Bekanntgabe der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024
12.03.2025 - 14:11:25"Mit dem Blick auf die Anzahl der Straftaten insgesamt lĂ€sst sich feststellen, dass wir mit 17.633 registrierten Straftaten ein deutliches Minus verzeichnen", erklĂ€rt PolizeiprĂ€sidentin Dr. Sylke Sackermann. "Das ist zunĂ€chst einmal eine positive Entwicklung. UnabhĂ€ngig davon ist es aber auch unsere Aufgabe, zu helfen, wenn Hilfe akut notwendig wird. Deshalb mĂŒssen wir immer hinschauen und vor allem hinhören, was die Menschen in Oberhausen bewegt. Sicherheit ist ein GrundbedĂŒrfnis der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger und es ist unsere Aufgabe und die unserer Sicherheitspartner, dafĂŒr zu sorgen." Das ist im Jahr 2024 unter anderem auch dank der strategischen Fahndung gelungen. "Sie ermöglicht es der Polizei, auch ohne konkreten Tatverdacht prĂ€ventive Kontrollen durchzufĂŒhren, um Straftaten von erheblicher Bedeutung zu verhindern", so die Behördenleiterin.
Die Zahlen (Auszug) aus Oberhausen im Ăberblick:
GesamtkriminalitÀt
Im Jahr 2024 wurden in Oberhausen insgesamt 17.633 Straftaten erfasst. Somit ist die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr um 3,52 Prozent (2023: 18.276) gesunken. Die AufklÀrungsquote betrug im Jahr 2024 52,47 Prozent und ist um 2,10 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2023 gefallen.
Auch die Anzahl der TatverdÀchtigen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Waren es im Jahr 2023 8.109 TatverdÀchtige, so sank die Zahl im darauffolgenden Jahr um 609 auf insgesamt 7.500 TatverdÀchtige. 1.610 TatverdÀchtige waren unter 21 Jahre alt. Im Jahr zuvor waren es 1.904 TatverdÀchtige. Das sind 15,44 Prozent weniger als im Vorjahr.
Von allen dokumentierten TatverdÀchtigen hatten 2.883 TatverdÀchtige nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Das sind 104 weniger als im Vorjahr (2023: 2.987 TatverdÀchtige) und einen Anteil von 38,4 Prozent aller TatverdÀchtigen aus.
Straftaten gegen das Leben
Die Anzahl der Straftaten gegen das Leben umfasst unter anderem die StraftatbestĂ€nde Mord, Totschlag und fahrlĂ€ssige Tötung. Im Jahr 2024 wurden 19 Taten festgestellt. Zum Vorjahr kann ein Anstieg um fĂŒnf Taten verzeichnet werden. Das ist ein Anstieg um 35,71 Prozent. Der Straftatbestand des Mordes wurde im Jahre 2024 drei Mal (2023: 3) erfasst. Die AufklĂ€rungsquote betrĂ€gt 66,67 Prozent, da ein Versuch nicht aufgeklĂ€rt werden konnte. Im Jahr zuvor betrug die AufklĂ€rungsquote noch 100 Prozent.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Im Jahr 2024 wurden 306 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgenommen. Im Jahre zuvor waren es 289 registrierte Straftaten. Das bedeutet einen Anstieg um 5,88 Prozent. Die AufklÀrungsquote ist zum Vorjahr um 7,77 Prozentpunkte gefallen und liegt bei 79,08 Prozent. In diesem Zusammenhang sind 232 TatverdÀchtige erfasst worden. Das sind 20 TatverdÀchtige weniger als im Vorjahr. Diejenigen unter 21 Jahren wurden insgesamt 90-mal (2023: 83) erfasst.
Sexueller Missbrauch von Kindern
Die Fallzahl im Deliktsbereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern liegt im Jahr 2024 bei 37 FÀllen. Im Jahr 2023 waren es 58 FÀlle. Das sind 21 bekannt gewordene Straftaten weniger im Vergleich zum Vorjahr. Auch die AufklÀrungsquote ist gesunken. Betrug sie 2023 noch 86,21 Prozent, liegt sie ein Jahr spÀter bei 75,68 Prozent.
Missbrauchsabbildungen
Im Bereich der Kinderpornographie sind sowohl die Fallzahlen als auch die AufklÀrungsquote stabil geblieben. Im Jahr 2024 wurden 92 FÀlle (2023: 77 FÀlle) erfasst und die AufklÀrungsquote betrug 78,26 Prozent (2023: 97,40 Prozent). Insgesamt 72 Taten konnte aufgeklÀrt werden.
Zudem besteht in Oberhausen weiterhin eine Ermittlungsgruppe, in der Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamte gemeinsam mit IT-Spezialisten FĂ€lle von Kinderpornographie bearbeiten.
GewaltkriminalitÀt
Die GewaltkriminalitÀt umfasst eine Vielzahl von Straftaten, u. a. Mord, Totschlag, Raub, rÀuberische Erpressung, gefÀhrliche und schwere Körperverletzung sowie Vergewaltigung. Die Zahl der erfassten Straftaten ist im Jahr 2024 auf 638 um 129 Sachverhalte gefallen (2023: 767). Dies sind immerhin 16,82 Prozent weniger erfasste Straftaten als im Vorjahr.
In diesem Zusammenhang wurden 653 TatverdÀchtige erfasst (2023: 694). Davon waren 264 TatverdÀchtige unter 21 Jahre alt, was 27 weniger erfasste Personen bedeutet als im Vorjahr (2023: 291). Insgesamt 272 TatverdÀchtige waren nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit. Das sind ebenfalls 23 weniger als im Vorjahr (2023: 295).
Die AufklÀrungsquote ist in diesem Bereich leicht gestiegen. Wurden im Vorjahr 72,88 Prozent der Taten aus diesem Deliktsbereich aufgeklÀrt, so liegt die AufklÀrungsquote im Jahr 2024 bei 73,98 Prozent.
StraĂenraub
Die Anzahl der erfassten Straftaten im Deliktsbereich des StraĂenraubes betrĂ€gt im Jahr 2024 70 Taten. Im Jahr 2023 waren es noch 102. Das ist ein deutlicher RĂŒckgang um 32 Taten. Insgesamt wurden in dem Zusammenhang 55 TatverdĂ€chtige ermittelt. Von diesen erfassten TatverdĂ€chtigen waren 45 unter 21 Jahre alt. Die AufklĂ€rungsquote ist um 18,46 Prozentpunkte gesunken - von 62,75 Prozent auf 44,29 Prozent.
GefÀhrliche und schwere Körperverletzung
Im Bereich der gefÀhrlichen und schweren Körperverletzung wurden im Jahr 2024 insgesamt 422 Straftaten erfasst. Im Vorjahr waren es 485 Taten, das sind 63 Straftaten weniger. Die AufklÀrungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und liegt im Jahr 2024 bei 78,67 Prozent (2023: 76,91 %).
StraĂenkriminalitĂ€t
Zu den unter "StraĂenkriminalitĂ€t" aufzufĂŒhrenden Straftaten zĂ€hlen fast alle Taten, bei denen als Tatort "öffentliche StraĂen, Wege oder PlĂ€tze - einschlieĂlich öffentlicher Verkehrsmittel" erfasst wurde. Beispiele hierfĂŒr sind sexuelle BelĂ€stigung, RaubĂŒberfĂ€lle, gefĂ€hrliche und schwere Körperverletzung sowie Diebstahls- und SachbeschĂ€digungsdelikte. Im Jahr 2024 wurden 3.979 Straftaten (2023: 4.069) erfasst, die der StraĂenkriminalitĂ€t zugerechnet werden. Die Oberhausener Polizistinnen und Polizisten konnten 18,72 Prozent der Taten aufklĂ€ren. Das ist, wie auch im Vorjahr, ein Anstieg um 1,22 Prozentpunkte (2023: 17,50 Prozent). 741 TatverdĂ€chtige wurden im Jahr 2024 registriert. Im Jahr zuvor waren es noch 705 TatverdĂ€chtige, die im Zusammenhang von StraĂenkriminalitĂ€t erfasst worden sind. 291 TatverdĂ€chtige waren unter 21 Jahren. Im Vorjahr waren es 271 TatverdĂ€chtige.
DiebstÀhle
Wurden im Jahr 2023 noch 6.312 Diebstahlsdelikte gezÀhlt, so waren es im Jahr darauf schon 6.671. Das sind insgesamt 359 Fallzahlen mehr. 774 Diebstahlsdelikte sind es im Jahr 2023, die unter der Kategorie "sonstiger einfacher Diebstahl" zusammengefasst. Ein Jahr spÀter sind es bereits 1.071 Delikte. Das ist ein Anstieg um 38,37 Prozent. Die AufklÀrungsquote betrÀgt 17,55 Prozent und ist damit von 17,96 Prozent um 0,41 Prozentpunkte gesunken.
EinbrĂŒche
Die Anzahl der angezeigten EinbrĂŒche in Oberhausen belaufen sich auf 871 im Jahr 2024 (2023: 870). Die EinbrĂŒche in WerkstĂ€tten befinden sich bereits auf einem niedrigen Niveau und sind auch im Jahre 2024 um einen Einbruch gesunken (2023: 6; 2024: 5). Das ist der zweitniedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Gesunken ist die Anzahl der EinbrĂŒche in KellerrĂ€ume und WaschkĂŒchen. Hier ist die Zahl der angezeigten EinbrĂŒche immerhin leicht gesunken (2023: 279; 2024: 272). Gleichzeitig hat sich hier die AufklĂ€rungsquote um 0,49 Prozentpunkte verbessert (2023: 4,66 Prozent; 5,15 Prozent).
WohnungseinbrĂŒche
Die erfassten FĂ€lle von WohnungseinbrĂŒchen sind um 4,23 Prozent gestiegen (2023: 378 FĂ€lle, 2024: 394 FĂ€lle). Ein positiver Trend ist allerdings bei der AufklĂ€rungsquote zu verzeichnen. Diese ist auf 19,80 Prozent gestiegen (2023: 10,32 Prozent). Die Anzahl der in dem Zusammenhang festgestellten TatverdĂ€chtigen betrug im Berichtsjahr 2024 39 TatverdĂ€chtige. Das ist eine Person mehr als im Vorjahr (2023: 38). Die Anzahl derjenigen unter 21 Jahren lag bei acht (2023: 5). Die Anzahl der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen bei 22 (2023: 20).
GeschĂ€ftseinbrĂŒche
Die Fallzahlen der GeschĂ€ftseinbrĂŒche sind um 8,57 Prozent gesunken. Im Vorjahr wurden 35 GeschĂ€fts-einbrĂŒche registriert, im Jahr 2024 waren es mit 32 EinbrĂŒchen drei weniger. Positiv festzustellen ist, dass die AufklĂ€rungsquote hier deutlich gestiegen ist. Von 14,29 Prozent im Jahr 2023 auf 21,88 Prozent im Jahr darauf.
Taschendiebstahl
Im Jahr 2024 sind die FÀlle von Taschendiebstahl noch einmal deutlich angestiegen und zwar auf insgesamt 722. Das sind 113 Taten mehr als im Vorjahr (2023: 609). Die AufklÀrungsquote ist in diesem Deliktfeld um 0,37 Prozentpunkte gesunken und zwar auf 9,97 Prozent. Im Jahr 2023 waren es 10,34 Prozent.
Es wurden 30 Taschendiebe als TatverdÀchtige ermittelt. Im Vorjahr waren es noch 28. Zwölf von ihnen waren unter 21 Jahren alt (2023: 11). 24 von ihnen hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit (2023: 26).
Widerstand gegen die Staatsgewalt
Der Widerstand und tÀtlicher Angriff gegen Polizeivollzugsbeamte und Àhnlich agierende Personen wurde im Jahr 2024 insgesamt 89 Mal registriert und ist somit um 20 Delikte im Vergleich zum Vorjahr gesunken (2023: 109).
JugendkriminalitÀt
Unter (Kinder- und) JugendkriminalitĂ€t versteht man alle Straftaten, die von Personen bis 21 Jahren begangen werden. Dabei werden Kinder (bis 13 Jahre) als TatverdĂ€chtige gefĂŒhrt, auch wenn sie noch nicht strafmĂŒndig sind.
Im Jahr 2024 wurden mit insgesamt 294 weniger TatverdĂ€chtige ermittelt, die unter 21 Jahren alt waren (2023: 1.904; 2024: 1.610). 1.610 TatverdĂ€chtige waren im Jahr 2024 fĂŒr insgesamt 1.754 Straftaten und damit fĂŒr 9,95 Prozent der GesamtkriminalitĂ€t verantwortlich.
Im Jahr 2023 waren die 1.904 ermittelten TatverdĂ€chtigen unter 21 Jahren fĂŒr 2.343 Straftaten verantwortlich. Typische Delikte der JugendkriminalitĂ€t sind DiebstĂ€hle, Körperverletzungen, Straftaten nach dem BtMG, SachbeschĂ€digungen, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Raubstraftaten.
Projekt "Gelbe Karte"
Wie kann man Heranwachsende erreichen und ihnen die Konsequenzen ihres Handelns nahebringen, wenn sie immer wieder straffĂ€llig werden? Eine Antwort darauf ist das Projekt "Gelbe Karte". Die Idee dahinter ist, dass junge TĂ€ter, die immer wieder polizeilich in Erscheinung treten und sich nicht einsichtig zeigen, schlieĂlich eine "Gelbe Karte" bekommen. Das ist als Warnung zu verstehen. Nutzen die jungen Menschen diese nicht und erhalten schlieĂlich die "Rote Karte", dann entscheidet das StraĂenverkehrsamt, ob die Fahrerlaubnis entzogen bzw. die Erteilung versagt wird. Das StraĂenverkehrsamt kann aber neben der Anordnung einer Fahrerlaubnissperre und dem Entzug der Fahrerlaubnis weitere wirksame MaĂnahmen anordnen, wie die Anordnung eines MPU-Verfahrens oder der Verwehrung eines Antrags auf die Erteilung der Fahrerlaubnis.
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 23 gelbe Karten (2023: 22) an die straffĂ€llig gewordenen Heranwachsenden versandt. Davon waren im Jahr 2024 drei Personen weiblich. Im Jahr 2023 war nur eine Person weiblich. Zwölf Adressaten waren unter 21 Jahre alt (2023: 15). Acht rote Karten wurden erteilt und an das StraĂenverkehrsamt gemeldet (2023: 12). Darunter waren sechs Personen jĂŒnger als 21 Jahre (2023: 7). Eine Person ist von Seiten der Fahrerlaubnisbehörde dazu veranlasst worden, ein Aufbauseminar wĂ€hrend der Probezeit zu besuchen.
RĂŒckfragen bitte an:
PolizeiprÀsidium Oberhausen
Pressestelle
Telefon: 0208/826 22 22
E-Mail: [email protected]
https://oberhausen.polizei.nrw
Original-Content von: PolizeiprĂ€sidium Oberhausen ĂŒbermittelt durch news aktuell


