PP Ravensburg: Gemeinsame Pressemitteilung des Landratsamts Ravensburg und des PolizeiprÀsidiums Ravensburg vom 12.06.2025
12.06.2025 - 10:30:52Anfang Juni haben sich Vertreterinnen und Vertreter des Landratsamts und FĂŒhrungskrĂ€fte des PolizeiprĂ€sidiums Ravensburg zur dritten gemeinsamen Sicherheitskonferenz getroffen, um sich ĂŒber die aktuelle Sicherheitslage auszutauschen und verbindende Kernthemen zu beraten.
Nach der BegrĂŒĂung durch Landrat Harald Sievers stellte PolizeiprĂ€sident Uwe StĂŒrmer anhand des kĂŒrzlich fĂŒr den ZustĂ€ndigkeitsbereich des PolizeiprĂ€sidiums Ravensburg veröffentlichten Sicherheitsberichts 2024 (abrufbar im Internet unter https://ppravensburg.polizei-bw.de/statistiken/) die KriminalitĂ€tslage im Landkreis Ravensburg dar. Insgesamt ist dabei ein RĂŒckgang der KriminalitĂ€t von rund 9 % zu verzeichnen, zugleich kann das PolizeiprĂ€sidium Ravensburg die zweithöchste AufklĂ€rungsquote im Land vorweisen. Diese objektiv gute Sicherheitslage in der Region deckt sich jedoch oft nicht mit dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Bevölkerung, das - insbesondere durch einzelne, aber aufsehenerregende schwere Straftaten im öffentlichen Raum - oftmals deutlich negativer belastet ist. Ziel muss sein, hier fortlaufend und faktenbasiert zu informieren, um einer weiteren BeeintrĂ€chtigung des Sicherheitsempfindens entgegenzuwirken.
Sorge bereitet den Behörden eine zunehmende AggressivitĂ€t von Kundinnen und Kunden gegenĂŒber Mitarbeitenden in den verschiedenen Ămtern. Dezernent Reinhard Friedel fĂŒhrte anhand eines Fallbeispiels in die Thematik ein. Neben verbalen Angriffen sind dabei vereinzelt auch TĂ€tlichkeiten zu verzeichnen, die regelmĂ€Ăig eine Intervention durch die Polizei erfordern. Dies geschehe zwar schnell und unkompliziert und die Aggressoren gelangen entsprechend zur Anzeige, jedoch wird man hier auch die eigenen BetriebsablĂ€ufe ĂŒberprĂŒfen und notwendige Sicherheitsvorkehrungen treffen mĂŒssen, um den BeschĂ€ftigten hier bestmöglichen Schutz bieten zu können. Das Referat PrĂ€vention des PolizeiprĂ€sidiums Ravensburg bietet allen Behörden hier kostenfreie Angebote zur Beratung sowohl in bautechnischer Hinsicht als auch zur Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im deeskalierenden Umgang mit auffĂ€lligen Kundinnen und Kunden an.
Nach wie vor Thema ist die Vermeidung von VermisstenfĂ€llen bei Demenzkranken. Korrelierend zur Zunahme von Demenzerkrankten in der Gesellschaft nehmen auch entsprechende FĂ€lle zu, in denen orientierungslose Personen abgĂ€ngig sind. Diese VermisstenfĂ€lle gipfeln regelmĂ€Ăig in umfangreichen polizeilichen SuchmaĂnahmen und erfordern erhebliche personelle und materielle Ressourcen, beispielsweise den Einsatz eines Polizeihubschraubers, notfalls auch zur Nachtzeit. Der Einsatz von elektronischen Tracking-Systemen, die eine Lokalisierung der Vermissten vereinfachen und in den verschiedensten AusfĂŒhrungen auch fĂŒr Privatanwender verfĂŒgbar sind, wĂŒrde hier Entlastung bringen und Demenzkranke vor möglichen Gesundheitsgefahren schĂŒtzen. Hier soll versucht werden, entsprechende Einrichtungen und auch die PflegestĂŒtzpunkte zu schulen und das Thema in die nĂ€chste Pflegekonferenz im Herbst einzubringen. Ziel soll sein, zunĂ€chst in den Einrichtungen die Thematik zu verankern, um von dort in einem zweiten Schritt auch Privatpersonen beraten und unterstĂŒtzen zu können.
Der Umgang mit gefĂ€hrlichen Personen und die Unterbringung psychisch Kranker erfordert oft behördenĂŒbergreifende MaĂnahmen und enge Abstimmungen zwischen verschiedenen Beteiligten aufgrund unterschiedlicher ZustĂ€ndigkeiten. Um hier eine schnelle und gezielte Intervention zu gewĂ€hrleisten, sollen noch in diesem Jahr im Rahmen eines Runden Tischs mit allen Beteiligten ProzessablĂ€ufe festgelegt und somit eine gröĂtmögliche Ausschöpfung des rechtlichen Instrumentariums in derartigen FĂ€llen gewĂ€hrleistet werden.
Dem im vergangenen Jahr neu gegrĂŒndeten Verein "Gemeinsam.Sicher.e.V.", der sich der UnterstĂŒtzung der kommunalen KriminalprĂ€vention verschrieben hat, sind zwischenzeitlich rund 20 Kommunen des Landkreises beigetreten. Hier werben das Landratsamt und das PolizeiprĂ€sidium um weitere UnterstĂŒtzung und um weitere Mitglieder. Erste Projekte sind bereits umgesetzt worden, so beispielsweise PrĂ€ventionsprojekte an Schulen in Weingarten und Amtzell oder die Förderung von "Roten BĂ€nken - kein Platz fĂŒr Gewalt an Frauen".
Die bereits zum dritten Mal durchgefĂŒhrte gemeinsame Sicherheitskonferenz hat sich zwischenzeitlich als fester Bestandteil der behördenĂŒbergreifenden Kooperation zwischen dem Landratsamt Ravensburg und dem PolizeiprĂ€sidium Ravensburg etabliert und hat erneut bestĂ€tigt, dass eine enge Verzahnung und ein gemeinsamer Schulterschluss bei sicherheitsrelevanten Themen unverzichtbar ist.
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