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Kreis Recklinghausen / Bottrop: PolizeiprÀsidium Recklinghausen veröffentlicht KriminalitÀtsbericht 2023

03.04.2024 - 11:00:26

Recklinghausen - Recklinghausens PolizeiprĂ€sidentin Friederike Zurhausen und der Leitende Kriminaldirektor JĂŒrgen HĂ€usler stellen den KriminalitĂ€tsbericht 2023 vor. Die nachfolgenden Zahlen und Informationen geben die objektive KriminalitĂ€tsentwicklung wieder. Danach sind die Fallzahlen im vergangenen Jahr geringfĂŒgig gestiegen. Die Gesamtzahl der Straftaten stieg im Vergleich zu 2022 leicht an (+0,3% bzw. 161 FĂ€lle). 54.572 registrierte Straftaten bei einer gestiegenen AufklĂ€rungsquote von 53,17 Prozent (+1,17 %) wurden im ZustĂ€ndigkeitsbereich des PP Recklinghausen verzeichnet. "Im landesweiten Vergleich werden die Menschen in meinem ZustĂ€ndigkeitsbereich aber, wie schon seit vielen Jahren, seltener Opfer einer Straftat als anderswo. Uns ist daran gelegen, dass sich dies im SicherheitsgefĂŒhl der Bevölkerung widerspiegelt. Dieses Ziel ist deshalb auch im aktuellen Sicherheitsprogramm fest verankert", so PolizeiprĂ€sidentin Friederike Zurhausen.

Mit einem neu aufgelegten PrĂ€senzkonzept "Flex" zur BekĂ€mpfung der StraßenkriminalitĂ€t werden wir in der Lage sein, schnell und lageangepasst auf aktuelle VorfĂ€lle in den Kommunen des ZustĂ€ndigkeitsbereichs zu reagieren. Diese Vorgehensweise hat sich im vergangenen Jahr nach den Tumulten in Castrop-Rauxel bereits bewĂ€hrt.

WohnungseinbrĂŒche:

"Es gibt Bereiche, die mich umtreiben und sorgen", so Zurhausen. "Dazu zĂ€hlen die steigenden FĂ€lle von WohnungseinbrĂŒchen. Reisende TĂ€ter, oft aus Ă€rmeren LĂ€ndern, Inflation und Wirtschaftskrise können GrĂŒnde, aber keine Entschuldigung fĂŒr mehr EinbrĂŒche sein".

Wie auch im landesweiten Trend sind die Wohnungseinbruchzahlen auch im ZustĂ€ndigkeitsbereich des PP Recklinghausen gestiegen. Neben dem Schaden durch den Einbruch und fehlende WertgegenstĂ€nde, hinterlassen EinbrĂŒche oft auch psychische SchĂ€den bei den Betroffenen. "Da war ein Fremder in meiner Wohnung - an meinen Sachen. Das hinterlĂ€sst bei vielen GeschĂ€digten ein Trauma, das hĂ€ufig lange, manchmal jahrelang anhĂ€lt." Die Polizei ermittelt weiter konsequent, EinbruchsprĂ€vention und aufmerksame Nachbarn sind ebenfalls nötig, um Einbrecher zu stoppen. "Schaffen Sie keine Tatanreize, sichern Sie Fenster und TĂŒren ab und melden Sie VerdĂ€chtiges in Ihrer Nachbarschaft der Polizei", rĂ€t Zurhausen.

Messer:

AuffÀllig ist auch die Tatsache, dass öfter Messer vorgezeigt oder gegen andere Menschen eingesetzt werden. "Ein harmloser Streit kann durch ein Messer so eskalieren, dass er tödlich endet. Das muss in den Köpfen der Menschen ankommen." so Friederike Zurhausen.

310-mal wurde bei Straftaten ein Messer gegen Menschen eingesetzt oder vorgezeigt, das sind 124 FĂ€lle mehr, als im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung um fast 67 Prozent. Seit 2019 werden die Tathandlungen mit dem Tatmittel Messer in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst.

"Ein Messer gehört nicht in die Hosentasche wie ein SchlĂŒssel oder ein Handy! Bereits das FĂŒhren eines Messers in der Öffentlichkeit kann eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit sein.", sagt die Behördenleiterin. "Mit dem PrĂ€senzkonzept "Flex" können wir den Kontrolldruck erhöhen und GesetzesverstĂ¶ĂŸe auf den Straßen konsequent ahnden. Dies geschieht mit dem Ziel, dass weniger Messer in der Öffentlichkeit mitgefĂŒhrt werden." erlĂ€utert Friederike Zurhausen die Maßnahmen.

"Erschreckend ist, dass bei einem Drittel der FĂ€lle Messer durch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende gegen Menschen eingesetzt oder vorgehalten werden. Deshalb gehen wir prĂ€ventiv in Schulen und nutzen die Möglichkeit, mit SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern ĂŒber das Thema zu sprechen", erlĂ€utert der leitende Kriminaldirektor JĂŒrgen HĂ€usler.

TaschendiebstÀhle:

Die Zahl der TaschendiebstĂ€hle ist im vergangenen Jahr erfreulicherweise zurĂŒckgegangen. 180 FĂ€lle weniger als 2022. "Wir weisen als Polizei seit Jahren immer wieder auf die Gefahren durch Taschendiebe hin. Die Polizei hĂ€lt die Augen auf WochenmĂ€rkten, Kirmessen und Stadtfesten offen. Diese Maßnahmen scheinen im vergangenen Jahr gegriffen zu haben. Aber wir sprechen immer noch von 1.205 DiebstĂ€hlen in einem Jahr", erklĂ€rt Kriminaldirektor HĂ€usler. "Dazu kommt, dass die AufklĂ€rungsquote seit Jahren bei den TaschendiebstĂ€hlen sehr niedrig ist. Der Diebstahl wird oft erst beim nĂ€chsten Bezahlvorgang oder zuhause bemerkt. Dann sind die TĂ€ter aber schon lange weg", sagt HĂ€usler.

Nichtdeutsche TatverdÀchtige:

Bei uns im PolizeiprĂ€sidium Recklinghausen sind nichtdeutsche TatverdĂ€chtige bei den ermittelten TatverdĂ€chtigen mit einem Prozentanteil von 32,5% vertreten. Die Zahlen im PolizeiprĂ€sidium Recklinghausen sind allerdings im Vergleich zum Landestrend (34,9%) niedriger. Ein großer Teil dieser TatverdĂ€chtigen sind junge MĂ€nner. GrundsĂ€tzlich gilt: Junge MĂ€nner sind hĂ€ufiger straffĂ€llig als andere Bevölkerungsgruppen. Traumatisierungen, andere Wertevorstellungen, fehlende Wertevermittlung sind Faktoren, die fĂŒr eine StraffĂ€lligkeit Ursachen setzen können.

"Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Verpflichtung. An dieser Aufgabe mĂŒssen sich alle beteiligen. Wir kommen oft zum Einsatz, wenn Integration gescheitert ist.", erklĂ€rt PolizeiprĂ€sidentin Friederike Zurhausen.

Im PolizeiprĂ€sidium wird durch verschiedene Dialogformate ein prĂ€ventiver Beitrag zur Integration geleistet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei gehen bei verschiedenen Veranstaltungen genau dahin, wo sie Nichtdeutsche antreffen. Hier werden GesprĂ€che fĂŒr ein friedliches und straffreies Miteinander gefĂŒhrt.

Dialog:

Eine Voraussetzung fĂŒr viele Projekte und Maßnahmen ist die Kommunikation. "Wir mĂŒssen mit der Bevölkerung im GesprĂ€ch bleiben. Dazu sind wir im vergangenen Jahr mit einem neuen Projekt an den Start gegangen - der AnsprechBAR. Das gibt den Menschen in meinem ZustĂ€ndigkeitsbereich die Möglichkeit, ganz direkt mit der Polizei in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig erfahren wir, wo in unserem ZustĂ€ndigkeitsbereich "der Schuh drĂŒckt" und können entsprechend gegensteuern", so die Behördenleiterin. Die AnsprechBAR wird im laufenden Jahr fortgesetzt.

Der vorliegende Pressetext gibt nur einen kleinen Überblick aus dem ausfĂŒhrlichen und umfangreichen KriminalitĂ€tsbericht 2023. In dem Bericht selbst finden Sie Statistiken und Entwicklungen der einzelnen Deliktsfelder - auch heruntergebrochen auf die einzelnen StĂ€dte im ZustĂ€ndigkeitsbereich der Polizei Recklinghausen. Den gesamten KriminalitĂ€tsbericht finden Sie im Anhang, aber auch auf unserer Internetseite https://recklinghausen.polizei.nrw/artikel/kriminalitaets-und-verkehrsunfallbericht

FĂŒr RĂŒckfragen von Medienvertretern steht der Leiter der Direktion KriminalitĂ€t, Leitender Kriminaldirektor JĂŒrgen HĂ€usler, am Tag der Veröffentlichung ab 11:30 Uhr telefonisch zur VerfĂŒgung. Die Medienanfragen werden unter der Nummer 02361 55 1031 koordiniert. Fragen zum KriminalitĂ€tsbericht können gerne per Email unter der Adresse [email protected] eingereicht werden.

RĂŒckfragen bitte an:

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Andreas Lesch
Telefon: 02361 55 1031
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