Produktpiraterie, Jahresabschluss

HZA-LÖ: Jahresstatistik des Hauptzollamts Lörrach für das Jahr 2025

13.05.2026 - 07:00:05 | presseportal.de

Lörrach - Gesamteinnahmen von rund 4,2 Milliarden Euro

HZA-LÖ: Jahresstatistik des Hauptzollamts Lörrach für das Jahr 2025 - Foto: presseportal.de
HZA-LÖ: Jahresstatistik des Hauptzollamts Lörrach für das Jahr 2025 - Foto: presseportal.de

Einnahmen von rund 4,2 Milliarden Euro an Zöllen, Einfuhrumsatzsteuer und Verbrauchsteuern konnte das Hauptzollamt Lörrach 2025 verbuchen. Aus der Gesamtsumme entfielen 64 Millionen Euro - 87 Millionen im Vorjahr - auf die reinen Zolleinnahmen, welche an die Europäische Union abzuführen sind, und 3,9 Milliarden Euro - 4,2 Milliarden im Jahr 2024 - auf die Einfuhrumsatzsteuereinnahmen. Die Einnahmen aus Verbrauchsteuern stiegen hingegen 2025 auf 256 Millionen Euro, 18 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Verbrauchsteuern sind nationale Abgaben, die den Verbrauch oder Gebrauch bestimmter Waren belasten. Zu den in Deutschland erhobenen Verbrauchsteuern gehören die Tabaksteuer, Kaffeesteuer, Alkoholsteuer, Alkopopsteuer, Biersteuer, die Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer. Auch die Strom- und Energiesteuereinnahmen sind in diesem Betrag enthalten. Die Kraftfahrzeugsteuer auf Fahrzeuge, welche auf Halterinnen und Halter mit Wohnsitz im Bezirk des Hauptzollamts Lörrach zugelassen sind, wird vom Hauptzollamt Singen eingezogen und verwaltet. Ebenso wird die Alkoholsteuer, die bei den vielen Alkoholherstellungsbetrieben, auch bei den sogenannten Kleinbrennereien im Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamts Lörrach, entsteht und hier von Steueraufsichtsbeamtinnen und -beamten im Außendienst überwacht werden, beim Hauptzollamt Stuttgart erhoben. Die jeweiligen Beträge werden in deren Statistiken erfasst.

Abgaben werden nicht nur an den Grenz- oder Binnenzollstellen, sondern auch über verpflichtende Steuererklärungen von Betrieben und Unternehmen erhoben. Von Betriebsprüferinnen und -prüfern wurden in zoll- und steuerpflichtigen Unternehmen zurückliegende Zeiträume nachträglich nochmals zur Nachkontrolle eingesehen, so ergaben sich bei jenen Wirtschaftsbeteiligten rund 5,9 Millionen Euro an Nachforderungen, 354.000 Euro konnten an Unternehmen erstattet werden. Um Billigimporten keinen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, richtet sich der Fokus der Zöllnerinnen und Zöllner bei der zollrechtlichen Abfertigung von gewerblich oder privat ein-, aus- oder durch Deutschland bzw. die EU geführten Warensendungen, welche im Gepäck von Reisenden, im Lkw oder auch per Post in den Bezirk des Hauptzollamts Lörrach gelangen, nicht nur auf die Erhebung von Abgaben. Für bestimmte Warengruppen bestehen daneben Einfuhrbeschränkungen oder gar -verbote, welche zu prüfen und beachten sind. Elektronische Kommunikations- und Unterhaltungselektronik, Spielzeuge oder elektrische Geräte, aber auch Nahrungsergänzungsmittel dürfen nur dann Eingang in die EU finden, wenn sie den bestehenden Sicherheitsstandards entsprechen. Auskunft darüber gibt in der Regel das angebrachte, idealerweise nicht gefälschte CE-Kennzeichen. 37 Beanstandungen gab es dazu im letzten Jahr bei den Zollstellen im Bezirk des Hauptzollamts Lörrach, den Zollämtern Rheinfelden-Autobahn, Weil am Rhein und Weil am Rhein-Autobahn, Freiburg und Appenweier - erfreulicherweise 27 weniger als im Jahr zuvor. Die Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie schützt nicht nur das geistige Eigentum von Unternehmen, welche in die Entwicklung von Produkten erhebliche kreative, wissenschaftliche und finanzielle Ressourcen stecken. Billig produzierte gefälschte Markenware ist obendrein häufig mit Schadstoffen belastet, welche sich auf die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern auswirken können und stellt in verschiedener Hinsicht ein Sicherheitsrisiko dar. Mehr als 499 gefälschte Gegenstände wurden im letzten Jahr deshalb beschlagnahmt. Sieben artenschutzrechtliche Verstöße gegen die Regelungen zum Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen mussten festgestellt werden, damit einer weniger als im Vorjahr. Das Einfuhrvolumen umfasste bei den genannten Zollstellen im Jahr 2025 drei Millionen abgefertigte Warenpositionen, trotz zurückgegangener Einnahmen 256.000 mehr als 2024. Daneben wurden mehr als 3.500 Postsendungen abgefertigt. Überwiegend handelte es sich hier um Internetbestellungen von Privatpersonen. Gegenüber dem Jahr 2024 reduzierte sich diese Zahl um mehr als 1.100 Sendungen. Zur Ausfuhr wurden 17,8 Millionen Warenpositionen abgefertigt, hier eine Steigerung gegenüber 2024 um mehr als 400.000 Positionen. Rund 845.000 Lastkraftfahrzeuge haben dazu den Grenzübergang Weil am Rhein-Autobahn in beide Richtungen passiert, somit rund 25.000 mehr als im Vorjahr. Beim Zollamt Rheinfelden-Autobahn wurden rund 537.000 Brummis gezählt, ein leichter Rückgang gegenüber 2024 um 29.000 Fahrzeuge. Im privaten Reiseverkehr wurden beim Überqueren der Landesgrenze rund 74.000 Personen beziehungsweise 36.000 Fahrzeuge, vom Lkw über den Kleintransporter bis zum Pkw, sowie rund 4.000 grenzüberschreitende Reisezüge einer Kontrolle unterzogen. Dabei wurden an Betäubungsmitteln unter anderem 10,5 Kilogramm Kokain, vier Kilogramm Amphetamine und Metamphetamine, mehr als 48 Kilogramm Haschisch, 457 Kilogramm Marihuana, 42 Gramm Heroin sowie rund 700 Gramm Ecstasy bzw. MDMA sichergestellt, außerdem 133 nach waffenrechtlichen Bestimmungen verbotene Gegenstände. Es kam zu 25 Sicherstellungen von Barmitteln, welche im Fall der Ein-, Aus- und Durchfuhr von einer Person in Beträgen von mehr als 10.000 Euro bei den Grenzzollstellen anzumelden sind. Die Gesamtsumme der sichergestellten Barmittel belief sich auf mehr als 500.000 Euro, etwas weniger als 2024. Bei Kontrollen des Grenzverkehrs und auch im Grenzraum wurden zudem mehr als 58.000 unversteuerte Zigaretten sowie 483 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak sichergestellt bzw. beschlagnahmt. Eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab sich bei den erteilten Bestätigungen zu Umsatzsteuerzwecken bei der Ausfuhr im nichtkommerziellen Reiseverkehr für Bürgerinnen und Bürger, welche ihren Wohnsitz außerhalb der EU haben: 2,7 Millionen sogenannter Ausfuhrkassenzettel wurden an den Serviceschaltern des Hauptzollamts Lörrach im Jahr 2025 abgestempelt, 200.000 weniger als im Jahr davor. Zum Einzug nicht zum Fälligkeitsdatum entrichteter Steuerforderungen führt die Zollverwaltung Vollstreckungsverfahren selbst durch und hat dazu auch Vollziehungsbeamtinnen und -beamte im Außendienst im Einsatz. Aber nicht nur für die Zollverwaltung selbst ist das in diesem Bereich eingesetzte Personal tätig, auch für andere Behörden und öffentlich-rechtliche Organisationen, wie zum Beispiel für die Bundesagentur für Arbeit, deren Jobcenter und Familienkassen, für Krankenkassen und Berufsgenossenschaften, vollstreckt der Zoll deren Forderungen. Im vergangenen Jahr wurde dieser Aufgabenbereich des Hauptzollamts Lörrach mit 346.000 neuen Vollstreckungsaufträgen betraut, mehr als 121 Millionen Euro wurden so beigetrieben. Das Ergebnis aus dem Aufgabenbereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung wurde bereits am 23. Februar 2026 bekanntgegeben (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/121255/6221641). Die Arbeitsstatistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des ZOLLs ist auch auf der Internetseite der Bundeszollverwaltung www.zoll.de eingestellt. "Auch wenn die Gesamteinnahmen etwas zurückgingen, kann ich mit dem Ergebnis des letzten Jahres und damit auch der Arbeit meiner rund 1.000 Beschäftigten in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen erneut sehr zufrieden sein", so Matthias Heuser, Leiter des Hauptzollamts Lörrach. "Unser fast 5.000 Quadratkilometer großer Bezirk erstreckt sich über fünf Land- bzw. Stadtkreise. Kaum eine Bundes- oder Landesbehörde kann seinen Beschäftigten eine solche Aufgabenvielfalt bieten, wie die Zollverwaltung. In über 75 Jahren Zoll in der Bundesrepublik Deutschland haben sich nicht nur die Arbeitsbedingungen gewandelt, auch das Aufgabenportfolio hat sich geändert. Vor allem die fortschreitende Digitalisierung formt die Arbeitswelt der bundesweit rund 48.000 Zöllnerinnen und Zöllner in vielen Bereichen neu." Das Hauptzollamt Lörrach bietet Ausbildungsplätze für die Laufbahn des mittleren Dienstes und Studienplätze für die Laufbahn des gehobenen Dienstes mit dem Abschluss Bachelor of Laws oder Bachelor of Science für künftige Verwaltungsinformatikerinnen und -informatiker an. In einem Wochenpraktikum oder bei Schnuppertagen können Ausbildungs- und Studieninteressierte Einblicke in die Tätigkeiten gewinnen. Auskünfte erteilt die Berufsberatung des Hauptzollamts Lörrach, Informationen können auch auf www.zoll-karriere oder auf www.zoll.de abgerufen werden. Bewerbungen um ein Praktikum oder zur Teilnahme an einem Schnuppertag sind an berufsinfo.hza-loerrach@zoll.bund.de zu richten.

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Lörrach
Pressesprecherin
Antje Bendel
Telefon: 07621 941-1200
E-Mail: presse.hza-loerrach@zoll.bund.de
www.zoll.de

Original-Content von: Hauptzollamt Lörrach übermittelt durch news aktuell

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