HZA-KI: Kokain im Kindersitz versteckt - Zoll stellt mehr als ein Kilogramm Kokain auf der A7 sicher
02.06.2026 - 12:14:37 | presseportal.de
Die Zöllnerinnen und Zöllner hatten den Pkw mit dĂ€nischer Zulassung am spĂ€ten Abend auf der A7 aus dem flieĂenden Verkehr zur Kontrolle auf den Rastplatz Ohe Ost geleitet. Die beiden Fahrzeuginsassen gaben an, als Paar einen Urlaub in Amsterdam verbracht zu haben und nun nach DĂ€nemark zurĂŒckkehren zu wollen.
Im Kofferraum entdeckten die EinsatzkrĂ€fte fĂŒnf verschweiĂte Kunststoffbeutel mit einer zunĂ€chst unbekannten Substanz. Die Reisenden erklĂ€rten, es handele sich um eine Backzutat aus einer Amsterdamer BĂ€ckerei. NĂ€here Angaben zum Kauf oder entsprechende Nachweise konnten sie jedoch nicht vorlegen. Erste Drogenschnelltests verliefen negativ. Eine anschlieĂende Analyse ergab, dass es sich um insgesamt rund 5,14 Kilogramm Procainhydrochlorid handelte.
Da die Angaben nicht plausibel erschienen und die Herkunft der Substanz unklar blieb, wurde die Kontrolle vertieft. Auf der Dienststelle untersuchten die Zöllnerinnen und Zöllner das Fahrzeug genauer. Die RauschgiftspĂŒrhĂŒndin Akira zeigte dabei einen auf der RĂŒckbank befindlichen Kindersitz sowie den RĂŒcksitzbereich eindeutig an.
Unter dem Bezug des Kindersitzes entdeckten die EinsatzkrĂ€fte schlieĂlich ein Paket mit rund 1,148 Kilogramm Kokain. Ein Drogenschnelltest bestĂ€tigte anschlieĂend den Verdacht. Der geschĂ€tzte StraĂenverkaufswert liegt bei rund 80.000 Euro.
"TĂ€ter nutzen immer wieder ungewöhnliche Schmuggelverstecke, um Drogen ĂŒber die Grenze zu bringen. Deshalb beschrĂ€nken sich unsere Kontrollen nicht auf GepĂ€ck oder KofferrĂ€ume. Auch Fahrzeugverkleidungen, Sitze oder wie in diesem Fall Kindersitze werden gezielt ĂŒberprĂŒft", so Gabriele Oder, Sprecherin des Hauptzollamts Kiel.
Die beiden Beschuldigten wurden vorlĂ€ufig festgenommen und am Folgetag dem Haftrichter vorgefĂŒhrt. Gegen den 30-jĂ€hrigen Mann wurde Untersuchungshaft angeordnet. Die 30-jĂ€hrige Frau wurde unter Auflagen entlassen.
"Mehr als ein Kilo Kokain ist bereits ein erheblicher Aufgriff. Der zusĂ€tzliche Fund von ĂŒber fĂŒnf Kilo Streckmittel verleiht diesem Fall jedoch eine ganz andere GröĂenordnung", so Oder weiter.
Die weiteren Ermittlungen fĂŒhrt das Zollfahndungsamt Hamburg, Dienstsitz Kiel, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel.
FĂŒr die Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskrĂ€ftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Zusatzinformation:
Procainhydrochlorid ist ein Arzneistoff, der in der Medizin als örtliches BetĂ€ubungsmittel eingesetzt wird. In der BetĂ€ubungsmittelkriminalitĂ€t wird die Substanz regelmĂ€Ăig als Streckmittel fĂŒr Kokain verwendet.
Durch das Beimischen solcher Stoffe versuchen TÀter, die Menge der spÀter gehandelten Ware zu erhöhen und höhere Gewinne zu erzielen.
RauschgiftspĂŒrhunde des Zolls werden speziell auf verschiedene BetĂ€ubungsmittel trainiert. Dank ihres hochentwickelten Geruchssinns können sie selbst kleinste Mengen erschnĂŒffeln und tragen regelmĂ€Ăig zur Aufdeckung von Drogenschmuggel bei.
Gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Kiel und Hauptzollamt Kiel.
RĂŒckfragen bitte an Hauptzollamt Kiel (s. unten)
oder:
Staatsanwaltschaft Kiel
Michael Bimler
michael.bimler@staki.landsh.de
T 0431/604-3009
RĂŒckfragen bitte an:
Hauptzollamt Kiel
Gabriele Oder
Telefon: 0431-20083-1106
Mobil: 016091162783
E-Mail: presse.hza-kiel@zoll.bund.de
www.zoll.de
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