Polizeiinspektion (PI) Northeim veröffentlicht Verkehrsunfallstatistik 2025
15.04.2026 - 13:56:22 | presseportal.de
Unfallentwicklung insgesamt:
Die PI Northeim erfasst die VerkehrsunfĂ€lle auf sĂ€mtlichen StraĂen innerhalb des Landkreises Northeim. Lediglich die Bundesautobahn wird aus ZustĂ€ndigkeitsgrĂŒnden in der Statistik der PI Northeim nicht berĂŒcksichtigt. Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Northeim insgesamt 2.884 VerkehrsunfĂ€lle polizeilich registriert. Damit liegt die Zahl um 13 FĂ€lle ĂŒber dem Wert aus 2024 (2.871). Der GroĂteil der UnfĂ€lle verlief ohne Personenschaden und beschrĂ€nkte sich auf SachschĂ€den (2.478 = 85,92 %).
Die Anzahl der UnfĂ€lle mit verletzten oder getöteten Personen erhöhte sich um 19 FĂ€lle (2024: 387 / 2025: 406). Auch die FĂ€lle mit schwerem Personenschaden (VUSP = mindestens eine getötete oder schwer verletzte Person) nahmen leicht zu und lagen bei 53 UnfĂ€llen gegenĂŒber 51 im Vorjahr. Insgesamt wurden bei den 406 UnfĂ€llen mit Personenschaden 540 Menschen verletzt oder getötet - das sind 51 mehr als im Jahr zuvor (489). Die Zahl der Schwerverletzten ging hingegen geringfĂŒgig um eine Person auf 51 zurĂŒck. Im Berichtsjahr 2025 verzeichnete die PI Northeim insgesamt sieben tödliche VerkehrsunfĂ€lle. Unter den Verstorbenen befanden sich fĂŒnf Pkw-Insassen und zwei Motorradfahrende.
Ortslagen:
Auf StraĂen auĂerhalb geschlossener Ortschaften sind die Unfallfolgen im Durchschnitt schwer-wiegender als innerhalb geschlossener Ortschaften, was vor allem auf die dort ĂŒblichen höheren Geschwindigkeiten zurĂŒckzufĂŒhren ist. Innerorts ereigneten sich 1.782 UnfĂ€lle, bei denen 17 Personen schwer verletzt wurden. Zudem kam es innerhalb einer Ortschaft zu einem tödlichen Unfall mit einer beteiligten Person. Im Berichtsjahr 2025 gab es 1.093 UnfĂ€llen auĂerhalb geschlossener Ortschaften (2024: 1.077). Hierbei wurden 34 Personen schwerverletzt und sechs Beteiligte verstarben.
BaumunfÀlle:
Im Vergleich zum Jahr 2024 ist die Zahl der sogenannten BaumunfĂ€lle zurĂŒckgegangen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 34 entsprechende VerkehrsunfĂ€lle registriert, was einem RĂŒckgang um zwei FĂ€lle entspricht. Davon ereigneten sich 24 UnfĂ€lle auĂerhalb geschlossener Ortschaften und zehn innerhalb. Erfreulicherweise ist auch die Zahl der bei BaumunfĂ€llen verletzten Personen gesunken. Im Berichtsjahr 2025 wurden sechs Personen schwer und neun leicht verletzt (2024: 2/19). Im ZustĂ€ndigkeitsbereich der PI Northeim wurden zudem zwei tödliche VerkehrsunfĂ€lle an StraĂenbĂ€umen verzeichnet (2024:2).
WildunfÀlle:
Im vergangenen Jahr wurden 552 WildunfĂ€lle erfasst. GegenĂŒber 2024 (532) bedeutet dies zwar einen Anstieg, insgesamt bewegt sich das Niveau jedoch weiterhin auf vergleichbarer Höhe. Im Jahr 2025 wurden zwei am Unfall beteiligte Personen bei WildunfĂ€llen leicht verletzt. UnfĂ€lle mit schwerwiegenden Verletzungsfolgen traten in diesem Zusammenhang nicht auf.
Zu FuĂ Gehende / Radfahrende:
Im Berichtsjahr waren 52 zu FuĂ Gehende an VerkehrsunfĂ€llen beteiligt. 40 zu FuĂ Gehende wurden dabei verletzt (2024: 57), darunter drei Personen schwer (2024: 8). Wie bereits im Vorjahr gab es auch 2025 keine tödlich verletzten FuĂgĂ€ngerinnen und FuĂgĂ€nger. Die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle unter Beteiligung von FahrrĂ€dern und Pedelecs stieg um etwa 17% auf 102 VerkehrsunfĂ€lle. Dabei wurden 71 Radfahrende verletzt, was einem Anstieg um zehn Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zahl der Schwerverletzten reduzierte sich leicht auf zehn (2024: 11). TodesfĂ€lle unter den Radfahrenden waren nicht zu verzeichnen.
Elektrokleinstfahrzeuge (E-Scooter):
Bei der vergleichsweisen neuen Verkehrsart der Elektrokleinstfahrzeuge (E-Scooter) wurde erneut ein Anstieg der Unfallzahlen festgestellt. Im Jahr 2025 kam es zu insgesamt 20 VerkehrsunfĂ€lle mit Beteiligung von E-Scootern (2024: 12). In der Folge wurden 14 Personen leicht und eine Person schwer verletzt. Patrick Kobbe (Sachbereich Verkehr) weist darauf hin: "Ein E-Scooter ist kein Spielzeug, sondern ein Kraftfahrzeug. Was oft als spaĂige MobilitĂ€t beginnt, endet aufgrund von UnterschĂ€tzung der Geschwindigkeit, Ablenkung oder Alkoholeinfluss leider viel zu hĂ€ufig im Unfallbericht. Wir appellieren an alle Nutzenden: UnterschĂ€tzen Sie nicht die Gefahr der kleinen RĂ€der - Ihre Sicherheit fĂ€hrt nur mit, wenn Sie sich an die Regeln halten."
KraftrÀder:
Im Berichtsjahr ist die Anzahl der UnfĂ€lle mit KraftrĂ€dern gesunken. Registriert wurden insgesamt 94 VerkehrsunfĂ€lle, im Vergleich zu 119 im Jahr 2024. Dabei erlitten neun Personen schwere Verletzungen, wĂ€hrend zwei Menschen tödlich verunglĂŒckten (2024: 15/1).
Risikogruppen nach Alter:
Kinder (bis einschl. 14 Jahre) Die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle mit verletzten Kindern bis 14 Jahre ist weiterhin rĂŒcklĂ€ufig. Im Jahr 2025 wurden zwei schwerverletzte Kinder registriert (2024: 4) sowie 28 leicht verletzte (2024: 32). TodesfĂ€lle von Kindern im StraĂenverkehr waren nicht zu verzeichnen.
Junge Erwachsene (18-24 Jahre) Die Anzahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten jungen Erwachsenen stieg auf insgesamt 93 Personen (2024: 74) an. Innerhalb dieser Altersgruppe wurden vier Personen schwer verletzt und eine Person tödlich verletzt (2024: 5/1).
Seniorinnen und Senioren (65+) Auch in der Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren ist ein erneuter Anstieg des Unfallgeschehens festzustellen. Im Jahr 2025 wurden 66 Personen leicht verletzt, was einer Zunahme um elf Personen gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht (2024: 55). DarĂŒber hinaus wurden acht Personen schwer verletzt (2024: 7). Vier Personen dieser Risikogruppe kamen bei VerkehrsunfĂ€llen ums Leben (2024: 3). AuffĂ€llig ist, dass die Seniorinnen und Senioren ĂŒberwiegend mit dem Pkw unterwegs waren und im Zuge dessen verunfallten. Von den tödlich verletzten Personen befanden sich drei im Pkw und eine auf einem Krad. Bei den Schwerverletzten waren fĂŒnf Pkw-Insassen, zwei zu FuĂ Gehende und eine auf einem Kraftrad betroffen.
Die PI Northeim fĂŒhrt in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Northeim/Einbeck e.V. seit dem Jahr 2018 im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit das Seminar "Fit im Auto" durch. In einer rund fĂŒnfstĂŒndigen Veranstaltung werden Teilnehmende der Altersgruppe 65+ ĂŒber aktuelle Ănderungen der StraĂenverkehrsordnung informiert und erhalten die Möglichkeit, ihr eigenes Fahrverhalten gemeinsam mit Fahrsicherheitstrainern und Fahrlehrenden zu reflektieren. FĂŒr das laufende Jahr sind jeweils vier Veranstaltungen in Einbeck und Northeim vorgesehen.
Verkehrsunfallfluchten:
Im ZustĂ€ndigkeitsbereich der PI Northeim ist bereits im vierten Jahr in Folge ein Anstieg der Verkehrsunfallfluchten zu verzeichnen. Mit insgesamt 719 registrierten FĂ€llen wurde im aktuellen Berichtsjahr der höchste Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht. Im Jahr 2024 lag die Zahl noch bei 663 FĂ€lle. Rund 40% der Verkehrsunfallfluchten konnten durch die Polizei aufgeklĂ€rt werden. In diesem Zusammenhang betont die Verkehrssicherheitsberaterin Simone Köhler: "Einen wesentlichen Beitrag zur AufklĂ€rung dieser Taten können Zeugen leisten, die ihre Beobachtungen unverzĂŒglich der Polizei mitteilen und die Aufnahme von Ermittlungen unterstĂŒtzen."
Das Thema Verkehrsunfallfluchten ist weiterhin ein zentraler Baustein unserer inspektionsweiten PrÀventionsstrategie. Daher integriert die PI Northeim diesen Fokus konsequent in alle Formate - von allgemeinen Verkehrssicherheitskampagnen mit den örtlichen Verkehrswachten bis hin zu unseren spezifischen Seniorenberatungen.
Hauptunfallursachen:
Innerhalb der PI Northeim fĂŒhren zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit sowie unzureichender Sicherheitsabstand weiterhin die Statistik der Hauptunfallursachen an. Ebenfalls signifikant sind Ablenkung durch Mobiltelefone, VorfahrtsverstöĂe sowie die Beeinflussung durch Alkohol- oder BetĂ€ubungsmittelkonsum.
Geschwindigkeit:
Die Leiterin Einsatz der PI Northeim, Marina Vieth, leitet hierzu ein: "Zu hohe Geschwindigkeit bleibt die Hauptunfallursache bei schweren VerkehrsunfĂ€llen. Wer rast, gefĂ€hrdet sich und andere." Proaktiv wurde daher im Berichtsjahr wiederkehrend die Einhaltung der zulĂ€ssigen Höchstgeschwindigkeiten konsequent mittels Lasermessverfahren und Lichtschrankensystemen ĂŒberwacht. Insgesamt leitete die PI Northeim 1.621 Ordnungswidrigkeiten ein, wobei die Messungen schwerpunktmĂ€Ăig auĂerhalb geschlossener Ortschaften an UnfallhĂ€ufungsstellen stattfanden. UnterstĂŒtzt wird diese Arbeit durch Geschwindigkeitskontrollen des Landkreises Northeim. Parallel dazu werden regelmĂ€Ăig in der Unfallkommission bauliche VerĂ€nderungen und verkehrsregelnde MaĂ-nahmen geprĂŒft, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und das Geschwindigkeitsniveau an Gefahrenstellen nachhaltig zu senken. Die konsequente VerkehrsĂŒberwachung wird auch in diesem Jahr einen wichtigen Schwerpunkt der alltĂ€glichen polizeilichen Arbeit einnehmen.
Ablenkung:
Die UnterschĂ€tzung der Gefahr durch Ablenkung nimmt im StraĂenverkehr stetig zu. Durch die konsequente und verstĂ€rkte Kontrolle hinsichtlich der Nutzung elektronischen GerĂ€ten wĂ€hrend der Fahrt wirkt die Polizei diesem Trend entgegen. Im Jahr 2025 dokumentierten die Polizeibeamt/-innen der Polizeiinspektion Northeim 1.024 solcher VerstöĂe, welche schlussendlich eine Anzeige zur Folge hatten.
Alkohol-/Drogeneinfluss:
Im Rahmen prĂ€ventiver Kontrollen wurden im Jahr 2025 insgesamt 122 Verkehrsteilnehmende unter Alkoholeinfluss festgestellt (Vorjahr: 112). Bei Fahrten unter dem Einfluss von BetĂ€ubungsmitteln ohne Unfallfolge war ein RĂŒckgang auf 201 FĂ€lle zu verzeichnen (2024: 235). Bei 18 UnfĂ€llen wurde der Einfluss von BetĂ€ubungsmitteln als ursĂ€chlich ermittelt (2024: 10). Die Anzahl der VerkehrsunfĂ€lle unter Alkoholeinfluss stieg im vergangenen Jahr auf 44 (2024: 30 UnfĂ€lle). Von den 18 VerkehrsunfĂ€llen unter dem Einfluss von BetĂ€ubungsmitteln wurden sieben VerkehrsunfĂ€lle unter dem Einfluss von THC verursacht. 153 Fahrten unter THC-Einfluss wurden ohne Verkehrsunfall als Folge begangen.
Die Leiterin der PI Northeim, Maren JĂ€schke verdeutlicht abschlieĂend: "Wer berauscht fĂ€hrt, spielt mit seinem Leben und dem Leben anderer. Alkohol, Drogen oder bestimmte Medikamente haben hinter dem Steuer keinen Platz."
Die Polizei Northeim wird in diesem Jahr weiterhin im alltĂ€glichen Streifendienst den Verkehr mit Blick auf FahrtĂŒchtigkeit kontrollieren und darĂŒber hinaus landesweit abgestimmte Kontrolltermine wahrnehmen. Dabei stehen nicht nur die Fahrenden von Pkw, Lkw und Bussen, sondern auch die Motorrad- und Fahrradfahrenden und schlussendlich auch die Nutzenden von E-Scootern und weiteren Fahrzeugen im Fokus.
RĂŒckfragen bitte an:
Polizeiinspektion Northeim
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Telefon: 05551-9148-200
Fax: 05551-9148-250
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