POL-LG, PKS

++ PKS 2023 der PI LĂŒneburg / LĂŒchow-Dannenberg / Uelzen ++ Anstieg der Fallzahlen bei gesteigerter AufklĂ€rungsquote von 63,97 Prozent ++ HWE auf niedrigem Niveau - jede zweite Tat scheitert ...

14.03.2024 - 14:51:12

LĂŒneburg - ++ Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2023 der Polizeiinspektion LĂŒneburg/LĂŒchow-Dannenberg/Uelzen ++ Anstieg der Fallzahlen/Straftaten bei leicht gesteigerter AufklĂ€rungsquote von 63,97 Prozent ++ HWE auf niedrigem Niveau - jede zweite Tat scheitert ++ mehr DiebstĂ€hle - Zuwachs bei LadendiebstĂ€hlen um 57 Prozent ++ Stagnation bei Körperverletzungen ++

LĂŒneburg/LĂŒchow-Dannenberg/Uelzen

Mit der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2023 blickt die Polizeiinspektion LĂŒneburg/LĂŒchow-D./Uelzen auf ein arbeitsintensives Jahr zurĂŒck.

Die Leiterin der Polizeiinspektion LĂŒneburg/LĂŒchow-Dannenberg/Uelzen, Ltd. Polizeidirektorin Stefanie Lerche, zeigte sich im Rahmen der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2023 mit der guten AufklĂ€rungsquote zufrieden, die 2023 trotz gesteigerter Fallzahlen noch einmal verbessert werden konnten, sehr zufrieden und dankte ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fĂŒr die intensive Arbeit im zurĂŒckliegenden Jahr.

"Nach mehreren durch die Corona-Pandemie geprĂ€gten Jahren, befinden wir uns mit den Fallzahlen in den verschiedensten Deliktsbereichen der Polizeilichen Kriminalstatistik wieder auf Vor-Corona-Niveau", wobei wir uns analog zum Landestrend bei dem Gesamtfallzahlen auf einem Zehnjahreshoch befinden. Dieses stimmt uns nachdenklich", betonte Lerche in ihren AusfĂŒhrungen. "Mit unserer AufklĂ€rungsquote insgesamt, den erfolgen in verschiedenen Ermittlungskomplexen und unserer PrĂ€ventionsarbeit können wir mehr als zufrieden sein. Auch wenn insgesamt die Fallzahlen gestiegen sind, muss man diesen Anstieg differenziert nach den verschiedenen Deliktsbereichen betrachten. Angesichts der HĂ€ufigkeitszahl, die das Risiko Opfer einer Straftat zu werden, bemisst, lebt es sich in unseren drei Landkreisen LĂŒneburg, LĂŒchow-Dannenberg und Uelzen sicher!"

Perspektivisch gilt es jedoch Entwicklungen und Ursachen bezogen auf die einzelnen Fallgruppen und TĂ€ter- Opferstrukturen genau im Augen zu behalten. Gerade deshalb bedarf es auch in Zukunft vielfĂ€ltiger Anstrengungen, um die erfolgreiche Arbeit in den nĂ€chsten Jahren fortzufĂŒhren und die KriminalitĂ€t auch durch intensive PrĂ€vention und PrĂ€senz zu minimieren bzw. zu verhindern.

Der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, PD Holger Burmeister, begrĂŒĂŸte zusammen mit der Inspektionsleiterin am heutigen Tage die Medien zu einem PressegesprĂ€ch in LĂŒneburg, um zusammen das Zahlenwerk 2023 vorzustellen.

++ Anstieg der Fallzahlen/Straftaten - Fallzahlen auf "Zehnjahreshoch" - gute AufklÀrungsquote von 63,97 Prozent ++

Im Jahr 2023 sind in den drei Landkreisen der Polizeiinspektion insgesamt 23.127 Straftaten bearbeitet worden. Dieses ist nicht nur ein deutlicher Anstieg um 8,39 Prozent zum Jahr 2022 (21.337), sondern ist gleichzeitig auch der höchste Wert der letzten zehn Jahre. Dies bedeutet im zweiten Jahr hintereinander eine deutliche Trendwende nach mehreren (nicht nur Corona-bedingten-) Jahren von sinkenden Fallzahlen.

Mit der Entwicklung von gestiegenen Fallzahlen liegt die Polizeiinspektion Trend des Landes Niedersachsen.

Trotz gestiegener Fallzahlen konnte die AufklĂ€rungsquote in 2023 gesteigert werden und liegt weiterhin bei mehr als 60 Prozent. Mit 63,97 Prozent befindet sich die AufklĂ€rungsquote auf hohem Niveau (vgl. 2016: 60,35%). Herausragend sind dabei insbesondere auch die AufklĂ€rungsquoten in den Landkreisen LĂŒchow-Dannenberg (72,67%) und Uelzen (70,05%).

Ein Parameter fĂŒr die Bewertung der KriminalitĂ€tsbelastung ist die HĂ€ufigkeitszahl - die Anzahl der registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner. Je grĂ¶ĂŸer die HĂ€ufigkeitszahl ist, desto mehr KriminalitĂ€t wird in einem Bereich registriert. 2023 lag diese fĂŒr den Bereich der Polizeiinspektion mit 6.985 knapp ĂŒber dem landesweiten Wert (6.796).

Der durch Straftaten entstandene Schaden ("erlangtes Gut") liegt mit 14.392.691 Euro knapp ĂŒber dem Wert des Vorjahres (14.052.309 EUR).

++ Diebstahlsdelikte: deutlich gestiegene Fallzahlen (+20,9%) ++ unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Bereichen ++ drastischer Anstieg bei LadendiebstĂ€hlen um mehr als 57 Prozent sowie Anstieg bei Diebstahl aus Kfz (u.a. TransporteraufbrĂŒche) ++ sinkende Zahlen bzw. Stagnation bei Taschen- und FahrraddiebstĂ€hlen ++

Einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen registrierte die Polizei im Bereich der Eigentumsdelikte - dem einfachen und schweren Diebstahl. Mit einem Wert von 8.126 Taten und einer Steigerung von 20,9 Prozent (+1.405 Taten) im Vergleich zu 2022 befinden sich hier die Zahlen auf dem Niveau der Jahre 2014 bis 2016. UrsĂ€chlich fĂŒr diese Entwicklung ist gerade der Deliktsbereich des "Ladendiebstahls". Hier stiegen die Fallzahlen um mehr als 57 Prozent (+630 Taten) auf 1.734 FĂ€lle. Neben einer Vielzahl von EinzeltĂ€ter-Serien und professionelle TĂ€tergruppen ist hier auch ein gesteigertes Anzeigeverhalten bei den GeschĂ€ften ausschlaggebend.

In einem klassischen Deliktsbereich der "BeschaffungskriminalitĂ€t": den DiebstĂ€hlen an/aus Pkw ("Pkw-Aufbruch") konnte die Polizei in den letzten Jahren deutliche RĂŒckgĂ€nge verzeichnen. So halbierte sich die Zahl der Taten im Zeitraum von 2017 bis 2021 (2017: 949 - 2021: 451), um dann in 2022 auch durch verschiedene Einzeltaten sowie eine grĂ¶ĂŸere Tatserie, auf insgesamt 584 Pkw-AufbrĂŒche zu steigen.

Neben der BeschaffungskriminalitĂ€t und Taten durch Aufbruchsserien von ĂŒberregional agierender Fahrzeugteilediebe kam es in 2023 insbesondere auch zu verschiedenen Serien professioneller Transporter-Aufbrecher, die es auf das Inventar (hochwertige Werkzeuge und Maschinen) von Firmenfahrzeugen mit Schwerpunkt Landkreis LĂŒneburg abgesehen hatten. Dadurch stiegen die Fallzahlen um 33,56 Prozent auf 780 Taten.

Eine leichten Anstieg gab es auch im Bereich des Kfz-Diebstahls um 9 Taten auf insgesamt 65 FĂ€lle. Hierbei handelte es sich vornehmlich um Pkw-Komplett-Entwendungen professioneller Fahrzeugdiebe.

Die Fallzahlen beim Taschendiebstahl konnte die Polizei auch nach einem ĂŒberregionalen Ermittlungserfolg im Jahr 2023 senken. Nach einem Anstieg in 2022 auch aufgrund mehrerer Tatserien gerade in bzw. im Umfeld von EinkaufsmĂ€rkten konnten Uelzener Ermittler Anfang 2023 einem SerientĂ€ter "das Handwerk legen". Die Fallzahlen gingen in 2023 auf 259 Taten (-6,83%) zurĂŒck.

Im Fokus von EinzeltĂ€tern und von ĂŒberörtlichen kriminellen Hehlerbanden sind weiterhin FahrrĂ€der, hochwertige Pedelecs wie auch E-Scooter als Diebesgut. Seit Jahren und im Zuge des verĂ€nderten MobilitĂ€tsverhaltens werden FahrrĂ€der vielfach alternativ zu anderen Verkehrsmitteln genutzt. Der steigende Anteil hochwertiger RĂ€der (wie E-Bikes und Pedelecs) macht sich dabei ebenso bemerkbar wie die Preissteigerungen bei Fahrradkomponenten. AbgedĂ€mpft durch die zwei Pandemiejahre verzeichnet die Polizei seit Jahren einen deutlichen Anstieg bei den Diebstahlszahlen in allen drei Landkreisen. Nach dem deutlichen Anstieg im Jahr 2022 konnte dieses AufwĂ€rtstrend bei den DiebstĂ€hlen von FahrrĂ€dern in 2023 gestoppt werden. Die Zahlen gingen hier leicht um 1,34 Prozent (-23 Taten) auf 1.698 zurĂŒck. Auch bei der AufklĂ€rungsquote gab es eine positive Entwicklung. Diese stieg auf 13,55 Prozent (2022: 11,80%).

Die Polizei verstĂ€rkt weiter mit zielgerichteten Ermittlungen und weiteren Maßnahmen ihre Arbeit. Entscheidend ist jedoch auch eine erfolgreiche PrĂ€vention insbesondere durch eigene Maßnahmen zur Fahrradsicherung.

Auch aufgrund der Tatsache, dass nur vereinzelt polizeilich codierte FahrrĂ€der entwendet werden, wirbt die Polizei weiterhin fĂŒr die auch in 2024 geplanten kostenlosen Fahrradcodierungen.

++ Haus- und Wohnungseinbruch (HWE) auf niedrigem Niveau ++ relativer Zuwachs, jedoch jede zweite Tat scheitert (49,01% Versuchstaten) ++ gute AufklÀrungsquote von 26,16 Prozent ++

Neben den Schwerpunkt- und PrĂ€ventionsmaßnahmen der letzten Jahre haben unterstĂŒtzend auch Corona-Lockdown und Homeoffice in den Jahren 2020, 2021 und 2022 zu einem historischen Tiefstwert ("30-Jahre-Tiefstwert") bei den Haus- und WohnungseinbrĂŒchen in der Region beigetragen. Im Jahr 2023 konnte dieses Trend nicht fortgesetzt werden, sodass die Einbruchzahlen bei "relativen Zuwachs" um 27,97 Prozent auf 302 Taten stiegen. Die Zahlen befinden sich dabei weiter auf niedrigem Niveau - zum Vergleich: im Jahr 2015 gab es 603 EinbrĂŒche in der Region; im Jahr 1993 waren es sogar 1265.

Neben der polizeiinspektionsĂŒbergreifenden Fahndungs- und Ermittlungsarbeit setzt die Polizei vor allem auch auf die Hilfe und die Hinweise der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die in der Vergangenheit mit Hinweisen auf verdĂ€chtige Personen oder Fahrzeuge die Arbeit der Polizei unterstĂŒtzten.

Parallel wirbt die Polizei auch fĂŒr die verstĂ€rkte Sicherung von HĂ€usern und Wohnungen und fĂŒhrt entsprechende individuelle Beratungen durch. Im vergangenen Jahr blieb von den 302 Taten fast jede Zweite "im Versuch stecken" (49,01% = 148 Versuche), welches insbesondere auch auf die verstĂ€rkte Sicherung von Wohnobjekten und die hohe SensibilitĂ€t im Anzeigeverhalten der Bevölkerung zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Die AufklĂ€rungsquote liegt auch im Hinblick auf die vielen Versuchstaten bei einem guten Wert von 26,16 Prozent und befindet sich deutlich ĂŒber dem Landesniveau.

++ Stagnation bei Körperverletzungen, jedoch deutlicher Anstieg im Deliktbereich Raub/rÀuberischer Diebstahl u.a. aufgrund rÀuberischer LadendiebstÀhle ++ Gewalt gegen Polizeibeamte und RettungskrÀfte ++ Augenmerk auf die Fallzahlen bei "HÀuslicher Gewalt" - Anstieg auf 1.155 FÀlle ++

Zu einem moderaten Anstieg kam es im Jahr 2023 bei den Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (+4,76%). Parallel stagnierte die Zahl der Körperverletzungsdelikte, wobei gefĂ€hrliche Körperverletzungen im öffentlichen Raum (-20,55% / -52 Taten) deutlich zurĂŒckgingen. Deutlich um 52,42 Prozent stiegen die Fallzahlen im Deliktsfeld "Raub/rĂ€uberischer Diebstahl", welches auch auf die hohe Zahl der rĂ€uberischen LadendiebstĂ€hle zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Einhergehend mit dem "Gesetzespaket gegen Hass und Hetze" und der Änderung des Tatbestands der Bedrohung, § 241 StGB, im April 2021 stieg die Fallzahl der tatbestandsmĂ€ĂŸigen Bedrohungsdelikte erneut um 9,44 Prozent auf 1.032 Taten und hat sich seit dieser Gesetzesnovellierung in drei Jahren weit mehr als verdoppelt (2020: 445 Taten).

Opfer von Gewalt wurden zuletzt auch immer wieder diejenigen, die im Auftrag der Gesellschaft anderen helfen sollen: Mit Besorgnis betrachtet die Polizei auch weiterhin die VorfĂ€lle von Gewalt gegen Polizeibeamte. Hier stagnieren die VorfĂ€lle in den Landkreisen LĂŒneburg, LĂŒchow-Dannenberg, Uelzen auf hohem Niveau. Mit 210 Taten (2022: 214 Taten) liegen die Zahlen weit ĂŒber dem Durchschnitt der letzten fĂŒnf Jahre. Bei den FĂ€llen handelt es sich grĂ¶ĂŸtenteils um Einzeltaten; 520 PVBInnen wurden Opfer von Gewalt, zumeist im Zusammenhang mit den tĂ€glichen Einsatzlagen (TĂ€tlicher Angriff, Widerstand und Bedrohung); 97 BeamtInnen wurden dabei leicht verletzt.

Die erfassten und bekanntgewordenen Zahlen bei der Gewalt gegen RettungskrĂ€fte (Rettungsdienst und Feuerwehr) sind im Jahr 2023 erfreulicherweise zurĂŒckgegangen. Hier haben sich die Ereignisse mit 7 VorfĂ€llen in 2023 (2022: 15) bei 11 Opfern halbiert, befinden sich jedoch noch im Trend der letzten Jahre.

"Die noch immer hohe Fallzahl von Gewalt, der Kolleginnen und Kollegen ausgesetzt sind, betrachte ich, wie auch in den Jahren zuvor, mit grĂ¶ĂŸter Sorge", so PolizeiprĂ€sident Thomas Ring. "Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrfrauen und FeuerwehrmĂ€nner sowie RettungskrĂ€fte helfen Menschen in Not, schĂŒtzen unsere Demokratie und die Rechte jedes Einzelnen. HierfĂŒr haben sie gesellschaftliche Anerkennung und Sicherheit bei der AusĂŒbung ihrer TĂ€tigkeit verdient. Jeder Angriff auf eine Polizeibeamtin oder einen Polizeibeamten ist immer auch ein Angriff auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung. Derartige Angriffe sind nicht zu tolerieren. Wir werden den Dialog mit Kolleginnen und Kollegen, mit Gewerkschaften und VerbĂ€nden fortsetzen, um wirkungsvolle Maßnahmen zu treffen und zu zeigen, wie scharf wir derartige Angriffe verurteilen und wie ernst und mit welcher HĂ€rte wir diese strafrechtlich und menschlich verfolgen."

Rund ein Viertel aller Frauen in Deutschland haben schon mindestens einmal körperliche oder sexuelle Übergriffe durch eine Partnerin oder einen Partner erlebt. Bei jeder dritten gefĂ€hrlichen Körperverletzung in der Partnerschaft ist das Opfer mĂ€nnlich. Jeden Tag erfolgt in Deutschland ein versuchtes Tötungsdelikt zwischen Partnern bzw. Ex-Partnern. An jedem dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner/Ex-Partner getötet. Gewalt in Partnerschaften bzw. im hĂ€uslichen Bereich kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor und ist unabhĂ€ngig von Herkunft, Bildung oder Einkommen. Sie kann unterschiedliche Formen haben und als körperliche, sexuelle, psychische (auch wirtschaftliche) oder digitalisierte Gewalt in Erscheinung treten. Die Statistiken der vergangenen Jahre zeigen sowohl bundes- als auch landesweit eine kontinuierliche Steigerung der bekanntgewordenen FĂ€lle von hĂ€uslicher Gewalt.

Auch vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und in den coronabedingten insbesondere fĂŒr Familien verbundenen sozialen und psychischen Belastungssituationen hat die Polizei auch in 2023 insbesondere in der PrĂ€ventionsarbeit zusammen mit anderen Partnern ein besonderes Augenmerk auf die Thematik "HĂ€usliche Gewalt" gelegt.

Im Zeitraum des Jahres 2023 gab es im Inspektionsbereich insgesamt 1.155 FĂ€lle gemĂ€ĂŸ der bundeseinheitlichen Definition "HĂ€usliche Gewalt", was einer Steigerung von 3,2 Prozent entspricht. In den Vorjahren waren es noch 1.119 (2022) bzw. 879 (2021) Taten. Trotz intensiver AufklĂ€rung und Hilfsangeboten ist ein hohes Dunkelfeld hier weiterhin wahrscheinlich.

Bei der hĂ€uslichen Gewalt handelt es sich um einen besonders sensiblen Bereich der KriminalitĂ€t. Die Dunkelziffer in diesem Deliktsfeld ist sehr hoch. Die Opfer sind oft stark eingeschĂŒchtert, sie fĂŒrchten Repressionen und haben Angst, die TĂ€terin oder den TĂ€ter bei der Polizei anzuzeigen. Gerade deshalb legt die Polizei hier einen Fokus darauf, Opfer hĂ€uslicher Gewalt durch gezielte PrĂ€ventionsarbeit zu stĂ€rken und die TĂ€terinnen und TĂ€ter zur Verantwortung zu ziehen. In der Region arbeiten unsere PrĂ€ventionsteams stetig daran, diese Ziele zu erreichen. Unter anderem bietet die Polizeiinspektion LĂŒneburg/LĂŒchow-Dannenberg/Uelzen Veranstaltungen zum Thema "Wie schĂŒtzen sich Frauen?" an.

"Weiterhin ist in diesem Deliktsfeld die Mithilfe aus der Bevölkerung ein wichtiger Bestandteil. Egal ob im persönlichen Umfeld, in der Nachbarschaft oder im beruflichen Umfeld: Melden Sie VerdachtsfĂ€lle hĂ€uslicher Gewalt Ihrer zustĂ€ndigen Polizeidienststelle - in akuten FĂ€llen natĂŒrlich ĂŒber den Notruf! Oder ermutigen Sie Opfer, selbst zur Polizei zu gehen. HĂ€usliche Gewalt kennt kein Geschlecht, kein Alter und keine Gesellschaftsschicht - jede/r kann betroffen sein. Bitte schauen Sie nicht weg!", appelliert die Leiterin der Polizeiinspektion Stefanie Lerche.

++ Anstieg bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auch durch das Anzeigeverhalten bei der Verbreitung von pornografischen Schriften (Bilder ĂŒber Messenger-Dienste) ++

Einen deutlichen Anstieg bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf 678 Taten gab es im Jahr 2023, womit sich hier der Negativtrend der letzten Jahre fortsetzte. Die AufklÀrungsquote in dem Deliktsfeld ist weiterhin hoch und liegt hier bei 91,15 Prozent.

Den grĂ¶ĂŸten Teil bei der Steigerung der Fallzahlen macht hier das Deliktsfeld "Ausnutzen sex. Neigungen" (u.a. Kinderpornografie und die Verbreitung von pornografischen Schriften) mit 368 Taten (+42,08% / +109 Taten) aus, was u.a. auf das Anzeigeverhalten und die technischen Möglichkeiten u.a. bei dem Verbreiten von pornografischen Bildern ĂŒber Messenger-Dienste auch bei Kindern und Jugendlichen untereinander zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Die Zahlen bei den "klassischen" Sexualdelikten wie Vergewaltigung, sexueller Missbrauch oder BelĂ€stigung blieben fast identisch bzw. sanken leicht. Die Polizei appelliert weiterhin, Sexualstraftaten auch in Partnerschaften konsequent anzuzeigen. Nur wenn die Polizei oder Opferschutzorganisationen Kenntnis ĂŒber diese Sachverhalte erhalten, können diese umgehend einschreiten und helfen.

++ Straftaten zum Nachteil Ă€lterer Menschen (SĂ€M) - gemeinsam gegen "Schockanrufe, Enkeltrick, Falsche Polizeibeamte, WhatsApp-Betrug & Co" ++ steigende Fallzahlen sowie umfangreiche Ermittlungs- und PrĂ€ventionsmaßnahmen ++

Straftaten zum Nachteil Ă€lterer Menschen (SĂ€M) bzw. "Call-Center-Betrug" werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik nur zum Teil vollstĂ€ndig abgebildet. Hierunter fallen u.a. FĂ€lle von sog. Schockanrufen, Enkeltrick, Falsche Polizeibeamte und seit kurzem auch WhatsApp- und SMS-Betrug. Kriminelle u.a. Anrufer agieren oft aus dem Ausland und versuchen Ă€ltere Menschen durch Droh- und Schockanrufe oder durch das Erschleichen von Vertrauen zu einer Übergabe/Transaktion von Geld und Wertsachen zu bewegen. Erst wenn MittĂ€ter in Deutschland aktiv werden, wird dies in der PKS erfasst. Parallel besteht gerade hier ein großes Dunkelfeld, da missglĂŒckte Versuchstaten nicht bei der Polizei gemeldet und erfasst werden bzw. sich GeschĂ€digte auch aus Scham nicht bei der Polizei melden.

Auch durch die vielfÀltigen PrÀventionskampagnen "Nicht mit mir" bis zur Kampagne "Die Polizei geht zum Friseur - gemeinsam gegen "Schockanrufe, Enkeltrick, Falsche Polizeibeamte, WhatsApp-Betrug & Co"" registrierte die Polizei in den letzten Jahren deutlich steigende Fallzahlen. Bei gut 649 angezeigten FÀllen im Jahr 2023 lag der Gesamtschaden bei mehr als einhunderttausend Euro, wobei die professionellen TÀter nur in einzelnen AusnahmefÀllen erfolgreich waren; dort jedoch höhere Bargeldsummen bzw. WertgegenstÀnde ergaunern konnten.

++ JugendkriminalitÀt ++

Die Anzahl der aufgeklĂ€rten FĂ€lle, zu denen junge Menschen (Alter unter 21 Jahre) als TatverdĂ€chtige oder Beschuldigte ermittelt wurden, weist im Berichtsjahr 2023 erneut eine Steigerung auf. WĂ€hrend die Zahl der ermittelten Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) um 4,55 Prozent auf 735 sank, ĂŒberstiegen die Zahlen der jugendlichen TatverdĂ€chtigen (14 bis 18 Jahre) - 1.004 TV - und der tatverdĂ€chtigen Kinder (0 bis 13 Jahre) - 405 TV - das Niveau des Vorjahres um mehr als 10 Prozent. Insbesondere bei den Jugendlichen spielen wahrscheinlich auch sogenannte "Corona-Nachholeffekte" eine Rolle. FĂŒr diese Altersgruppe relativ typische NormĂŒberschreitungen waren wĂ€hrend der Pandemie nur begrenzt möglich und werden nun möglicherweise verstĂ€rkt ausgelebt.

Jugendliche TatverdĂ€chtige haben insbesondere bei den Diebstahlsdelikten (Ladendiebstahl, einfacher Diebstahl aus WarenhĂ€usern, Diebstahl aus KellerrĂ€umen) und den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (Verbreitung KiPo und Verletzung des Intimbereiches durch Bildaufnahmen) einen erhöhten Anteil. In diesen Bereichen liegt der Anteil minderjĂ€hriger TatverdĂ€chtiger ĂŒber 30 Prozent.

++ Schwerpunkte 2024 ++

Die Polizeiinspektion wird wesentliche Schwerpunkte der letzten Jahre fortsetzen und teilweise intensivieren. Der Maßnahmenplan 2024 hat dabei folgende Schwerpunkte:

... auf das heutige PressegesprĂ€ch mit den Medien wird verwiesen. Weitere Detailinformationen auch fĂŒr die drei Landkreise LĂŒneburg, LĂŒchow-Dannenberg und Uelzen sind der Anlage zu entnehmen. Parallel lohnt sich auch ein Blick auf die Veröffentlichungen via facebook, Instagram und "X" (ehemals twitter).

++ Die vollstÀndige PKS 2023 findet sich ab dem 15.03.24 als Download unter www.polizeipresse.de ++

RĂŒckfragen bitte an:

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