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(47) Action Day in RumĂ€nien, Österreich und Bayern - International agierende mutmaßliche InternetbetrĂŒger festgenommen - PresseerklĂ€rung der Zentralstelle Cybercrime Bayern und des PP Mittelfranken

15.01.2025 - 16:12:21 | presseportal.de

NĂŒrnberg/Bamberg - Der Kriminalpolizei NĂŒrnberg gelang nach intensiven und monatelangen gemeinsamen Ermittlungen mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) ein empfindlicher Schlag gegen die organisierte Online-KriminalitĂ€t. Gegen fĂŒnf TatverdĂ€chtige ergingen Haftbefehle des Amtsgerichts Bamberg bzw. der zustĂ€ndigen rumĂ€nischen Gerichte. Sie stehen im Verdacht, u.a. im Bereich des Online-Versandhandels zahlreiche GeschĂ€digte betrogen und hierdurch einen immensen Vermögensschaden verursacht zu haben.

POL-MFR: (47) Action Day in RumĂ€nien, Österreich und Bayern - International agierende mutmaßliche InternetbetrĂŒger festgenommen - PresseerklĂ€rung der Zentralstelle Cybercrime Bayern und des PP Mittelfranken - Foto: presseportal.de
POL-MFR: (47) Action Day in RumĂ€nien, Österreich und Bayern - International agierende mutmaßliche InternetbetrĂŒger festgenommen - PresseerklĂ€rung der Zentralstelle Cybercrime Bayern und des PP Mittelfranken - Foto: presseportal.de

Seit August 2023 fĂŒhren das Kriminalfachdezernat 5, Kommissariat 52 der NĂŒrnberger Kriminalpolizei und die Zentralstelle Cybercrime Bayern umfangreiche Ermittlungen wegen gewerbs- und bandenmĂ€ĂŸigen Betrugs gegen eine international agierende Gruppierung. Diese soll nach den bisherigen Ermittlungen spĂ€testens seit November 2022 bis in die jĂŒngste Vergangenheit eine Vielzahl von GeschĂ€digten in ganz Europa betrogen haben.

Ausgang der Betrugshandlungen waren sogenannte Phishing-E-Mails, mit denen die TĂ€ter an Daten gelangten und sich hierdurch Zugang zu den HĂ€ndlerkonten eines großen Online-Versandhandels verschafften. Im Zeitraum von November 2022 bis Oktober 2024 kompromittierte die Gruppierung mindestens 120 solcher Konten. Nach der Übernahme boten die TĂ€ter ĂŒber diese diverse Waren wie beispielsweise FernsehgerĂ€te oder Spielekonsolen zum Kauf an. Zahlreiche Kunden tĂ€tigten daraufhin Bestellungen im Gesamtwert von rund 110 Millionen EUR. Die BetrĂŒger wiesen die KĂ€ufer im Anschluss ĂŒber die Nachrichtenfunktion des Online-Versandhandels an, den Kaufpreis vorab auf eine - meist spanische - Kontoverbindung zu ĂŒberweisen. Die Bestellungen selbst wurden hingegen von den TĂ€tern nie ausgefĂŒhrt.

Derzeit sind 381 GeschÀdigte namentlich ermittelt, die in Summe rund 192.000 EUR an die TÀtergruppierung bezahlt haben, ohne jemals ihre bestellten Waren zu erhalten. Die Ermittlungen zu den weiteren GeschÀdigten dauern an.

DarĂŒber hinaus agierten die TĂ€ter in betrĂŒgerischer Art und Weise in der Immobilienbranche. Hier inserierten sie nichtexistente bzw. nicht in deren Eigentum befindliche Wohnungen auf diversen Portalen zur Miete. TatsĂ€chlich hatte die Gruppierung zu keinem Zeitpunkt vor, eine Wohnung zu vermieten, vielmehr wollte sie die Interessenten dazu bewegen, die fĂ€llige Mietkaution in Vorkasse zu bezahlen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand ĂŒberwiesen mindestens sieben GeschĂ€digte rund 17.000 EUR.

Im Zuge intensiver Ermittlungen gelang es den Beamten des Kriminalfachdezernats fĂŒr Cybercrime und Digitale Forensik der Kriminalpolizei NĂŒrnberg und der Zentralstelle Cybercrime Bayern im Rahmen einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit den rumĂ€nischen Strafverfolgungsbehörden unter Beteiligung von Eurojust, sieben Tatbeteiligte im Alter zwischen 22 und 38 Jahren zu identifizieren und deren Aufenthalt zu lokalisieren.

Am 17.12.2024 vollzogen Beamte der NĂŒrnberger Kriminalpolizei gemeinsam mit zwei StaatsanwĂ€ltinnen und zwei IT-Forensikern der Zentralstelle Cybercrime Bayern, des Landeskriminalamts Tirol und der rumĂ€nischen Spezialeinheit zur BekĂ€mpfung von organisierter KriminalitĂ€t und Terrorismus (D.I.I.C.O.T) umfangreiche Maßnahmen gegen mutmaßliche Mitglieder der TĂ€tergruppierung in Deutschland, Österreich und RumĂ€nien. Gemeinsam mit den rumĂ€nischen und österreichischen Behörden durchsuchten die KrĂ€fte insgesamt 13 Objekte in Tirol, Bukarest, Ramnicu Valcea und im Raum Regensburg. Es konnten insgesamt ca. 70.000 EUR Bargeld, zahlreiche Mobiltelefone und Computer sichergestellt werden. Gegen zwei Personen ergingen in RumĂ€nien Haftbefehle der dortigen Behörden, eine weitere Person wurde in RumĂ€nien aufgrund eines europĂ€ischen Haftbefehls des Amtsgerichts Bamberg festgenommen. Je ein Haftbefehl des Amtsgerichts Bamberg wurde in Österreich und im Raum Regensburg vollstreckt. Bei den fĂŒnf mĂ€nnlichen Beschuldigten handelt es sich um rumĂ€nische Staatsangehörige.

Insgesamt waren ca. 150 PolizeikrĂ€fte - davon 10 Polizeibeamte des NĂŒrnberger Kriminalfachdezernats 5 - und zwei StaatsanwĂ€ltinnen und zwei IT-Forensiker der ZCB in Deutschland, RumĂ€nien und Österreich im Einsatz.

Durch die akribische Ermittlungsarbeit der Beamtinnen und Beamten der NĂŒrnberger Kriminalpolizei und der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg sowie der hervorragend funktionierenden lĂ€nderĂŒbergreifenden Strafverfolgung bayerischer, österreichischer und rumĂ€nischer Ermittler, ist mit der Festnahme- und Durchsuchungsaktion ein empfindlicher Schlag gegen die internationale organisierte KriminalitĂ€t gelungen.

Die Ermittlungen aller Beteiligten - deren Fokus in erster Linie auf der detaillierten AufklÀrung der Bandenstrukturen sowie der Identifizierung etwaiger MittÀter liegt - dauern weiter an.

Erstellt durch: Janine Mendel

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