Schwarzarbeit

HZA-F: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Hauptzollamtes Frankfurt am Main

18.03.2026 - 13:00:15 | presseportal.de

Frankfurt am Main - Organisierte Schwarzarbeit im Abbruchgewerbe Vier Haftbefehle vollstreckt und 37 GeschÀftsrÀume und Wohnungen bundesweit durchsucht

HZA-F: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Hauptzollamtes Frankfurt am Main - Foto: presseportal.de

Frankfurt am Main

Das regionale Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Frankfurt am Main durchsuchte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main heute nach bereits umfangreich durchgefĂŒhrten Ermittlungen bundesweit 37 GeschĂ€ftsrĂ€ume und Wohnungen. Rund 380 EinsatzkrĂ€fte waren an den Maßnahmen in sechs BundeslĂ€ndern mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet und SĂŒdhessen beteiligt. Dabei wurden vier Haftbefehle und vier Vermögensarreste vollstreckt und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Durchsuchungen fanden u. a. in Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Wiesbaden, Bielefeld, WĂŒrselen, Wiesloch, Schwetzingen, Eisenberg, Halle, Aichach und im Odenwaldkreis statt.

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 31 Personen im Alter von 21 bis 61 Jahren, darunter 29 MĂ€nner und zwei Frauen. Es besteht der Verdacht des - teilweise bandenmĂ€ĂŸigen - Vorenthaltens und Veruntreuens von SozialversicherungsbeitrĂ€gen, der Steuerhinterziehung sowie der Beihilfe zu vorgenannten Straftaten.

Im Fokus der Ermittlungen stehen die Betreiber eines Bauunternehmens, welche hauptsĂ€chlich Abrissarbeiten durchfĂŒhren und im gesamten Bundesgebiet seit 2020 Leistungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro erbrachten.

Hier besteht der Verdacht, dass in betrĂ€chtlichem Umfang Löhne "schwarz" ausgezahlt wurden. Um diese Schwarzlohnzahlungen zu verschleiern, sollen sich die Beschuldigten Scheinrechnungen sogenannter Servicefirmen bedient und damit Subunternehmerleistungen vorgetĂ€uscht haben, die jedoch nie erbracht wurden. TatsĂ€chlich soll das Geld nach Begleichung der Scheinrechnungen bar abgehoben und an die Betreiber des Bauunternehmens zurĂŒckgezahlt worden sein, die es dann zur Zahlung von Schwarzlöhnen verwendet haben sollen. Der bisher ermittelte Umfang der angekauften Scheinrechnungen belĂ€uft sich auf ĂŒber 12 Millionen Euro.

Die Ermittlungen richten sich insoweit auch gegen mehrere Beschuldigte, die an dem Betrieb dieser Servicefirmen beteiligt sind oder waren.

Der bisher ermittelte Gesamtschaden fĂŒr die TrĂ€ger der Sozialversicherung und den Fiskus belĂ€uft sich auf rund 7,8 Millionen Euro.

Zur vorlĂ€ufigen Sicherung von Vermögenswerten wurden durch das Gericht Arreste in die Vermögen der Beschuldigten und deren Firmen in Höhe von insgesamt rund 8,4 Millionen Euro angeordnet, die im Zuge des Einsatzes durch PfĂ€ndungen vollstreckt wurden. Hierbei kam es bereits zur PfĂ€ndung beweglicher Vermögenswerte wie Bargeld in fĂŒnfstelliger Höhe und hochwertiger Fahrzeuge.

Im Rahmen des Einsatzes wurden weitere Zufallsfunde, darunter Cannabis in nicht geringer Menge und Munition sichergestellt sowie ein Fall des unerlaubten Aufenthaltes festgestellt.

Neben dem Hauptzollamt Frankfurt am Main waren EinsatzkrĂ€fte zwölf weiterer HauptzollĂ€mter, StaatsanwĂ€lte sowie die Steuerfahndung Frankfurt am Main an den Maßnahmen beteiligt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Frankfurt am Main sowie des regionalen Ermittlungszentrums der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern an.

Hintergrundinfos:

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls ermittelt u.a. gegen schwere Formen der organisierten WirtschaftskriminalitĂ€t, wie den sogenannten Kettenbetrug. Hierbei werden Servicefirmen als reine Rechnungsaussteller genutzt. Diese Firmen erbringen keine Bauleistungen, sondern stellen fingierte Rechnungen aus, um GeldflĂŒsse zu tarnen und Bargeld fĂŒr Schwarzlohnzahlungen zu generieren. Dies schĂ€digt nicht nur die Sozialkassen massiv, sondern verzerrt auch den fairen Wettbewerb in der Baubranche.

RĂŒckfragen bitte an:

Dominik Mies
Oberstaatsanwalt

Pressesprecher

Staatsanwaltschaft Frankfurt
Hahnstraße 25
60528 Frankfurt am Main

Tel.: (069) 1367 - 8450
Fax: (0611) 327619 - 102
E-Mail: dominik.mies@sta-frankfurt.justiz.hessen.de
pressestelle@sta-frankfurt.justiz.hessen.de

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