HZA-UL: Jahresstatistik des Ulmer Zolls/ Schwerpunkt Schwarzarbeit: Organisierte Formen halten Zoll in Atem
22.05.2026 - 10:04:03 | presseportal.de
Für die Leiterin der Behörde, Bertine Geyer, eine Entwicklung, die aufhorchen lässt. Deshalb, weil die Anzahl der Kontrollen bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern sogar leicht zurück ging, "was darauf hindeutet, dass die Qualität und Aggressivität in der Organisation von Schwarzarbeitsmodellen steigt", so Geyer in ihrer Bewertung der Zahlen. Eigens um die Bekämpfung dieser hochkriminellen Formen organisierter Schwarzarbeit kümmert sich ein eigene 30-köpfige Task Force beim Ulmer Zoll, bestehend aus Ermittlern, IT-Forensikern und sog. Vermögensabschöpfern.
"Der Abschluss größerer Verfahren führte dann auch zur Verhängung mehrjähriger Freiheitsstrafen", so die Zoll-Chefin. Sog. Vermögensarreste (2025: i.H.v. 2,5 Mio. Euro) sowie Sicherungshypotheken auf Immobilien helfen, dass zumindest ein Teil des durch Schwarzarbeit verursachten Schadens wiedergutgemacht wird. 2025 betrug dieser im Bereich des Hauptzollamts Ulm 25,7 Millionen Euro, ebenfalls ein bundesweiter Höchstwert.
Beispiele
Ein Unternehmer der Security-Branche aus dem Raum Reutlingen bediente sich mehrerer Strohmänner, die für unterschiedliche Firmen "in seinem Sinne" handelten, nur wenige Beschäftigte anmeldeten und den Rest schwarz beschäftigten. Schaden: 1,8 Mio. Euro, viereinhalb Jahre Haft, Mittäter zwei Jahre und zehn Monate.
Mehrere Verfahren im Gastro-Bereich aus dem Ostalbkreis mit den Tatvor-würfen Schwarzarbeit und Beihilfe zur illegalen Beschäftigung, Beschäftigte wurden nicht zur Sozialversicherung angemeldet oder mit weniger Stunden als tatsächlich gemeldet. Verurteilungen von sieben Monaten bis zu zwei Jahren Haft.
Statistik
Weiterer Schwerpunkt beim Ulmer Zoll, der für 12.300 Quadratkilometer von der Ostalb bis zum Bodensee zuständig ist, sind die Einnahmen mit knapp 2,8 Milliarden Euro, allein 881 Millionen davon aus der Kfz-Steuer, die 100 Beschäftigte für ganz Württemberg und Rheinland-Pfalz erheben und verwalten.
Mit der echten Drittlandsgrenze zur Schweiz fallen dem Hauptzollamt Ulm freilich noch klassische Zollkontrollen zu, die sich per Definition der Kontrollbefugnisse im "grenznahen Raum" bis in den Bodenseekreis, Oberschwaben und Teile des Allgäus erstrecken. Auf den einschlägigen Transitrouten A7/A8/A96/B10/B30/B31 wurden bei 17.215 kontrollierten Personen und 10.692 Fahrzeugen insgesamt 191.000 Schmuggelzigaretten und 18,3 Kilogramm Rauschgift sichergestellt. Die nachträglichen Einnahmen aus Schmuggel erreichten mit 633.000 Euro erneut einen hohen Wert, wobei ein Großteil auf geschmuggelte Fahrzeuge aus der Schweiz entfiel (knapp 200 im Jahr 2025). Auch der neuere Trend der "Vapes" ging erstmals mit rund 46 Litern unversteuerten sog. Substituten in die Statistik ein; festgestellt bei Kontrollen in Verkaufsläden und Kiosken.
Alle Zahlen und Entwicklungen sind in der beigefügten 3-Jahres-Statistik aufgeführt.
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Ulm
Pressesprecher
Hagen Kohlmann
Telefon: 0731-9648-10009
E-Mail: presse.hza-ulm@zoll.bund.de
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