderungen eines Gefahrguteinsatzes unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

Spezialeinheiten rücken nach und nach an

Gemäß der Übungsplanung wurden die verschiedenen Facheinheiten der Kreisgefahrgutbereitschaft schrittweise alarmiert. Nach ihrem Eintreffen übernahmen die Einsatzkräfte ihre jeweiligen Aufgaben und errichteten die notwendige Infrastruktur. Beteiligt waren die Facheinheiten Personal, Dekontamination und Gefahrgut sowie der Fachzug Information und Kommunikation (IuK).

Während Feuerwehrkräfte den Brandschutz sicherstellten, bereitete die Facheinheit Personal den Einsatz der Trupps vor, die unter schwerem Atemschutz und in vollständig geschlossenen Chemikalienschutzanzügen (CSA) in den Gefahrenbereich vorgehen sollten. Hierfür wurden unter anderem Zelte aufgebaut, in denen sich die Einsatzkräfte geschützt ausrüsten und auf ihre Aufgaben vorbereiten konnten.

Parallel richtete die Facheinheit Dekontamination einen umfangreichen Dekontaminationsplatz mit aufblasbaren Zelten, Auffangwannen und einer speziellen Duschvorrichtung ein. Dort werden Einsatzkräfte nach ihrem Aufenthalt im Gefahrenbereich von möglicherweise anhaftenden Gefahrstoffen gereinigt. Anschließend können sie ihre Chemikalienschutzanzüge kontrolliert ablegen und wieder ihre reguläre Einsatzkleidung anziehen. Die Dekontamination ist ein unverzichtbarer Bestandteil bei Gefahrguteinsätzen, um eine Verschleppung gefährlicher Stoffe zu verhindern.

Erkundung mit Messgeräten, Kameras und Drohne

Im Mittelpunkt der praktischen Übung stand die Erkundung des beschädigten Tanklastzuges. Ein erster Trupp näherte sich dem Fahrzeug unter Chemikalienschutzanzügen und untersuchte die Leckage. Dabei stellten die Einsatzkräfte fest, dass die Flüssigkeit aus einer undichten Armatur an einem der Tanksegmente austrat.

Da zunächst unklar war, um welchen Stoff es sich handelte, mussten die möglichen Gefahren sorgfältig bewertet werden. Hierfür standen unterschiedliche Mess- und Nachweisgeräte sowie Teststreifen zur Verfügung. Mit ihnen lassen sich gefährliche Eigenschaften feststellen und, abhängig vom jeweiligen Stoff, Hinweise auf die Art einer ausgetretenen Substanz gewinnen.

Ergänzend fertigten die vorgehenden Trupps digitale Foto- und Videoaufnahmen an, um die Situation unmittelbar an die Einsatzleitung zu übermitteln. Die gewonnenen Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die weitere Lagebewertung und die Entscheidung über geeignete Maßnahmen zur Eindämmung des Flüssigkeitsaustritts.

Unterstützung erhielt die Einsatzleitung durch den Fachzug Information und Kommunikation (IuK). Dieser nahm seinen Einsatzleitwagen 2 als Führungs- und Kommunikationszentrale in Betrieb. Hier liefen die Informationen der verschiedenen Einheiten zusammen, wurden ausgewertet und für die Koordination der weiteren Einsatzmaßnahmen genutzt.

Zusätzlich kam die Drohnengruppe des IuK-Zuges zum Einsatz. Aus der Luft lieferte sie einen umfassenden Überblick über das Betriebsgelände und die Einsatzstelle. Die Aufnahmen unterstützten die Lagebeurteilung und ermöglichten es der Einsatzleitung, die Entwicklung der Situation aus einer zusätzlichen Perspektive zu verfolgen.

Chemikalienschutzanzüge und Spezialtechnik im Einsatz

Da sich die undichte Armatur nicht ohne Weiteres abdichten ließ, wurde im weiteren Übungsverlauf das Umpumpen der Flüssigkeit aus dem betroffenen Tanksegment vorbereitet. Hierfür kamen weitere speziell ausgerüstete Einsatzkräfte zum Einsatz, die mit geeigneten Pumpen, Schläuchen und Auffangbehältern das sichere Umfüllen der angenommenen Gefahrstoffflüssigkeit trainierten.

Gerade bei solchen Maßnahmen kommt es auf die Auswahl der richtigen Technik an. Abhängig von den Eigenschaften eines Gefahrstoffes müssen beispielsweise chemisch beständige Materialien verwendet werden. Bei brennbaren Flüssigkeiten ist zudem darauf zu achten, mögliche Zündquellen durch den Einsatz geeigneter Geräte und Betriebsmittel zu vermeiden.

Für diese Aufgaben führt die Kreisgefahrgutbereitschaft umfangreiche Spezialausrüstung mit. Dazu gehören neben Mess- und Nachweisgeräten auch unterschiedliche Abdicht- und Auffangsysteme, chemikalienbeständige Pumpen, Schläuche und spezielle Behälter. Ein erheblicher Teil des Materials wurde mit Logistikfahrzeugen an die Einsatzstelle transportiert.

Die große Bandbreite der Ausrüstung ist notwendig, da bei einem tatsächlichen Gefahrguteinsatz Art, Menge und Eigenschaften eines ausgetretenen Stoffes zunächst häufig unbekannt sind. Die Einsatzkräfte müssen deshalb auf unterschiedlichste Situationen vorbereitet sein und ihre Maßnahmen an die jeweiligen Gefahren anpassen.

Zusammenarbeit und Kommunikation im Mittelpunkt

Neben den praktischen Maßnahmen lag ein wesentlicher Schwerpunkt der Übung auf der Koordination und Kommunikation zwischen den beteiligten Facheinheiten und der Einsatzleitung. Von der Alarmierung über die Erkundung und Lagebewertung bis hin zur Durchführung der technischen Maßnahmen mussten zahlreiche Abläufe aufeinander abgestimmt werden.

Dabei wurde deutlich, wie wichtig das Zusammenspiel der unterschiedlichen Spezialisten ist. Während Einsatzkräfte im Gefahrenbereich tätig sind, kümmern sich andere um deren Sicherheit, die Dekontamination, die Bereitstellung von Material oder die Koordination des gesamten Einsatzgeschehens.

Ein wichtiges Ziel der Übung war es deshalb, bestehende Abläufe zu überprüfen, die Zusammenarbeit zu festigen und weitere praktische Erfahrungen im Umgang mit komplexen Gefahrstofflagen zu sammeln.

BÜFA ermöglicht realitätsnahe Ausbildung

Christoph Speckels, Technischer Betriebsleiter bei BÜFA, verfolgte die Übung vor Ort mit großem Interesse. Seitens des Unternehmens wurde die Durchführung einer solchen Großübung auf dem Betriebsgelände ausdrücklich begrüßt. Auch das koordinierte Vorgehen und die Leistungsfähigkeit der spezialisierten Feuerwehrkräfte fanden Anerkennung.

Die Kreisfeuerwehr bedankte sich bei BÜFA für die Bereitstellung des Firmengeländes sowie die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Übung.

"Einsätze mit gefährlichen Stoffen gehören glücklicherweise nicht zu unserem Feuerwehralltag. Umso wichtiger ist es, solche komplexen Szenarien regelmäßig und unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren. Dabei geht es nicht nur um die sichere Handhabung der Spezialtechnik, sondern vor allem um eingespielte Abläufe, klare Kommunikation und eine funktionierende Zusammenarbeit aller beteiligten Einheiten. Die Möglichkeit, auf einem tatsächlichen Betriebsgelände zu üben, ist für uns deshalb besonders wertvoll", erläutert Matthias Witthöft, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Landkreis Oldenburg.

Verpflegung durch die DRK-Bereitschaft Hude

Nach Abschluss der praktischen Übungsmaßnahmen lud die Firma BÜFA alle Einsatzkräfte ein, sich bei einer gemeinsamen Mahlzeit stärken. Für die Verpflegung sorgte die Verpflegungseinheit der DRK-Bereitschaft Hude.

Auf dem Speiseplan stand eine eigens kreierte, kräftige Bolognese mit zusätzlichem Speck, Paprika und Erbsen, serviert mit Nudeln. Die Feldköchin hatte ihrer Kreation den passenden Namen "Altmoorhauser Mettsoos" gegeben. Als vegane Alternative wurde eine Erbsensuppe angeboten. Auch die Getränkeversorgung übernahmen die DRK-Kräfte.

Mit der gemeinsamen Verpflegung fand die umfangreiche Gefahrgutübung ihren Abschluss. Für die beteiligten Einsatzkräfte bot sie eine wertvolle Gelegenheit, ihr Fachwissen zu vertiefen, die Zusammenarbeit über die eigenen Einheiten hinaus zu stärken und die Einsatzbereitschaft für außergewöhnliche Schadenslagen weiter zu verbessern.

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