Polizeidirektion Göttingen hisst LSBTIQ-Flagge anlÀsslich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai
17.05.2025 - 10:00:00Hintergrund des IDAHOBIT
Seit seiner EinfĂŒhrung im Jahr 2004 setzt der IDAHOBIT ein Zeichen fĂŒr Akzeptanz, Gleichberechtigung und Menschenrechte, um eine offene und vielfĂ€ltige Gesellschaft zu fördern, in der jeder Mensch respektiert und geschĂŒtzt wird. Gleichzeitig soll er auch daran erinnern, dass Diskriminierung gegenĂŒber LSBTIQ-Personen leider immer noch RealitĂ€t ist. Trotz wichtiger Fortschritte erleben viele Menschen weiterhin Ausgrenzung, Gewalt und Benachteiligung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen IdentitĂ€t. So werden in 69 LĂ€ndern weltweit gleichgeschlechtliche Ehen kriminalisiert, in einem Drittel der LĂ€nder werden LSBTIQ-Personen gesetzlich diskriminiert und in zwölf Staaten droht ihnen sogar die Todesstrafe - um nur wenige Beispiele zu nennen.
Gemeinsam gegen Hass und Hetze
"Die Feindseligkeit, mit der LSBTIQ-Personen jeden Tag weltweit konfrontiert werden schockiert mich zutiefst. Aber so weit mĂŒssen wir gar nicht schauen: Auch in unserem ZustĂ€ndigkeitsbereich kommt es immer wieder zu Straftaten gegen Menschen aus der LSBTIQ-Community", sagt Tanja Wulff-Bruhn, PrĂ€sidentin der Polizeidirektion Göttingen. So hat es im vergangenen Jahr 294 Straftaten gegeben, die der HasskriminalitĂ€t zuzuordnen sind. Dazu gehören auch Taten, die Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen IdentitĂ€t erleiden mussten. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Delikte in dem Bereich deutlich angestiegen - vor allem die Taten, die aufgrund der sexuellen Orientierung der Opfer ausgeĂŒbt wurden. Die PrĂ€sidentin weiter: "Diese erschreckende Entwicklung ist fĂŒr mich nicht hinnehmbar. Wir stellen uns klar gegen jede Form der Diskriminierung, Hass und Hetze. Ich appelliere an alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die Opfer von HasskriminalitĂ€t geworden sind, sich uns anzuvertrauen und Anzeige zu erstatten. Wir nehmen jede Straftat ernst und wollen uns mit allen Mitteln dafĂŒr einsetzen, die TĂ€terinnen und TĂ€ter zur Rechenschaft zu ziehen. Besonders Göttingen ist eine bunte und vielfĂ€ltige Stadt, in der alle willkommen sind - und das soll auch so bleiben".
Gemeinsam mit dem Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, Marco Hansmann, sowie der Abteilungsleiterin 2, Lisa Bode, und der LSBTIQ-Ansprechperson der Polizeidirektion Göttingen, Polizeioberkommissar Tim Rinne, hisste sie die Regenbogenflagge vor dem DienstgebÀude der PD Göttingen.
Marco Hansmann, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, findet klare Worte anlĂ€sslich des IDAHOBIT: "Eine gerechte und zukunftsfĂ€hige Gesellschaft erkennt die VielfĂ€ltigkeit ihrer Mitglieder als StĂ€rke und Bereicherung an. Das schlieĂt alle Menschen mit ein. Chancengleichheit darf kein leeres Versprechen sein, sondern muss in allen Lebensbereichen aktiv umgesetzt werden - unabhĂ€ngig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher IdentitĂ€t. Es darf keinen Raum fĂŒr Diskriminierung, Ausgrenzung oder Stigmatisierung geben. Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, uns sichtbar, solidarisch und entschlossen fĂŒr die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe von LSBTIQ-Personen einzusetzen".
Ansprechpersonen fĂŒr Mitarbeitende sowie BĂŒrgerinnen und BĂŒrger
Die Polizeidirektion Göttingen setzt sich auch in den eigenen Reihen fĂŒr die Sichtbarkeit und die Akzeptanz von queeren Mitarbeitenden ein. DafĂŒr gibt es die Ansprechpersonen LSBTIQ, Polizeioberkommissar Tim Rinne und Polizeioberkommissarin Christin Milius. Sie sind nicht nur die Anlaufstelle aller Facetten des Themenkomplexes fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, sondern wirken auch innerhalb der Organisation. Sie bieten unter anderem Hilfestellung bei Krisen und Konflikten an, geben Schulungen und stehen bei Fragen beratend zur Seite. "Es ist wichtig, die eigene Kollegschaft fĂŒr LSBTIQ-Themen zu sensibilisieren. Nur wenn ein Bewusstsein fĂŒr Vielfalt, Teilhabe und den Abbau von Diskriminierung geschaffen wird, kann auch nach auĂen glaubwĂŒrdig und wirksam fĂŒr diese Werte eingestanden werden. AuĂerdem wollen wir allen Mitarbeitenden zur Seite stehen, die Fragen zu dem Thema haben oder UnterstĂŒtzung benötigen. Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich alle wohl fĂŒhlen und sich niemand verstecken muss", erklĂ€rt Tim Rinne. "Das Hissen der Flagge ist wichtig, um klar und deutlich zu zeigen: Wir als Polizei setzen uns fĂŒr ein Umfeld ein, in dem sich alle Menschen mit Respekt, Offenheit und WĂŒrde begegnen".
BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können die Ansprechpersonen LSBTIQ mit ihren Anliegen unter [email protected] erreichen. Bei eilbedĂŒrftigen Angelegenheiten sollte immer der Notruf gewĂ€hlt werden.
LSBTIQ-Personen werden jedoch nicht nur im realen Leben, sondern hĂ€ufig auch im Internet angefeindet oder sogar bedroht. Hier können sich die TĂ€terinnen und TĂ€ter hinter der vermeintlichen AnonymitĂ€t der digitalen Welt verstecken, was auch die Hemmschwelle sinken lĂ€sst. Auch wenn es sich dabei nicht um physische Gewaltanwendung handelt, können solche Erfahrungen gravierende psychische Folgen fĂŒr die Opfer bedeuten. Um dem entgegenzuwirken, wurde 2022 die "Zentrale Meldestelle fĂŒr HasskriminalitĂ€t im Internet" (ZMI) beim Bundeskriminalamt (BKA) und eine "Zentralstelle zur BekĂ€mpfung von HasskriminalitĂ€t im Internet" beim Landeskriminalamt Niedersachsen sowie bei der Staatsanwaltschaft Göttingen ins Leben gerufen. Opfer von Hass im Netz erhalten auch hier Hilfe.
RĂŒckfragen bitte an:
Polizeidirektion Göttingen
Louisa Kasprowski
Telefon: 0551/491-1031
E-Mail: [email protected]
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