Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Duisburg, des PolizeiprÀsidiums Duisburg und des Landesamtes zur BekÀmpfung der FinanzkriminalitÀt NRW
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 13:49 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSDer Polizei Duisburg und dem Landesamt zur BekÀmpfung der FinanzkriminalitÀt ist unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Duisburg am Mittwoch (30.September) ein entscheidender Schlag gegen die organisierte KriminalitÀt gelungen.
Auf einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag (1. Oktober) haben der Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen (Dr. Benjamin Limbach), der Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen (Herbert Reul), der Leiter der Staatsanwaltschaft Duisburg (Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Gunnar Greier), der PrĂ€sident der Duisburger Polizei (Alexander Dierselhuis), die Leiterin des Landesamtes zur BekĂ€mpfung der FinanzkriminalitĂ€t (Stephanie Thien), Oberstaatsanwalt Nils Wille (Pressedezernent der Staatsanwaltschaft Duisburg), der PolizeifĂŒhrer des Einsatzes (Leitender Kriminaldirektor Robert Herrmann) und die Leiterin der Ermittlungen (KriminaloberrĂ€tin Lilli Jahnke) ĂŒber das Verfahren und die Einsatzbilanz berichtet.
Die Ermittlungsverfahren richten sich gegen insgesamt 71 Beschuldigte, darunter Verantwortliche eines bundes- und europaweit tĂ€tigen GeldwĂ€schenetzwerks und hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung. Ihnen werden insbesondere die Bildung einer kriminellen Vereinigung, erpresserischer Menschenraub, rĂ€uberische und gewerbsmĂ€Ăige Erpressung, banden- und gewerbsmĂ€Ăiger Betrug und gewerbsmĂ€Ăige GeldwĂ€sche vorgeworfen. Daneben wird wegen Waffendelikten, Körperverletzung und VerstöĂen gegen die Abgabenordnung (Steuerhinterziehung) ermittelt.
Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Benjamin Limbach: "FĂŒr mich gilt angesichts der Dimensionen ganz klar: Null Toleranz bei Organisierter KriminalitĂ€t. Die Strukturen wirken oft nach auĂen hin harmlos. Mit Firmen, mit Immobilien, mit sauberen Fassaden, dahinter verbergen sich aber Gewalt, EinschĂŒchterung und Betrug. Und dieses Geld fehlt am Ende uns allen: dem ehrlichen Handwerker, dem Mittelstand, dem Staat. Deshalb sage ich: Wer Verbrechen organisiert, dem nehmen auch wir alles. Wenn wir das Geld abschöpfen, trifft das die Kriminellen dort, wo es ihnen wirklich wehtut."
Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul: "Das war ein europaweiter Schlag gegen ein Netzwerk, das mit Gewalt, RockerkriminalitĂ€t und schmutzigem Geld arbeitet. Unsere Ermittler haben die kleine Spur aufgenommen und am Ende die schweren Jungs frĂŒh morgens aus ihren TrĂ€umen geholt. Wir bleiben dran. Wir verfolgen die Spuren, zerlegen die Strukturen und machen klar. Solche GeschĂ€fte haben in Nordrhein-Westfalen keinen Platz."
Dem GroĂeinsatz, der zeitgleich in Nordrhein-Westfalen, in den BundeslĂ€ndern Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und dem europĂ€ischen Ausland (Belgien, Bulgarien, Niederlande) stattfand, liegt jahrelange Ermittlungsarbeit und eine mehrere Monate andauernde Planungsphase zu Grunde.
Nach intensiven Ermittlungen konnten 14 Haftbefehle, unter anderem gegen fĂŒhrende Personen einer Rockergruppierung, und ĂŒber 140 Durchsuchungsanordnungen vollstreckt werden. Daneben wurden erhebliche Vermögenswerte gesichert, indem mehrere GrundstĂŒcke, hochwertige Fahrzeuge und andere LuxusgĂŒter sowie Konten und GeschĂ€ftsanteile beschlagnahmt wurden. Insgesamt sind Asservate in einer mindestens vierstelligen Zahl sichergestellt worden. Der Einsatz dauert seit den frĂŒhen Morgenstunden des 30. September insbesondere aufgrund des immensen Umfangs der sichergestellten Beweismittel bis zum heutigen Tage an.
An dem Einsatz waren weit mehr als 1700 EinsatzkrĂ€fte von Staatsanwaltschaft Duisburg, Polizei- und Finanzbehörden beteiligt, darunter KrĂ€fte mehrerer BundeslĂ€nder und des Bundes, Spezialeinheiten, Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten, IT-Experten und mehr als 50 SpĂŒrhunde. Alle festgenommenen Beschuldigten wurden einem Haftrichter des Amtsgerichts Duisburg vorgefĂŒhrt und befinden sich nun in Untersuchungshaft.
Die Polizei Duisburg hat ein Hinweistelefon eingerichtet, das ĂŒber die Rufnummer 0203-280-3333 zu erreichen ist. Wenn Sie Hinweise zu GeschĂ€digten dieser Gruppierung geben können oder selbst unmittelbar oder mittelbar betroffen sind, bislang aber keinen Kontakt zu Ermittlungsbehörden aufgenommen haben, nutzen Sie das Hinweistelefon.
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