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Anstieg rechtsextremistischer Gewalt in Berlin

22.02.2020 - 16:41:44 | ad-hoc-news.de

In Berlin ist im Jahr 2019 die Zahl von rechtsextremistischen Gewalttaten um ein FĂŒnftel gestiegen, wie aus einer Verlautbarung des Innenressorts hervorgeht.

Rechtsextreme - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Andreas Geisel (SPD) nannte als Berlins Innensenator am 22. Februar 2020 dem „Tagesspiegel am Sonntag“ diese Zahl. Es seien insgesamt acht Prozent mehr Straftaten – nicht alle sind Gewalttaten – bei der durch rechte Einstellungen motivierten politischen KriminalitĂ€t zu verzeichnen gewesen. Der Berliner Innensenator Ă€ußerte sich sehr besorgt ĂŒber den Anstieg der rechten Gewalt. Er nannte ihn „besonders beunruhigend“. So seien im Jahr 2019 in Berlin insgesamt 1.932 rechtsmotivierte Straftaten zur Anzeige gebracht worden. Im Jahr 2018 waren es 1.789 Straftaten gewesen, wie der Tagesspiegel weiter berichtet. Unter den rechten Straftaten gab es 153 Gewaltdelikte, im Jahr 2018 hatten die Berliner Behörden 128 derartige FĂ€lle gezĂ€hlt. Die jĂŒngsten Zahlen seien bemerkenswert hoch, so Geisel. Er verwies gleichzeitig auf die AufklĂ€rungsquote, die bei der rechtsmotivierten KriminalitĂ€t 37,7 Prozent betrage, was 1,7 Prozent mehr seien als noch 2018. Der SPD-Politiker nannte auch Ursachen. Das Erstarken von rechtspopulistischen Parteien und die Verbreitung ihrer Propaganda wĂŒrden die Demokratie und den Rechtsstaat angreifen, so der Berliner Politiker. Konkret benannte er die AfD als derzeit stĂ€rksten TrĂ€ger des deutschen Rechtspopulismus. Mit ihrer Hetze sei sie fĂŒr die Taten mitverantwortlich, denn sie lege den NĂ€hrboden dafĂŒr, so Geisel weiter. Die Rechtsextremisten fĂŒhlen sich nach seiner Auffassung dadurch ermutigt, auf Worte Taten folgen zu lassen. In Bezug auf den rechtsextremistischen Anschlag in Hanau Ă€ußerte Berlins Innensenator, dass er keinen Anlass fĂŒr eine GesetzesverschĂ€rfung sehe. Solche Forderungen kĂ€men nach derartigen Taten immer schnell auf, doch man wisse nicht, ob schĂ€rfere Gesetze den TĂ€ter aufgehalten hĂ€tten. Geisel schlĂ€gt stattdessen vor, die Polizei weiter umzustrukturieren. Vor allem der Staatsschutz mĂŒsse im Bereich des Rechtsextremismus deutlich besser aufgestellt werden. Die zustĂ€ndige Abteilung solle mehr Beamte und Technik bekommen. Der SPD-Politiker hĂ€lt aber insgesamt die deutschen Sicherheitsbehörden fĂŒr bestens aufgestellt. Nur sei eben eine hundertprozentige Sicherheit niemandem zu versprechen, so Berlins Innensenator.

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