Vorstellung der KriminalitÀtszahlen 2025 aus Oberhausen
Veröffentlicht am: 02.03.2026 um 15:02 Uhr | presseportal.de
PolizeiprĂ€sidentin Dr. Sackermann und die Leiterin der Direktion KriminalitĂ€t Katharina Karsch erlĂ€uterten im Rahmen eines PressegesprĂ€chs die Zahlen und Themen der Direktion KriminalitĂ€t. AuĂerdem stellten sie den KriminalitĂ€tsbericht 2025 vor, in dem neben einem Interview mit der Direktionsleiterin weitere Themen rund um den Bereich KriminalitĂ€t und KriminalitĂ€tsprĂ€vention in Oberhausen enthalten sind. Auch der Fokus auf den neuen Behördenschwerpunkt wird darin erlĂ€utert.
Die Zahlen aus Oberhausen im Ăberblick
Im Folgenden werden die Zahlen und Statistiken fĂŒr das Jahr 2025 dargestellt. Dabei handelt es sich um eine Auswahl - die gesamte Polizeiliche KriminalitĂ€tsstatistik fĂŒr die Stadt Oberhausen ist im Internet auf der Seite des PolizeiprĂ€sidiums Oberhausen abrufbar.
GesamtkriminalitÀt
Im Jahr 2025 wurden in Oberhausen insgesamt 17.335 Straftaten erfasst. Somit ist die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr um 1,69 Prozent (2024: 17.633) gesunken. Die AufklÀrungsquote betrug im Jahr 2025 56,59 Prozent und ist um 4,12 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2024 gestiegen (2024: 52,47 Prozent).
Die Anzahl der TatverdÀchtigen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Waren es im Jahr 2024 7.500 TatverdÀchtige, so stieg die Anzahl im Jahr 2025 auf 7.710. 1.540 TatverdÀchtige waren unter 21 Jahre alt. Im Jahr zuvor waren es noch 1.610 TatverdÀchtige. Das sind 4,55 Prozent weniger als im Vorjahr.
Von allen dokumentierten TatverdÀchtigen hatten 3.024 TatverdÀchtige nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Das sind 141 mehr als im Vorjahr (2024: 2.883 TatverdÀchtige) und macht einen Anteil von 39,22 Prozent aller TatverdÀchtigen aus.
Straftaten gegen das Leben
Die Anzahl der Straftaten gegen das Leben umfasst unter anderem die StraftatbestÀnde Mord, Totschlag und fahrlÀssige Tötung. Im Jahr 2025 wurden neun Taten festgestellt. Das sind im Vergleich zum Vorjahr zehn Taten weniger. Die AufklÀrungsquote lag im Jahr 2025 bei 100 Prozent (2024: 73,68 Prozent).
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Im Jahr 2025 wurden 310 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgenommen. Im Jahre zuvor waren es 306 registrierte Straftaten. Das bedeutet einen Anstieg um 1,31 Prozent. Die AufklÀrungsquote ist zum Vorjahr 6,08 Prozentpunkte gestiegen und liegt bei 85,16 Prozent. In diesem Zusammenhang sind 243 TatverdÀchtige erfasst worden. Das sind elf TatverdÀchtige mehr als im Vorjahr. Diejenigen unter 21 Jahren wurden insgesamt 85-mal (2024: 90) erfasst.
Sexueller Missbrauch von Kindern
Die Fallzahl im Deliktsbereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern liegt im Jahr 2025 bei 24 FÀllen. Im Jahr 2024 waren es 37 FÀlle. Das sind 13 bekannt gewordene Straftaten weniger im Vergleich zum Vorjahr. Die AufklÀrungsquote ist hierbei auf 87,50 Prozent gestiegen (2024: 75,68 Prozent).
Missbrauchsabbildungen
Im Bereich der Kinderpornographie bewegen sich die Zahlen im Vergleich der vergangenen Jahre auf einem Àhnlichen Niveau. Sie liegen im Jahr 2025 bei 81 bekannt gewordenen FÀllen (2024: 92). Erfreulicherweise ist die AufklÀrungsquote im Vergleich zum Vorjahr um 18,04 Prozentpunkte gestiegen (2024: 78,26 Prozent; 2025: 96,30 Prozent).
GewaltkriminalitÀt
Die GewaltkriminalitÀt umfasst eine Vielzahl von Straftaten, u. a. Mord, Totschlag, Raub, rÀuberische Erpressung, gefÀhrliche und schwere Körperverletzung sowie Vergewaltigung. Die Zahl der erfassten Straftaten ist im Jahr 2025 auf 691 um 53 Sachverhalte gestiegen (2024: 638). Dies sind 8,31 Prozent mehr erfasste Straftaten als im Vorjahr.
In diesem Zusammenhang wurden 626 TatverdÀchtige erfasst (2024: 653). Davon waren 201 TatverdÀchtige unter 21 Jahre alt, was 63 weniger erfasste Personen bedeutet als im Vorjahr (2024: 264). Insgesamt 239 TatverdÀchtige waren nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit. Das sind ebenfalls 33 weniger als im Vorjahr (2024: 272).
Die AufklÀrungsquote ist in diesem Bereich leicht gesunken. Wurden im Vorjahr 73,98 Prozent der Taten aus diesem Deliktsbereich aufgeklÀrt, so liegt die AufklÀrungsquote im Jahr 2025 bei insgesamt 71,35 Prozent.
StraĂenraub
Die Anzahl der erfassten Straftaten im Deliktsbereich des StraĂenraubes betrĂ€gt im Jahr 2025 43 Taten. Im Jahr 2024 waren es noch 70. Das ist das zweite Jahr in Folge ein deutlicher RĂŒckgang. Insgesamt wurden in dem Zusammenhang 21 TatverdĂ€chtige ermittelt. Von diesen erfassten TatverdĂ€chtigen waren zwölf unter 21 Jahre alt. Die AufklĂ€rungsquote ist um 7,08 Prozentpunkte gesunken - von 44,29 Prozent auf 37,21 Prozent.
GefÀhrliche und schwere Körperverletzung
Im Bereich der gefÀhrlichen und schweren Körperverletzung wurden im Jahr 2025 insgesamt 475 Straftaten erfasst. Im Vorjahr waren es 422 Taten, das sind 53 Straftaten mehr. Die AufklÀrungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liegt im Jahr 2025 bei 75,79 Prozent (2024: 78,67 Prozent).
StraĂenkriminalitĂ€t
Zu den unter "StraĂenkriminalitĂ€t" aufzufĂŒhrenden Straftaten zĂ€hlen fast alle Taten, bei denen als Tatort "öffentliche StraĂen, Wege oder PlĂ€tze - einschlieĂlich öffentlicher Verkehrsmittel" erfasst wurde. Beispiele hierfĂŒr sind sexuelle BelĂ€stigung, RaubĂŒberfĂ€lle, gefĂ€hrliche und schwere Körperverletzung sowie Diebstahls- und SachbeschĂ€digungsdelikte.
Im Jahr 2025 wurden 3.831 Straftaten (2024: 3.979) erfasst, die der StraĂenkriminalitĂ€t zugerechnet werden. Die Oberhausener Polizistinnen und Polizisten konnten 16,24 Prozent der Taten aufklĂ€ren. Das sind 2,48 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr (2024: 18,72). 668 TatverdĂ€chtige wurden im Jahr 2025 registriert. Im Jahr zuvor waren es noch 741 TatverdĂ€chtige, die im Zusammenhang von StraĂenkriminalitĂ€t erfasst worden sind. 211 TatverdĂ€chtige waren unter 21 Jahren. Im Vorjahr waren es 291 TatverdĂ€chtige.
DiebstÀhle
Wurden im Jahr 2024 noch 6.671 Diebstahlsdelikte gezÀhlt, so war es im darauffolgenden Jahr eine annÀhernd gleiche Anzahl 6.675.
EinbrĂŒche
Die Anzahl der angezeigten EinbrĂŒche in Oberhausen belaufen sich auf 862 im Jahr 2025 (2024: 871). Die EinbrĂŒche in WerkstĂ€tten sind im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht angestiegen (2024: 5; 2025: 11). Die AufklĂ€rungsquote liegt hier bei 9,09 Prozent. Im Vorjahr konnte aufgrund von fehlenden ErmittlungsansĂ€tzen keiner dieser EinbrĂŒche aufgeklĂ€rt werden.
Deutlich gesunken ist die Anzahl der EinbrĂŒche in KellerrĂ€umen und WaschkĂŒchen. Hier ist die Zahl der angezeigten EinbrĂŒche immerhin um 102 FĂ€lle gefallen (2024: 272; 2025: 170). Gleichzeitig hat sich die AufklĂ€rungsquote um 6,03 Prozentpunkte verbessert (2024: 5,15 Prozent; 2025: 11,18 Prozent).
WohnungseinbrĂŒche
Die erfassten FĂ€lle von WohnungseinbrĂŒchen sind um 0,76 Prozent gesunken (2024: 394 FĂ€lle; 2025: 391 FĂ€lle). Die AufklĂ€rungsquote ist um 10,08 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gesunken (2024: 19,80 Prozent; 2025: 9,72 Prozent).
Die Anzahl der in dem Zusammenhang festgestellten TatverdÀchtigen betrug im Berichtsjahr 2025 46 TatverdÀchtige. Das sind sieben Personen mehr als im Vorjahr (2024: 39). Die Anzahl derjenigen unter 21 Jahren lag bei neun (2024: 8). Die Anzahl der nichtdeutschen TatverdÀchtigen bei 25 (2024: 22).
GeschĂ€ftseinbrĂŒche
Die Fallzahlen der GeschĂ€ftseinbrĂŒche sind um 3,13 Prozent gestiegen. Im Vorjahr wurden 32 GeschĂ€ftseinbrĂŒche registriert, im Jahr 2025 waren es mit 33 EinbrĂŒchen einer mehr. Die AufklĂ€rungsquote betrĂ€gt hier 24,24 Prozent (2024: 21,88 Prozent).
Taschendiebstahl
Im Jahr 2025 sind die FÀlle von Taschendiebstahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und zwar auf insgesamt 584. Das sind 138 Taten weniger als im Vorjahr (2024: 722). Die AufklÀrungsquote ist in diesem Deliktfeld um 4,32 Prozentpunkte gesunken und zwar auf 5,65 Prozent. Im Jahr 2024 waren es 9,97 Prozent. Es wurden 26 Taschendiebe als TatverdÀchtige ermittelt. Im Vorjahr waren es noch 30. Einer von ihnen war unter 21 Jahren alt (2024: 12). 22 von ihnen hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit (2024: 24).
Widerstand gegen die Staatsgewalt
Der Widerstand und tÀtlicher Angriff gegen Polizeivollzugsbeamte und Àhnlich agierende Personen wurde im Jahr 2025 insgesamt 106-mal registriert und ist somit um 17 Delikte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2024: 89).
Die AufklÀrungsquote liegt mit 98,11 Prozent recht hoch, ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr minimal gesunken (2024: 98,88 Prozent).
JugendkriminalitÀt
Unter (Kinder- und) JugendkriminalitĂ€t versteht man alle Straftaten, die von Personen bis 21 Jahren begangen werden. Dabei werden Kinder (bis 13 Jahre) als TatverdĂ€chtige gefĂŒhrt, auch wenn sie noch nicht strafmĂŒndig sind.
Im Jahr 2025 wurden mit insgesamt 70 weniger TatverdĂ€chtige ermittelt, die unter 21 Jahren alt waren (2024: 1.610; 2025: 1.540). 1.540 TatverdĂ€chtige waren im Jahr 2025 fĂŒr insgesamt 1.730 der aufgeklĂ€rten Straftaten und damit fĂŒr 17,64 Prozent der GesamtkriminalitĂ€t verantwortlich.
Im Jahr 2024 waren die 1.610 ermittelten TatverdĂ€chtigen unter 21 Jahren fĂŒr 1.754 Straftaten und somit fĂŒr 18,96 Prozent der GesamtkriminalitĂ€t verantwortlich. Typische Delikte der JugendkriminalitĂ€t sind DiebstĂ€hle, Körperverletzungen, Straftaten nach dem BtMG, SachbeschĂ€digungen, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Raubstraftaten.
Projekt "Gelbe Karte"
Wie kann man Heranwachsende erreichen und ihnen die Konsequenzen ihres Handelns nahebringen, wenn sie immer wieder straffĂ€llig werden? Eine Antwort darauf ist das Projekt "Gelbe Karte", indem Druck aufgebaut wird, wo es fĂŒr die jungen Menschen spĂŒrbar ist: beim Thema FĂŒhrerschein. Die Idee dahinter ist, dass junge TĂ€ter, die immer wieder polizeilich in Erscheinung treten und sich nicht einsichtig zeigen, schlieĂlich eine "Gelbe Karte" bekommen. Das ist als Warnung zu verstehen. Nutzen die jungen Menschen diese nicht und erhalten schlieĂlich die "Rote Karte", dann entscheidet das StraĂenverkehrsamt, ob die Fahrerlaubnis entzogen bzw. die Erteilung versagt wird. Das StraĂenverkehrsamt kann aber neben der Anordnung einer Fahrerlaubnissperre und dem Entzug der Fahrerlaubnis weitere wirksame MaĂnahmen veranlassen, wie die Anordnung eines MPU-Verfahrens oder der Verwehrung eines Antrags auf die Erteilung der Fahrerlaubnis.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 25 gelbe Karten (2024: 23) an die straffĂ€llig gewordenen Heranwachsenden versandt. Davon waren im Jahr 2025 drei Personen weiblich (2024: 3). 13 Adressaten waren unter 21 Jahre alt (2024: 12). Elf rote Karten wurden erteilt und an das StraĂenverkehrsamt gemeldet (2024: 8). Darunter waren sechs Personen jĂŒnger als 21 Jahre (2024: 6). Eine Person, Ă€lter als 21 Jahre, suchte nach Erhalt der Gelben Karte mehrfach den Kontakt zum Kriminalkommissariat KriminalprĂ€vention und Opferschutz und schien tatsĂ€chlich sehr bemĂŒht, einen anderen, als den kriminellen Weg einschlagen zu wollen.
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