Keine Toleranz fĂŒr Korruption
23.01.2020 - 14:44:08 | ad-hoc-news.de
Die Arbeitsgruppe des EU-Parlaments zur BekĂ€mpfung der Korruption mahnt ein entschiedeneres Vorgehen der EU gegen Das PhĂ€nomen der Bestechung in den MitgliedslĂ€ndern der EU. Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe, der GrĂŒnen-Politiker Daniel Freund, fordert in einem Interview mit dem Nachrichtenportal T-Online die Anwendung von Sanktionen gegen EU-Mitglieder, die sich nicht an die Anti-Korruptionsregelungen der EU halten. Es kann nicht sein, dass âkorrupte Oligarchenâ sich an EU-Fördermitteln bereichern und damit die europĂ€ischen BĂŒrger schĂ€digen, so Freund.
Besonders im Blick hat der Korruptionsexperte dabei die EU-Mitgliedsstaaten Polen und Ungarn. In einer Studie von Transparency International, rangieren diese beiden LĂ€nder EU-weit auf den beiden letzten PlĂ€tzen. Angesichts der Justizreform in Polen und den aktuellen Entwicklungen im politischen System Ungarns, sei es nicht zu erwarten, dass sich die polnische und ungarische Regierung im Kampf gegen die Korruption im eigenen Land engagieren wĂŒrden. Korruption ist lĂ€ngst kein PhĂ€nomen der Schwellen- und EntwicklungslĂ€nder mehr, auch innerhalb der EU sieht die EU-Arbeitsgruppe erheblichen Handlungsbedarf. Der Kampf gegen Korruption erfordert ânurâ die Anwendung der bestehenden EU-Richtlinien.
Mit Verweis auf die Entwicklungen bei der Osterweiterung der EU, zog der GrĂŒnen-Politiker ein positives Fazit der damaligen Kommissionspolitik. Die Beitrittsstaaten hĂ€tten damals erhebliche Fortschritte bei der KorruptionsbekĂ€mpfung vorzuweisen gehabt. Die EU-Kommission mĂŒsse allerdings die aktuellen Tendenzen in den Mitgliedsstaaten aufmerksam beobachten. Es ist nicht korrekt, wenn Beitrittskandidaten nach hĂ€rteren Kriterien beurteilt werden, wie Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft. In dem Korruptionsindex von Transparency International, der am Donnerstag der Ăffentlichkeit vorgestellt wurde, belegt Deutschland unter 180 gerankten Nationen den neunten Platz. Mit 80 von maximal 100 Punkten, liegt die Bundesrepublik im europĂ€ischen Vergleich hinter den skandinavischen LĂ€ndern und der Schweiz. Mit 87 Punkten belegt mit DĂ€nemark ein EU-Mitglied, punktgleich mit Neuseeland, den ersten Platz. Auf den hinteren PlĂ€tzen der Rangliste von Transparency International finden sich, wie in den vergangenen Jahren auch, die aktuellen Krisenregionen Syrien, Sudan und Somalia. Ohne einen funktionierenden Staatsapparat als Kontrollorgan wird Korruption zum AlltagsphĂ€nomen.
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