POL-SI, Verkehrsunfallstatistik

Verkehrsunfallstatistik: Kreis Siegen-Wittgenstein abermals sicherste Region in NRW - #polsiwi

18.03.2024 - 15:48:10

Siegen / Siegen-Wittgenstein - Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist statistisch gesehen beim Thema Straßenverkehr die sicherste Region in Nordrhein-Westfalen. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik fĂŒr das Jahr 2023 hervor, die am Montag (18.03.2024) im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Die Kreispolizeibehörde verteidigte damit den landesweiten Spitzenplatz aus dem Vorjahr.

In 2023 sind sowohl die absoluten Verkehrsunfallzahlen als auch die Anzahl der verunglĂŒckten Verkehrsteilnehmer im Vergleich zu dem Vorjahr gesunken. Im Jahr 2023 nahm die Kreispolizeibehörde 9.202 VerkehrsunfĂ€lle auf. Dabei gab es insgesamt 759 VerunglĂŒckte. Die Zahl der UnfĂ€lle sank um 61 UnfĂ€lle im Vergleich zum Jahr 2022, die Zahl der VerunglĂŒckten um 3 Prozent (- 23 Betroffene). Damit gab es nur im Coronajahr 2021 weniger VerunglĂŒckte und lediglich in den Jahren 2020 und 2021 weniger VerkehrsunfĂ€lle.

Landrat Andreas MĂŒller zeigte sich im Rahmen der Pressekonferenz erfreut: "Das ist die zweitniedrigste VerunglĂŒcktenzahl seit 1983 - ein wirkliches Top-Ergebnis!"

Im vergangenen Jahr wurden 125 Menschen bei VerkehrsunfÀllen schwer- und 632 Menschen leichtverletzt. Die Zahl der Verkehrstoten sank sogar auf den niedrigsten Stand seit 1983.

Abteilungsleiter Klaus Bunse: "Zwei Verkehrsteilnehmer haben in unserem Kreisgebiet im letzten Jahr bei UnfĂ€llen ihr Leben verloren. Damit kommen wir einem der primĂ€ren Oberziele von "Vision Zero", nĂ€mlich null Verkehrstote, sehr nahe. Allerdings ist jeder Verkehrstote einer zu viel, denn jeder tödlich VerunglĂŒckte hinterlĂ€sst Angehörige, Hinterbliebene und Freunde, die einen schlimmen Verlust zu verkraften haben. Daher arbeiten wir weiterhin daran, die "Vision Zero" zu erreichen."

Steigende Fallzahlen gab es hingegen bei Verkehrsunfallfluchten. Im Schnitt flĂŒchteten tĂ€glich bei 4,5 UnfĂ€llen die Unfallverursachenden. Insgesamt 1.643 Anzeigen musste die Polizei wegen "Unerlaubten Entfernens vom Unfallort" aufnehmen.

Erfreulicherweise sind die Unfallfluchten, bei denen es zu PersonenschÀden kam, um 4 % auf nunmehr 47 UnfÀlle gesunken. In 66 % dieser FÀlle konnte die Polizei die Tat aufklÀren.

Ein Blick auf die Hauptunfallursachen zeigt, dass mittlerweile "Fehler beim Wenden, RĂŒckwĂ€rtsfahren oder Einfahren in den fließenden Verkehr" an erster Stelle bei UnfĂ€llen mit Personenschaden stehen. Bei insgesamt 84 UnfĂ€llen waren diese Ursachen fĂŒr das Unfallgeschehen verantwortlich.

An zweiter Stelle folgt die Ursache "Geschwindigkeit" mit 64 UnfĂ€llen. Im Gegensatz zu den anderen Ursachen ist Geschwindigkeit viel schwerer als exakte Ursache zu ermitteln. Bei einem Vorfahrtsfall oder Fehler beim RĂŒckwĂ€rtsfahren ist die Sachlage meist klarer. Daher dĂŒrfte die tatsĂ€chliche Anzahl von GeschwindigkeitsunfĂ€llen noch deutlich höher liegen.

Auch wenn die Unfallursache "Alkohol/Drogen" mit insgesamt 49 UnfĂ€llen (63 verletzte Personen) "nur" an vierter Stelle steht, appelliert die Polizei: "Lassen Sie Ihr Fahrzeug nach Alkohol- oder Drogenkonsum stehen." HĂ€ufig geht der Konsum von Alkohol oder Drogen mit einer erhöhten Risikobereitschaft des Verkehrsteilnehmenden einher, was dann in einem Unfallgeschehen oftmals zu erheblichen Personen- und/oder SachschĂ€den fĂŒhrt. Nicht selten sind dann zahlreiche Verkehrsteilnehmer betroffen oder die Fahrt endet in GebĂ€uden.

Im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei stehen bestimmte Risikogruppen. Bezogen auf das Alter sind dies Kinder, Jugendliche, die jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) und die Senioren. Erfreulich, dass in fast allen Altersgruppen die VerunglĂŒcktenzahlen rĂŒcklĂ€ufig und auf einem niedrigen Niveau sind (55 verunglĂŒckte Kinder, 35 verunglĂŒckte Jugendliche, 89 verunglĂŒckte Senioren). Lediglich bei den jungen Erwachsenen stagnierte die VerunglĂŒcktenzahl (129 verunglĂŒckte junge Erwachsene).

Auch bei den Verkehrsarten gibt es Risikogruppen. FußgĂ€ngerinnen/FußgĂ€nger, Rad- und Pedelecfahrende, Nutzende von sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scooter als sogenannte verkehrsschwache Teilnehmende, aber auch Motorradfahrer zĂ€hlen dazu.

Auch hier gab es positive Entwicklungen. Die Anzahl von 36 verunglĂŒckten Motorradfahrenden ist die zweitniedrigste der letzten zehn Jahre. Bedauerlicherweise gab es 2023 einen tödlich verletzten Motorradfahrer zu beklagen.

Bei den Radfahrenden sank ebenfalls die Zahl der VerunglĂŒckten (71 VerunglĂŒckte). DafĂŒr stieg die Zahl verunglĂŒckter Pedelecfahrender auf 61 Personen.

Dies ist sicherlich auch mit der stetig zunehmenden Zahl an Pedelecfahrenden zu erklĂ€ren. WĂ€hrend in den GroßstĂ€dten und Gebieten mit mehr flachem Terrain schon frĂŒhzeitig das "E-Bike" Einzug hielt, erfolgt dies im Kreisgebiet etwas zeitverzögert, so dass auch die Unfallentwicklung etwas "hinterherhinkt". Landesweit sind die PedelecunfĂ€lle mit PersonenschĂ€den leicht rĂŒcklĂ€ufig.

Die Topografie spielt auch eine Rolle bei der Entwicklung von E-ScooterunfĂ€llen. WĂ€hrend in vielen GroßstĂ€dten Miet-/Leih-E-Scooter zum Stadtbild gehören, ist dies hier in der Region nicht der Fall. Das spiegelt sich auch in den Unfallzahlen wider. So wurden 2023 insgesamt fĂŒnf verletzte E-Scooter-Fahrende verzeichnet.

Die Zahl verunglĂŒckter FußgĂ€ngerinnen /FußgĂ€nger sank auf "Coronaniveau" (78 VerunglĂŒckte). Besonders positiv: Obwohl der FußgĂ€nger besonders gefĂ€hrdet ist, musste 2023 kein tödlicher Verkehrsunfall mit FußgĂ€ngern aufgenommen werden.

Um Behörden oder Regionen vergleichen zu können, zieht man in der Verkehrsunfallstatistik die sogenannte VerunglĂŒcktenhĂ€ufigkeitszahl und die UnfallhĂ€ufigkeitszahl heran. In beiden FĂ€llen werden diese Zahlen auf jeweils 100.000 Einwohner hoch- oder runtergerechnet. In beiden FĂ€llen weist der Kreis Siegen-Wittgenstein die niedrigste und damit beste HĂ€ufigkeitszahl des Landes Nordrhein-Westfalen auf. Damit konnte der Spitzenplatz, den man bereits fĂŒr das Unfalljahr 2022 innehatte, erneut erreicht werden.

Landrat Andreas MĂŒller: "Die Wiederholung dieses Ergebnisses zeigt, dass wir in der Verkehrssicherheitsarbeit sehr gute Arbeit leisten, sowohl im Bereich der VerkehrsunfallĂŒberwachung als auch im Bereich der VerkehrsunfallprĂ€vention. Damit ist das Risiko laut Statistik, Opfer eines Verkehrsunfalles zu werden, nirgendwo in Nordrhein-Westfalen geringer als bei uns. Wir arbeiten weiterhin daran, dass Sie hoffentlich auch 2024 ein unfallfreies Jahr haben können."

Zu einem umfassenden Bericht zur Verkehrsunfallstatistik kann man auf der Homepage der Kreispolizeibehörde ĂŒber den folgenden Link gelangen:

https://siegen-wittgenstein.polizei.nrw/polizeiliche-verkehrsunfallstatistik-3

RĂŒckfragen bitte an:

Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0271 - 7099 1222
E-Mail: pressestelle.siegen-wittgenstein@polizei.nrw.de
https://siegen-wittgenstein.polizei.nrw/

Original-Content von: Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/578edb

@ presseportal.de