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Gemeinsam gegen miese Tricks fieser BetrĂŒger

15.12.2023 - 17:07:08

Kaiserslautern - "Hörst du mich, Mama? Ich hab jemand totgefahren, du musst mir helfen..." - UngefĂ€hr so beginnen die SĂ€tze am Telefon, mit denen die angebliche Tochter Geld von Ă€lteren Menschen einfordert. Mit stammelnder und drĂ€ngender Stimme gaukelt sie eine Notlage vor und will die Senioren dazu bringen, Geld und Schmuck (oder andere Wertsachen) einem Abholer zu ĂŒbergeben. "Schockanruf" nennt die Polizei diese Betrugsmasche. Gerade erst haben die Ermittler in Rheinland-Pfalz 34 solcher Straftaten registriert, in vier FĂ€llen haben die TĂ€ter insgesamt 200.000 Euro erbeutet.

Ein kleines Puzzle-Steinchen, um solche BetrĂŒgereien kĂŒnftig einzudĂ€mmen, sind sogenannte Anti-Betrugs-UmschlĂ€ge: Mit den Warnungen "SchĂŒtzen Sie Ihr abgehobenes Geld" und "Vorsicht Betrugsgefahr!" prangen zwei deutlich lesbare Appelle in roter Schrift auf dem Briefumschlag. Weitere aufgedruckte Fragen beschreiben die betrĂŒgerischen Vorgehensweisen. Die Anti-Betrugs-UmschlĂ€ge werden ab sofort bei der Sparkasse Kaiserslautern eingesetzt. Am Donnerstag stellten Vertreterinnen und Vertreter der Sparkasse, Stadtverwaltung, Seniorenvertretungen und Polizei die Anti-Betrugs-UmschlĂ€ge der Öffentlichkeit vor.

"Es ist eine einfache und schnell umsetzbare Methode, um es BetrĂŒgern wenigstens an dieser Stelle schwerer zu machen", beschreibt Kai Landes, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kaiserslautern, die Absicht.

Die Zusammenarbeit mit Stadt, Polizei und Seniorenvertretungen wie GemeindeschwesterPlus lobte der Sozialdezernent und Beigeordnete des Landkreises Kaiserslautern Peter Schmidt. "Geben Sie diese Informationen an alle erreichbaren Seniorengruppen weiter", ermunterte Schmidt und berichtete von einem Fall aus seinem eigenen Umfeld.

Auf PrĂ€vention setzt auch Hans KĂ€stner, seit November Leiter des PolizeiprĂ€sidiums Westpfalz. "Wir gehen da mit Manpower rein", kĂŒndigte er an, denn es gehe darum, Ă€ltere Menschen, "die so viel in ihrem Leben fĂŒr die Gesellschaft getan haben, mit allen KrĂ€ften zu schĂŒtzen". Es dĂŒrfe keinen Platz geben fĂŒr die brutalen Vorgehensweisen der BetrĂŒger, die sogenannten Keiler, die mit psychologischen Tricks wie stundenlanges quĂ€lendes Einreden auf die Opfer Ängste schĂŒren und so deren GutmĂŒtigkeit und Gutherzigkeit ausnutzen wollen.

"Die Bankmitarbeiter selbst legen mehr Beachtung auf ein situatives GespĂŒr: Hebt ein Stammkunde einen wesentlich höheren Betrag ab als sonst? Ist der Kunde, die Kundin, ĂŒber GebĂŒhr nervös?" Man sei sensibilisiert fĂŒr solche Gefahren, sagte Steffi Stammwitz, stellvertretende Leiterin des Sparkassen-Kundenservice Am Altenhof. Gleichzeitig beschreibt sie das psychologische PhĂ€nomen, dass Kunden nur sehr schwer davon zu ĂŒberzeugen seien, dass es sich möglicherweise um einen Betrugsversuch handelt.

Helga BĂ€cker vom Seniorenbeirat der Stadt Kaiserslautern und Liane Kampmann von der Leitstelle Älterwerden des Landkreises Kaiserslautern verwiesen auf spontane und dauerhafte Informationsveranstaltungen, die sowohl privat organisiert als auch institutionalisiert angeboten werden. |erf

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