POL-GÖ, Gewalt

(454 / 2024) Kein Platz fĂŒr hĂ€usliche Gewalt - Orangene Bank mit klarer Botschaft steht jetzt vor der Polizeiinspektion in Göttingen-Weende

27.11.2024 - 14:41:37

Göttingen - GÖTTINGEN (ckr/jk) - Menschen, die sich in hĂ€uslicher AtmosphĂ€re gewalttĂ€tig zeigen, können es sich vor und in der Polizeiinspektion (PI) Göttingen nicht gemĂŒtlich machen! Dies macht eine auffallend orangene Bank vor der Dienststelle der Polizeiinspektion Weende seit Mittwoch (27.11.24) deutlich.

Mit Aufstellung der Bank reiht sich die PI Göttingen in die anderen Inspektionen der Polizeidirektion Göttingen ein. Die Sitzgelegenheiten mit "klarer Botschaft", die dauerhaft vor den Dienststellen verbleiben, wurden von der Behörde im Rahmen mehrerer Aktionen rund um den "Orange Day" zur VerfĂŒgung gestellt (siehe auch Pressemitteilung der Polizeidirektion Göttingen vom 25.11.24 unter https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/7452/5916321).

Zum Hintergrund/Fallzahlen "HĂ€usliche Gewalt" steigen weiter an

Die Zahlen in Verbindung mit hÀuslicher Gewalt (hG) stiegen in der PI Göttingen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 1.282 VorfÀlle in diesem Deliktsfeld bearbeitet, verglichen mit 1.215 im Jahr 2022.

Was ist "HĂ€usliche Gewalt"?

Im Rahmen der erweiterten Definition "HÀusliche Gewalt", fallen unter diesen Begriff nicht nur Gewalttaten zwischen Partnern (780 Delikte in 2023), sondern auch innerfamiliÀre Gewalt (347 Delikte in 2023) sowie Delikte ohne direkte Opfer (176 Delikte in 2023), wie etwa DiebstÀhle innerhalb der Familie.

"HÀusliche Gewalt ist absolut inakzeptabel und darf auch unter Beachtung ethnischer Grundprinzipien unter keinen UmstÀnden geduldet werden. Die intensive, interdisziplinÀre BekÀmpfung dieser Delikte bleibt eine zentrale Aufgabe der Polizei und steht auch im Jahr 2024 im Mittelpunkt unserer kriminalistischen Arbeit. Die Sicherheit im Handeln der PolizeikrÀfte sowie die intensive Kooperation mit allen festgelegten Netzwerkpartnern spielen weiterhin, wie entsprechende GewaltprÀvention, eine entscheidende Rolle bei der BekÀmpfung dieser Taten", hatte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, Kriminaldirektor Oliver Tschirner, im MÀrz dieses Jahres angesichts der Fallzahlenentwicklung bei Bekanntgabe der "Polizeilichen Kriminalstatistik 2023" (siehe Pressemitteilung unter https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/5736226) betont.

Gemeinsames Netzwerk gegen "HĂ€usliche Gewalt"

Seit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes 2004 haben sich im Bereich Göttingen mehrere Behörden wie Jugendamt, Staatsanwaltschaft und Polizei, aber auch Beratungsstellen wie der Frauen-Notruf oder Hilfeeinrichtungen wie das Frauenhaus und die Opferhilfe zu einem Verbund zusammengeschlossen, um die BekÀmpfung von hÀuslicher Gewalt voranzubringen.

Das Ende 2022 mit einer Kooperationsvereinbarung manifestierte Netzwerk im Bereich von Stadt und Landkreis Göttingen (siehe auch https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/5401077) arbeitet eng zusammen, um GewaltvorfĂ€lle im Kontext von hĂ€uslichen und familiĂ€ren Bereichen vorzubeugen bzw. zu bekĂ€mpfen. Die Verdichtung und Ausweitung des Netzwerks mit verschiedensten im Thema arbeitenden Menschen fĂŒhrte mit der Umsetzung der Kooperationsvereinbarung zu einem noch engeren Austausch.

Das Netzwerk der ermittelnden und auch beratend tĂ€tig werdenden Organisationen fĂŒhrt zu einem effektiv und schneller handelndem Umgang mit hĂ€uslicher Gewalt: "Die Zahl der Straftaten im Kontext mit hĂ€uslicher Gewalt sind nicht nur angestiegen, auch die IntensitĂ€t solcher Delikte ist schĂ€rfer und gefĂ€hrlicher fĂŒr die Opfer geworden," so Kriminaldirektor Oliver Tschirner.

Fallmanagement "HochrisikofÀlle"

Kommt es zu einer Bedrohungslage sehr ernsten Ausmaßes, sprich gefĂ€hrlicher Körperverletzung oder gar der Bedrohung mit der Tötung, so schließt sich in kĂŒrzester Zeit das "Fallmanagement HochrisikofĂ€lle" (HRF) zusammen. Zu dem HRF gehören neben der Polizei als ermittelnde Behörde auch die Staatsanwaltschaft, der Frauen-Notruf, das Frauenhaus, das OpferhilfebĂŒro und, sollten Kinder mitbetroffen sein, auch das Jugendamt der Stadt oder des Landkreis Göttingen. Sie kommen in PrĂ€senz oder online zusammen, um schnelle Maßnahmen zu koordinieren. Die Einberufung eines HRF liegt beim 1. Fachkommissariat (FK) der PI Göttingen.

"Effektiver und hilfreicher Austausch im Sinne der Opfer"

Die Leiterin des 1. FK, Erste Polizeihauptkommissarin Margret Reinecke, spricht von einem sehr effektiven und hilfreichen Austausch im Sinne der Opfer. In Zeiten, in denen keine Akut-Lage zu bearbeiten ist, trifft sich das Fallmanagement viermal im Jahr zu periodischen Terminsitzungen. Dabei wird das Vorgehen in GewaltvorfĂ€llen immer wieder aufeinander abgestimmt und ĂŒber mögliche Maßnahmen gesprochen. Daneben gibt es regionale Arbeitskreise (AK), in denen Mitwirkende des Netzwerkes regelmĂ€ĂŸig zu einem Austausch zusammenkommen.

VierteljĂ€hrlich treffen sich die AK in Hann. MĂŒnden, Duderstadt, Osterode und auch in Göttingen. Um alle Regionen untereinander zu vernetzen und die Austausche möglich zu machen, ist bei der PI Göttingen der Aufgabenbereich "Ansprechpartnerin hG PrĂ€vention" mit Polizeihauptkommissarin Corinna Klaus-Rosenthal besetzt worden. Durch sie bleibt das Netzwerk stets in Kontakt und im engen Austausch.

Die BekÀmpfung von hÀuslicher Gewalt ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Polizeiarbeit und bietet TÀter*Innen keinen Platz! Die orangefarbene Bank, die jetzt neu vor der Polizeidienststelle aufgestellt ist, soll dies symbolisch verdeutlichen.

Am Fototermin am Mittwoch (27.11.24) nahmen rund 20 Vertretende des gemeinsamen Organisations-Netzwerkes teil.

RĂŒckfragen bitte an:

Polizeiinspektion Göttingen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jasmin Kaatz
Otto-Hahn-Straße 2
37077 Göttingen
Telefon: 0551/491-2017
Fax: 0551/491-2010
E-Mail: [email protected]
http://www.pi-goe.polizei-nds.de

Original-Content von: Polizeiinspektion Göttingen ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5a4e70

@ presseportal.de