POL-PPRP, Verkehrsunfallbilanz

Verkehrsunfallbilanz des Jahres 2024

26.02.2025 - 11:18:38

PolizeiprĂ€sidium Rheinpfalz - Trotz leichtem Anstieg Unfallzahlen weiterhin unter dem Mehrjahresdurchschnitt - UnfĂ€lle mit Seniorinnen und Senioren nehmen weiter zur - Tödliche UnfĂ€lle rĂŒcklĂ€ufig

Die Anzahl der VerkehrsunfĂ€lle 2024 ist, im Vergleich zum Vorjahr, leicht angestiegen. Lag die Gesamtzahl im Jahr 2023 noch bei 29.741, so sind im Jahr 2024 insgesamt 30.072 VerkehrsunfĂ€lle zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anstieg von 1,1 Prozent. In der Langzeitbetrachtung liegen die Verkehrsunfallzahlen jedoch in den meisten Bereichen im Mehrjahresdurchschnitt. Nach dem starken RĂŒckgang der Unfallzahlen in den vergangenen Jahren, nĂ€hern sich diese ĂŒberwiegend wieder an das Niveau vor der Corona-Pandemie an. Sie liegen jedoch unter dem Höchststand im Jahr 2019 (31.904).

Die Zahl der VerunglĂŒckten sank leicht um etwa 0,4 Prozent: von 4.100 im Jahr 2023 auf 4.082 Personen im Jahr 2024. 22 Personen wurden im Zusammenhang mit VerkehrsunfĂ€llen tödlich verletzt (2023: 35), 514 Personen wurden schwer verletzt (2023: 526) und 3.546 Personen leicht verletzt (2023: 3.539). Hier zeigt sich im Bereich der leicht und schwer Verletzten im Vergleich zum Vorjahr, dass die Zahlen nahezu gleichblieben. Erfreulicherweise verunglĂŒckten im Langzeitvergleich weniger Menschen tödlich (Mittelwert 2020-2023: 27).

Verkehrsunfallentwicklung mit Blick auf verschiedene Risikogruppen: Bei der Risikogruppe der Seniorinnen und Senioren ĂŒber 65 Jahren musste erneut ein Anstieg der Verkehrsunfallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren registriert werden. Besonders auffĂ€llig ist die Gruppe der ĂŒber 75-JĂ€hrigen. Waren diese als FahrzeugfĂŒhrende an UnfĂ€llen beteiligt, so waren sie auch in drei von vier FĂ€llen Hauptunfallverursachende. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Unfallbeteiligten Personen ab 65 Jahren auf 7.384 (+5,3 Prozent). In ca. 68 Prozent (5.033 FĂ€llen) waren sie Hauptunfallverursachende. 2024 verunglĂŒckten 13 Personen ĂŒber 65 Jahre bei VerkehrsunfĂ€llen tödlich. Dies stellt mehr als die HĂ€lfte aller tödlich VerunglĂŒckten im Jahr 2024 dar (22 Verkehrstote insgesamt). Die Gruppe der FahrzeugfĂŒhrenden ab 75 Jahren war 2024 an 3.282 VerkehrsunfĂ€llen beteiligt (+ 6,3 Prozent).

Die Risikogruppe junge Fahrende (18 - 24-JĂ€hrige) war an 5.605 VerkehrsunfĂ€llen beteiligt (+1 Prozent; 2023: 5.550 UnfĂ€lle). Die aufgenommenen VerkehrsunfĂ€lle mit Beteiligung von Kindern sank um knapp ĂŒber 3 Prozent auf 393 UnfĂ€lle (2023: 406). Hierbei verunglĂŒckten insgesamt 345 Kinder. Kein Kind wurde im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall getötet (2023: 1); 20 Kinder wurden schwer verletzt (2023: 21) und 325 leicht verletzt (2023: 298).

Die Zahl von Fahrerinnen und Fahrern motorisierter ZweirĂ€der, die in VerkehrsunfĂ€lle verwickelt waren, ist um 13,3 Prozent auf 613 angestiegen (2023: 541) und liegt damit leicht ĂŒber dem Durchschnitt der Vorjahre. Tödlich verunglĂŒckten in diesem Zusammenhang 5 Personen, also zwei weniger als im Vorjahr (2023: 7). Schwer verletzt wurden 111 (2023: 93), leicht verletzt 269 Personen (2023: 263).

VerkehrsunfÀlle mit Pedelecs oder FahrrÀdern registrierten wir auf Àhnlichem Niveau wie im Vorjahr. WÀhrend es im Jahr 2023 noch 1.497 UnfÀlle waren, reduzierte sich die Zahl auf 1.451 (-3,1 Prozent). Von insgesamt 22 Verkehrstoten im Jahr 2024 sind hiervon 4 der Risikogruppe der Rad- und Pedelecfahrenden zuzuordnen, somit verstarben 2024 sechs Menschen weniger als im Vorjahr (2023: 10). Schwer verletzt wurden im Jahr 2024 151 (2022: 159), leicht verletzt 952 Personen (2023: 936). Seit 2020 nehmen der Verkauf und die Leihangebote von sogenannten "E-Scootern" stetig zu und das Fortbewegungsmittel wird von mehr und mehr Menschen genutzt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Verkehrsunfallzahlen wider. 2020 wurden nur 34 UnfÀlle verzeichnet, bei denen E-Scooter beteiligt waren. Im Vorjahr waren es nahezu viermal so viel (2023: 120) und 2024 stieg die Zahl erneut um 17,5 Prozent auf 141.

Die Gesamtzahl der UnfÀlle mit Beteiligung von Schwerverkehr stieg um 2,6 Prozent bei einer Anzahl von 3.050 (2023: 2.974). Im Vergleich liegt diese Zahl jedoch noch immer unter dem Mittelwert der letzten vier Jahre (3.095).

Auch wenn die absoluten Unfallzahlen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind, liegen sie mit Blick auf die altersbezogenen Risikogruppen unter dem Niveau der Jahre vor der Corona-Pandemie (d.h. vor 2020). Auch bei der Betrachtung der Verkehrsunfallentwicklung, mit Blick auf die Risikogruppen, kann in der lĂ€ngeren Betrachtung insgesamt eine positive Entwicklung festgestellt werden. Verglichen mit den Jahren vor 2020 kann hier ein RĂŒckgang der VerkehrsunfĂ€lle verzeichnet werden.

Hauptunfallursache ist weiterhin Abstand: Die hĂ€ufigste Unfallursache 2024 war ein zu geringer Sicherheitsabstand. Bei 10.118 UnfĂ€llen, dies entspricht 33,6 Prozent anteilig an der Gesamtunfallzahl, wurde kein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten (2023: 9.705). Hierunter fallen sowohl VerkehrsunfĂ€lle, welche aufgrund nicht ausreichendem Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden verursacht wurden, als auch solche, die sich durch einen ungenĂŒgenden Seitenabstand ereigneten. Auch ĂŒberhöhte Geschwindigkeit bleibt mit einem Anteil von 6,7 Prozent weiter eine Hauptunfallursache. Aufgrund nicht angepasster oder ĂŒberhöhter Geschwindigkeit wurden 2.027 VerkehrsunfĂ€lle registriert. Im Jahr 2023 waren dies noch 2.062 (-1,7 Prozent). Bei VerkehrsunfĂ€llen unter der Einwirkung berauschender Mittel konnte insgesamt ein RĂŒckgang festgestellt werden. Insgesamt waren bei 620 VerkehrsunfĂ€llen berauschende Mittel, also Alkohol, Drogen und/oder Medikamente ursĂ€chlich fĂŒr den Unfall (2023: 641). Dies entspricht einer Abnahme von etwa 3 Prozent. Seit der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 ist bislang kein Anstieg der VerkehrsunfĂ€lle in diesem Zusammenhang zu verzeichnen. In den Monaten nach der GesetzesĂ€nderung (April - Dezember 2024) wurden insgesamt 41 UnfĂ€lle unter Einfluss von Cannabis registriert, im Vergleichszeitraum April - Dezember 2023 waren es 52 VerkehrsunfĂ€lle. Bei der Unfallursache Alkohol sank die Anzahl der registrierten UnfĂ€lle von 563 aus dem Jahr 2023 auf 526*. Die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle mit der Ursache Drogeneinfluss stieg hingegen um 18,2 Prozent auf 143 (2023:121*, 2022: 110*). *Anmerkung: Bei einem Mischkonsum von Alkohol und Drogen kommt es zu einer statistischen Doppelerfassung.

VerkehrsunfallprÀvention 2024:

Die Reduzierung von VerkehrsunfĂ€llen und die Minimierung von Unfallfolgen waren auch im vergangenen Jahr Schwerpunkte der polizeilichen PrĂ€ventionsarbeit. Hierzu zĂ€hlen nicht nur Verkehrskontrollen, sondern auch die AufklĂ€rung der Verkehrsteilnehmenden im Hinblick auf die Risiken, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr entstehen. Dabei wollen wir durch zielgruppen- und ursachenorientierte Maßnahmen die Verkehrsunfallrisiken minimieren und die Anzahl der VerkehrsunfĂ€lle reduzieren. Um dies voranzutreiben, wurde im Dienstbezirk des PolizeiprĂ€sidiums Rheinpfalz umfangreiche PrĂ€ventionsarbeit durchgefĂŒhrt. Beispielsweise erreichte die PolizeipuppenbĂŒhne mit ihrer Kriminal- und VerkehrsprĂ€ventionsarbeit 1.160 Kinder und 320 Erwachsene. Die Jugendverkehrsschule beschulte mit der Radfahrausbildung 8.271 Kinder. Im Jahr 2024 konnten mit dem PrĂ€ventionsangebot "Drogen im Straßenverkehr" 24 Schulklassen mit 651 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern erreicht werden. Zur Verhinderung von VerkehrsunfĂ€llen unter dem Einfluss berauschender Mittel, fĂŒhrten PolizeikrĂ€fte des PolizeiprĂ€sidiums verstĂ€rkt Verkehrskontrollen durch. Hierbei wurden 1.474 FahrzeugfĂŒhrende unter Alkoholeinfluss und 1.265 Fahrerinnen und Fahrer unter dem Einfluss von Drogen festgestellt. DarĂŒber hinaus konnten PolizeikrĂ€fte in 499 FĂ€llen verhindern, dass berauschte Personen mit einem Fahrzeug am Straßenverkehr teilnahmen.

Im Jahr 2024 wurde im Dienstbezirk des PolizeiprĂ€sidiums Rheinpfalz die Geschwindigkeit von ca. 24 Millionen Fahrzeugen durch Geschwindigkeitsmessanlagen gemessen. Daraus resultierten 480.793 Bußgelder oder Verwarnungen. DarĂŒber hinaus wurden 3.857 AntrĂ€ge auf Fahrverbote gestellt.

Das PolizeiprÀsidium Rheinpfalz beteiligte sich zudem an Kontrollwochen des europaweiten Polizeinetzwerks ROADPOL (www.roadpol.eu). Mit der "Vision Zero" verfolgen wir dabei das langfristige europaweite Ziel, die Zahl der Verkehrsunfalltoten auf nahezu Null zu senken.

Das Lagebild zur Verkehrsunfallstatistik 2024 mit ausfĂŒhrlichen Informationen zur Unfalllage und den polizeilichen Maßnahmen finden Sie auf unserer Internetseite https://s.rlp.de/YSXrl (Verkehrsstatistik fĂŒr den Raum Ludwigshafen).

Das PolizeiprĂ€sidium Rheinpfalz mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein ist zustĂ€ndig fĂŒr die Sicherheit von ĂŒber 900.000 Menschen. Der Dienstbezirk der Behörde mit ihren rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umfasst auf etwa 2.400 Quadratkilometern die komplette Vorder- und SĂŒdpfalz mit den Landkreisen Bad DĂŒrkheim, Germersheim, Rhein-Pfalz-Kreis und SĂŒdliche Weinstraße sowie die kreisfreien StĂ€dte Frankenthal (Pfalz), Landau in der Pfalz, Ludwigshafen am Rhein, Neustadt a.d.W. und Speyer.

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