Kreis Recklinghausen/ Bottrop: Gewalt ist keine Privatsache!
26.06.2026 - 08:19:06 | presseportal.de"Unter HĂ€uslicher Gewalt verstehen wir körperliche und psychische Ăbergriffe in Partnerschaften, Familien oder gemeinsamen Wohnsituationen - auch dann, wenn die Beziehung bereits beendet ist", erklĂ€rt Zurhausen. Gerade Trennungssituationen seien hĂ€ufig Auslöser fĂŒr Eskalationen, Bedrohungen oder Stalking.
Der Juristin ist nicht nur die BekĂ€mpfung HĂ€uslicher Gewalt seit ihrem Amtsantritt als PolizeiprĂ€sidentin ein groĂes Anliegen, auch die Opferbetreuung und PrĂ€vention ist ein Schwerpunkt ihrer Behörde. "Oft sind es Scham, Angst oder das GefĂŒhl, dass ein Ăbergriff zu geringfĂŒgig sei, um die Polizei einzuschalten, was die Opfer davon abhĂ€lt, Hilfe zu rufen", so Zurhausen. Daher sei es wahrscheinlich, dass es neben den angezeigten Straftaten ein Dunkelfeld gibt.
Denn HĂ€usliche Gewalt findet oft hinter verschlossenen TĂŒren statt. Trotzdem rĂŒckte die Polizei Recklinghausen im vergangenen Jahr durchschnittlich sieben Mal am Tag aus, um Straftaten im Bereich der HĂ€uslichen Gewalt aufzunehmen. Insgesamt sind im Jahr 2025 2.694 FĂ€lle im Kreis Recklinghausen und Bottrop bekannt geworden. Nach Auswertung der Polizei sind mehr als zwei Drittel der Betroffenen Frauen. Etwa die HĂ€lfte der registrierten Straftaten entfĂ€llt auf vorsĂ€tzliche einfache Körperverletzung. "GeringfĂŒgige Gewalt gibt es nicht", betont Zurhausen. "Jeder Ăbergriff ist eine Straftat - und kein Ausrutscher."
Hilfe beginnt beim ersten Einsatz
Bereits beim ersten Polizeieinsatz erhalten Betroffene Hinweise auf Hilfsangebote durch die Polizeibeamtinnen und -beamten. ZusĂ€tzlich nehmen speziell geschulte OpferschĂŒtzerinnen und OpferschĂŒtzer im Nachgang aktiv Kontakt auf.
"Das RĂŒckkehrverbot verschafft den Betroffenen Zeit, SchutzmaĂnahmen zu organisieren - etwa eine gerichtliche VerfĂŒgung oder die Aufnahme in ein Frauenhaus", erklĂ€rt Kriminalhauptkommissarin Nadin Jendreiko, die als Opferschutzbeauftragte im Kreis Recklinghausen und Bottrop tĂ€tig ist.
Die Polizei arbeitet dabei eng mit einem Netzwerk aus JugendĂ€mtern, FrauenhĂ€usern und Beratungsstellen zusammen. Dieses machen sie Betroffenen zugĂ€nglich. "Wir begleiten die Betroffenen auf diesem Weg - aber sie mĂŒssen die Hilfe auch annehmen wollen. Das ist oft ein schwieriger und belastender Prozess", so Jendreiko.
Polizei appelliert an das Umfeld
Die Polizei ist bei der BekĂ€mpfung HĂ€uslicher Gewalt auch auf Hinweise aus dem Umfeld angewiesen. "Gewalt ist keine Privatsache", betont Zurhausen. "Wir kommen auch, wenn wir von Nachbarn, Freunden oder Angehörigen benachrichtigt werden." Ihr Appell: "Wenn Sie einen Verdacht haben, rufen Sie die Polizei. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig - denn jeder Einsatz kann Leben schĂŒtzen."
Betroffene können sich rund um die Uhr an die Polizei unter der Notrufnummer 110 wenden. ZusĂ€tzlich bietet das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Nummer 116 016 kostenfreie und anonyme Beratung in mehreren Sprachen an. Speziell fĂŒr den Kreis Recklinghausen gibt es Informationen gebĂŒndelt unter https://rundertisch-kreis-recklinghausen.de/.
RĂŒckfragen fĂŒr Medienschaffende bitte an:
PolizeiprÀsidium Recklinghausen
Hendrik Matena
Medientelefon: 02361 55 2979
E-Mail: pressestelle.recklinghausen@polizei.nrw.de
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