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IM-MV: Norddeutscher Wohngipfel in Hamburg: NordlÀnder verabschieden Hamburger ErklÀrung zur Bauwende

24.06.2025 - 16:35:01

Schwerin - Die Verantwortlichen der Bauressorts der Norddeutschen BundeslĂ€nder haben sich heute in Hamburg zum "Norddeutschen Wohngipfel" getroffen. Zentrale Themen waren die jeweiligen Initiativen der LĂ€nder zum kostenreduzierten Bauen und zur Digitalisierung sowie ein gemeinsames Vorgehen fĂŒr eine erfolgreiche Bauwende. In der gemeinsam veröffentlichten "Hamburger ErklĂ€rung" loben die fĂŒnf BundeslĂ€nder die angekĂŒndigten Maßnahmen der Bundesregierung. Gleichzeitig appellieren sie an die dort Verantwortlichen, die Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit fĂŒr die Bauwende zu schaffen, und skizzieren, wie sie sich gemeinsam mit den vielseitigen Instrumenten des kostenreduzierten Bauens den aktuellen Herausforderungen stellen.

Karen Pein, Gastgeberin und Senatorin fĂŒr Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg: "Mit dem Hamburg-Standard haben wir gezeigt, wie wir die Baukosten auf 3.000EUR/mÂČ WohnflĂ€che reduzieren können. Die Baukosten machen aber nicht an LĂ€ndergrenzen halt. Alle BundeslĂ€nder stehen vor den gleichen Herausforderungen, daher haben wir schon frĂŒh den Schulterschluss mit unseren Ressortkolleginnen und Ressortkollegen gesucht. Nicht nur unser Hamburg-Standard zeigt, was sich gemeinsam bewegen lĂ€sst. In allen norddeutschen LĂ€ndern gibt es viele gute Projekte zur Kostenreduzierung im Wohnungsbau. Zusammen mĂŒssen wir das Bauen im Grundsatz neu denken, um es wieder attraktiv und bezahlbar zu machen. Kostenreduziertes Bauen darf nicht die Ausnahme, sondern sollte ein grundlegendes Prinzip sein. Mit dem Wohngipfel stĂ€rken wir die Zusammenarbeit auf LĂ€nderebene: Durch lĂ€nderĂŒbergreifenden Wissenstransfer und Kooperation stellen wir uns im Norden den Herausforderungen im Wohnungsbau gemeinsam."

Christian Pegel, Minister fĂŒr Inneres, Bau und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern: "Der Beschluss des IT-Planungsrats, bei der OZG-Umsetzung Einer-fĂŒr-alle-Lösungen zu entwickeln, war vorausschauend und kostensparend fĂŒr alle. MV hat den digitalen Bauantrag geliefert. 13 BundeslĂ€nder nutzen ihn zur Beschleunigung des Bauens. 582 der insgesamt 691 Bauaufsichtsbehörden in den Partner-BundeslĂ€ndern sind bereit, das Verfahren zu nutzen. 488 sind zudem an die Digitale Baugenehmigung angeschlossen. Bereits 212 Untere Bauaufsichtsbehörden sind fĂŒr BĂŒrger:innen erreichbar und mehr als 30.000 AntrĂ€ge wurden deutschlandweit gestellt. Themen wie digitale Assistenten, BIM oder Prozessautomatisierung sind dabei Schwerpunkte. Die Wohnraumförderung in MV ist von KontinuitĂ€t und hoher Finanzausstattung geprĂ€gt. Bundes- und Landesmittel sind in den vergangenen Jahren gestiegen und seit 2020 besonders hoch. 2020 waren es 32 Millionen, dieses Jahr 127 Millionen. Damit reagieren wir auf den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in den dynamischen MĂ€rkten des Landes. Die geplante Harmonisierung der ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen wird es Bund und LĂ€ndern ermöglichen, die Mittel effizienter einzusetzen und so Haushalten mit mittleren und kleinen Einkommen bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen."

Dr. Sabine SĂŒtterlin-Waack, Ministerin fĂŒr Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport in Schleswig-Holstein: "Wie im vergangenen Jahr stand das Thema Baukosten ganz oben auf der Agenda des Wohngipfels. In Schleswig-Holstein haben wir in der Zwischenzeit den sogenannten 'Regelstandard Erleichtertes Bauen' eingefĂŒhrt, der in der Wohnraumförderung verpflichtend ist. Kern des Standards ist die Konzentration auf gesetzliche Standards und die Vermeidung von kostentreibenden Maßnahmen - ohne wesentliche Einbußen beim Wohnkomfort. Damit sind wir bereits erfolgreich: Erstmals seit 40 Jahren konnten die Herstellungskosten im Bereich der Sozialen Wohnraumförderung spĂŒrbar gesenkt werden. Bei einzelnen Wohnungsbauprojekten sogar um bis zu 30 Prozent. Unser Regelstandard und der Hamburg-Standard könnten so zur Blaupause fĂŒr den gesamten Wohnungsbau werden! Jetzt ist der Bund gefordert, auch im freifinanzierten Wohnungsbau diesen neuen Standard zivilrechtlich abzusichern. Das wĂŒrde vielen Investorinnen und Investoren den RĂŒcken stĂ€rken und die Verbraucherinnen und Verbraucher schĂŒtzen."

Dr. Ralph Baumheier, Staatsrat bei der Senatorin fĂŒr Bau, MobilitĂ€t und Stadtentwicklung in Bremen: "Wir norddeutschen LĂ€nder sind uns einig und ziehen an einem Strang: Wir wollen schneller, einfacher und kostengĂŒnstiger bauen, um der sozialen Frage unserer Zeit Rechnung zu tragen. Bremen hat mit dem Abbau bĂŒrokratischer Sonderregeln und der Entwicklung eines eigenen Modells fĂŒr kosteneffizientes Bauen klare Zeichen gesetzt. Der Schulterschluss mit unseren NachbarlĂ€ndern gibt RĂŒckenwind fĂŒr eine echte Bauwende - sozial vertrĂ€glich, digital und ökologisch. Der Bund ist jetzt gefordert, verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen zu schaffen und uns bei dieser gemeinsamen Aufgabe entschlossen zu unterstĂŒtzen."

Matthias Wunderling-Weilbier, StaatssekretĂ€r im NiedersĂ€chsischen Ministerium fĂŒr Wirtschaft, Verkehr und Bauen: "Wir brauchen die Bauwende - jetzt! Und wir mĂŒssen das Thema neu denken: Bei der Energieversorgung darf nicht lĂ€nger nur das einzelne GebĂ€ude, sondern vielmehr das ganze Quartier im Blick sein. Es geht darum, eine neue Infrastruktur mit neuen Technologien zu schaffen. Notwendig ist es auch, dafĂŒr die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. DarĂŒber hinaus muss die Forschung zur Entwicklung klimaneutraler Bauprodukte deutlich verstĂ€rkt werden. Die Verwendung von Recycling-Produkten muss forciert werden, ebenso der Einsatz ökologisch nachhaltiger Baustoffe. Neue Herstellungsmethoden wie das serielle und modulare Bauen können wichtige BeitrĂ€ge leisten, um schnell eine große Anzahl von Wohnungen zu schaffen, die preisgĂŒnstig und klimagerecht sind. Gute Beispiele mĂŒssen sichtbarer gemacht werden. Der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz bei der Planung, beim Bau und bei der Verwaltung von GebĂ€uden muss verstĂ€rkt zum Einsatz kommen. Nur mit diesem ganzheitlichen Ansatz können wir die Klimaziele im GebĂ€udesektor erreichen und mehr Wohnraum sicherstellen."

Die gemeinsame "Hamburger ErklÀrung" finden Sie hier:

https://t1p.de/erklaerung-norddeutscher-wohngipfel

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