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Kreis Recklinghausen / Bottrop: Weniger Schwerverletzte, mehr UnfÀlle mit SachschÀden - Polizei stellt den Verkehrsunfallbericht 2023 vor

18.03.2024 - 11:45:01

Recklinghausen - "Leichtsinn und RĂŒcksichtslosigkeit gefĂ€hrden Leben. Verantwortungsbewusstes Handeln im Straßenverkehr schĂŒtzt Leben - das eigene und das anderer. Alle, die auf unseren Straßen unterwegs sind, mĂŒssen sich dessen bewusst sein", sagt PolizeiprĂ€sidentin Friederike Zurhausen. "Deshalb mein Appell: Halten Sie sich an die Regeln. Nehmen Sie RĂŒcksicht. Helfen Sie mit, Leben zu schĂŒtzen."

Zehn Menschen sind im vergangenen Jahr bei VerkehrsunfĂ€llen auf Straßen im Kreis Recklinghausen und Bottrop verstorben - die traurigste Erkenntnis aus dem Verkehrsunfallbericht 2023, den die Polizei am 18. MĂ€rz veröffentlicht hat. Doch der Bericht zeigt auch positive Entwicklungen. Es gab weniger Schwerverletzte, weniger verletzte Rad- und Pedelecfahrende, weniger verletzte Fahrerinnen und Fahrer von MotorrĂ€dern (mit mehr als 125 ccm Hubraum) sowie weniger verunglĂŒckte E-Scooterfahrende.

"Es ist und bleibt unser Ziel, die Zahl der im Straßenverkehr Verletzten und Getöteten zu senken", sagt PolizeiprĂ€sidentin Friederike Zurhausen. "Wir alle wollen lange leben. Auch die, die im Straßenverkehr das Leben anderer gefĂ€hrden."

Der Verkehrsunfallbericht 2023 des PolizeiprĂ€sidiums Recklinghausen gibt einen detaillierten Überblick ĂŒber die Entwicklung der Verkehrssicherheitslage in den zehn StĂ€dten des Kreises Recklinghausen sowie in der kreisfreien Stadt Bottrop.

"Der Schutz von FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€ngern, Radfahrenden und weiteren ungeschĂŒtzten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer hat hohe PrioritĂ€t in unserer Verkehrssicherheitsarbeit", sagt Friederike Zurhausen. Mit zahlreichen Projekten fĂŒr unterschiedliche Alters- und Zielgruppen will die Polizei das Bewusstsein fĂŒr die Gefahren des Straßenverkehrs schĂ€rfen. Sei es beim Fahrradtraining in der Grundschule, Crash-Kurs-Veranstaltungen fĂŒr kĂŒnftige Autofahrerinnen und Autofahrer oder dem Pedelec-Sicherheitstraining fĂŒr Seniorinnen und Senioren.

Zur Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei gehören auch Verkehrskontrollen. Die Sanktionen fĂŒr zu schnelles Fahren, Alkohol- und DrogenverstĂ¶ĂŸe, unerlaubte Handynutzung, mangelhaften technischen Zustand von Fahrzeugen oder schlechte Ladungssicherung sollen eine Besinnung auf die Regeln bewirken. "Oberstes Ziel ist es, Leben zu schĂŒtzen", betont Friederike Zurhausen. Raser und illegales Tuning hat die Polizei weiterhin verstĂ€rkt im Blick. "Wir ahnden VerstĂ¶ĂŸe konsequent - bis hin zur Sicherstellung des Fahrzeugs und des FĂŒhrerscheins", sagt die PolizeiprĂ€sidentin.

67 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr wegen des Verdachts auf illegales Tuning und sieben Fahrzeuge nach illegalen Rennen von der Polizei sichergestellt. 119 Verkehrsteilnehmende mussten ihren FĂŒhrerschein abgeben, weil sie verkehrsgefĂ€hrdend, rĂŒcksichtslos und erheblich zu schnell unterwegs waren.

Mehr UnfÀlle, aber weniger Schwerverletzte: 23.048 VerkehrsunfÀlle hat die Polizei im Kreis Recklinghausen und in der Stadt Bottrop im vergangenen Jahr insgesamt aufgenommen, 840 mehr als im Jahr 2022. Die Zahl der Verletzten ist dagegen gesunken. 365 Personen zogen sich bei VerkehrsunfÀllen schwere Verletzungen zu, die eine stationÀre Behandlung in einem Krankenhaus erforderten, 101 weniger als im Vorjahr. 2.216 Verkehrsteilnehmende wurden leicht verletzt, 28 mehr als im Jahr 2022. Bei 20.429 UnfÀllen blieb es bei SachschÀden (+903).

Schutz "schwacher" Verkehrsteilnehmender: 2023 sind nach einem traurigen Höchststand im Jahr 2022 wieder weniger Radfahrende verunglĂŒckt. Die Zahl verunglĂŒckter Radfahrerinnen und Radfahrer sank auf 663 (-126) und die Zahl verunglĂŒckter Pedelec-Nutzender auf 273 (-60). "Dass es weniger verunglĂŒckte Radfahrende gegeben hat, ist erfreulich, aber kein Grund, bei der PrĂ€ventionsarbeit auf diesem Gebiet nachzulassen", betont PolizeiprĂ€sidentin Friederike Zurhausen.

Auch die Schulwegsicherung wird die Polizei weiterhin verstĂ€rkt im Blick haben, denn die Zahl der SchulwegunfĂ€lle blieb mit 49 (+1) auf Vorjahresniveau. "Zu schnelles Fahren vor Schulen und Kitas bleibt ein Problem, vor dem Schuleingang ungĂŒnstig oder gar verkehrswidrig abgestellte Autos von Eltern sind ein weiteres. Da bedarf es viel Überzeugungsarbeit. Kinder sind im Straßenverkehr besonderen Gefahren ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass sie frĂŒhzeitig ĂŒber Risiken aufgeklĂ€rt werden und lernen, wie sie sich richtig verhalten. Dabei brauchen sie die UnterstĂŒtzung von Eltern, LehrkrĂ€ften, der Polizei sowie die RĂŒcksichtnahme aller Verkehrsteilnehmenden", sagt Martin Kirchner, der Leiter der Verkehrsdirektion im RecklinghĂ€user PolizeiprĂ€sidium. PrĂ€ventionsarbeit an Schulen und Kitas sowie regelmĂ€ĂŸige Verkehrskontrollen insbesondere vor Schulen gehören daher auch 2024 zu priorisierten Aufgaben der Polizei.

VerunglĂŒckten-HĂ€ufigkeitszahl unter dem Landeswert: Wie sicher sind die Straßen im Kreis Recklinghausen und in Bottrop? Einen Hinweis gibt die Relationszahl "VerunglĂŒckten-HĂ€ufigkeitszahl" (VHZ). Diese benennt die Zahl der bei VerkehrsunfĂ€llen Verletzten und Getöteten je 100.000 Einwohner. Im ZustĂ€ndigkeitsbereich des PolizeiprĂ€sidiums Recklinghausen lag die VHZ im vergangenen Jahr bei 351. Die VHZ im Land NRW lag bei 388. Daraus lĂ€sst sich ablesen, dass die Menschen im ZustĂ€ndigkeitsbereich des PolizeiprĂ€sidiums Recklinghausen weiter vergleichsweise sicher unterwegs sind.

Die Sicherheitslage auf den Straßen ist abhĂ€ngig von vielen Faktoren: Zu hohe Geschwindigkeit, Ablenkung, Alkohol- und Drogenkonsum, Unachtsamkeit - dies und mehr lĂ€sst das Unfallrisiko steigen. Oft liegt es an individuellem Fehlverhalten, wenn es zum Unfall kommt, beispielsweise beim Abbiegen und Wenden oder wenn Vorfahrtsregeln missachtet werden. Widrige Witterungsbedingungen und schlechte Sicht erfordern besonders umsichtiges Verhalten und eine vorausschauende Fahrweise. "Es hĂ€ngt von jedem Einzelnen ab, wie sicher unsere Straßen sind", betont PolizeiprĂ€sidentin Friederike Zurhausen.

Der gesamte Verkehrsunfallbericht 2023 der RecklinghÀuser Polizei mit Daten aus allen elf StÀdten des ZustÀndigkeitsbereichs ist seit dem 18. MÀrz 2024 auf der Homepage der Behörde veröffentlicht: https://recklinghausen.polizei.nrw/artikel/kriminalitaets-und-verkehrsunfallbericht

Medienvertretenden steht ab 12 Uhr ein Ansprechpartner zur VerfĂŒgung. FĂŒr einen reibungslosen Ablauf bitten wir Medienvertretende, Fragen und eine telefonische Erreichbarkeit an folgendes E-Mail-Postfach zu senden: [email protected]

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