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Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) fĂŒr das Jahr 2023

12.03.2024 - 09:42:31

Landkreis Harburg - Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) fĂŒr das Jahr 2023

++Vorbemerkungen++

Die polizeiliche Kriminalstatistik wird auf Grundlage der bundeseinheitlichen "Richtlinien fĂŒr die FĂŒhrung der Polizeilichen Kriminalstatistik" erstellt. Erfasst werden hierbei die im Kalenderjahr von der Polizei an die Strafverfolgungsbehörden abgegebenen VorgĂ€nge (Ausgangsstatistik). Die AktualitĂ€t der PKS wird daher durch Straftaten mit langer Ermittlungsdauer (besonders ĂŒber den Jahreswechsel) gemindert.

++Allgemeines++

Im Berichtsjahr 2023 wurden fĂŒr den Bereich der Polizeiinspektion Harburg 13.272 Straftaten statistisch erfasst. Dies bedeutet einen Zuwachs von 134 Taten (+1,02 %) im Vergleich zum Jahr 2022. Die Entwicklung liegt somit deutlich unterhalb des direktions- (+4,97%) und landesweiten (+5,57%) Trends. Innerhalb der Polizeidirektion LĂŒneburg verzeichnet die Polizeiinspektion Harburg den drittniedrigsten prozentualen und absoluten Zuwachs an Fallzahlen. In der Langzeitbetrachtung ist erkennbar, dass sich die Fallzahlen fĂŒr das Jahr 2023 nach dem coronabedingten historischen Tiefstand 2021 knapp oberhalb des zehnjĂ€hrigen Mittelwertes befinden. Die AufklĂ€rungsquote hat um 1,04 Prozentpunkte zugenommen und liegt somit bei 61,17% (60,13%).

++Angaben zu TatverdÀchtigen++

Im Berichtsjahr 2023 konnten im Bereich der Polizeiinspektion Harburg 6.250 TatverdĂ€chtige ermittelt werden. Dies bedeutet einen Zuwachs um 3,70% (+223). Ein starker Zuwachs ist im Altersbereich der Erwachsenen (+6,79%) erkennbar. Im Gegensatz dazu gab es einen starken RĂŒckgang (-15,97%) bei den Heranwachsenden. Bei den Kindern gab es einen RĂŒckgang (-3,21%). Die Anzahl der Jugendlichen ist nahezu unverĂ€ndert geblieben (-0,67%).

Dazu PolizeioberrĂ€tin Julia Köhn, Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes: "Trotz der breiten Berichterstattung ĂŒber eine Serie von Straftaten, bei der eine Gruppe Jugendlicher aus dem Raum Buchholz unter Tatverdacht steht, ist die Zahl minderjĂ€hriger TatverdĂ€chtiger insgesamt rĂŒcklĂ€ufig. Das zeigt, dass die PrĂ€ventionsarbeit an Schulen und mit unseren Netzwerkpartnern FrĂŒchte trĂ€gt."

Von den 6.250 ermittelten TatverdÀchtigen waren 4.046 deutsch und 2.204 nichtdeutsch. Dies macht eine prozentuale Verteilung von 64,74% zu 35,26% aus. Der Anstieg bei den nichtdeutschen TatverdÀchtigen fÀllt im Vergleich zu den deutschen TatverdÀchtigen prozentual stÀrker aus.

++Angaben zu GeschÀdigten++

Im Berichtsjahr 2023 sind in der Polizeiinspektion Harburg 3.117 Personen Opfer einer Straftat geworden und somit 123 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg betrifft hauptsÀchlich die Altersgruppe der Erwachsenen. Die höchsten Zahlen sind in den Deliktsbereichen Körperverletzung und Bedrohung zu verzeichnen.

Die HÀufigkeitskennzahl (Zahl von erfassten Straftaten pro 100.000 Einwohner) im Landkreis Harburg betrÀgt im aktuellen Berichtsjahr 5068 und liegt somit deutlich unter dem Wert auf Direktionsebene (2023: 6254) oder auf Landesebene (2023: 6796).

++Betrachtung der Hauptgruppen und ausgewÀhlter Deliktsbereiche++

++HG 0 - Straftaten gegen das Leben++

Von den 11 Straftaten gegen das Leben im Berichtsjahr 2023 handelt es sich in 7 FĂ€llen um Versuchstaten. Die 4 vollendeten Taten (1 Mord, 3 fahrlĂ€ssige Tötungen) sind auf gleichem Niveau zum Vorjahr und liegen unterhalb des langfristigen Mittelwertes. Die AufklĂ€rungsquote betrĂ€gt 81,82% und ist im Vergleich zum Vorjahr rĂŒcklĂ€ufig.

++HG 1 - Sexualdelikte++

Im Berichtsjahr 2023 kam es in der Polizeiinspektion Harburg zu 366 Sexualdelikten und somit zu einem Anstieg von 38,11% (+ 101 Taten). Von den 366 Taten entfallen 196 Taten (ca. 54%) auf den Bereich "Verbreitung pornografischer Inhalte", insbesondere Verbreitung/Besitz von kinderpornografischen Inhalten. Zunahmen gab es zum Beispiel in den Deliktsbereichen Sexueller Missbrauch von Kindern (von 30 auf 38 Taten) und sexuelle BelÀstigung (von 46 auf 55 Taten).

Die AufklÀrungsquote betrÀgt in der Hauptgruppe 1 91,26% und ist damit die höchste der letzten 10 Jahre.

Köhn: "Die Initiierung zahlreicher VorgĂ€nge durch DatenĂŒbermittlung aus dem Ausland an das BKA sorgt fĂŒr eine Aufhellung des Dunkelfeldes und eine Steigerung der Fallzahlen. Zur Bearbeitung dieser inhaltlich und quantitativ belastenden Strafverfahren wurde ein spezielles Sachgebiet im Zentralen Kriminaldienst eingerichtet."

Bei der Verbreitung pornographischer Inhalte ist ein RĂŒckgang von -66,67% zu verzeichnen. DafĂŒr gab es im Bereich Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Jugendpornographie einen erheblichen Anstieg von +366,67% von 6 auf 28 Taten. Ebenfalls gab es einen großen Anstieg im Bereich der Kinderpornographie von 86 auf 157 Taten (+82,56%). Im gesamten Deliktsfeld kam es insgesamt zu einem Anstieg von +68,97%.

Die TatverdÀchtigen teilen sich wie folgt in die Altersgruppen auf: Kinder (13,72%), Jugendliche (23,45%), Heranwachsende (6,64%) und Erwachsene (56,19%, insbesondere 30-40 Jahre).

++HG 2 - Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit++

Eine Steigerung um 2,44% (+57 Taten) im Vergleich zum Vorjahr liegt in der HG 2 "Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit" vor. Dies ist ein deutlich geringerer Anstieg als noch vor einem Jahr. Die AufklÀrungsquote sinkt leicht um 0,16%-Punkte auf 90,67%.

Bei den Raubdelikten gibt es leichte Verschiebungen innerhalb der Untergruppen und ĂŒbergreifend eine Zunahme um 4,49% (+4 Taten). Die Taten bei "Raub, rĂ€uberische Erpressung" ergeben sich aus FĂ€llen des sonstigen Raubs und rĂ€uberischer Diebstahl. Es konnten 67,74% der Raubtaten aufgeklĂ€rt werden. Hier ist der Anteil minderjĂ€hriger TatverdĂ€chtiger mit 34,57% deutlich höher als in anderen Deliktsfeldern. Besonders deutlich wird das bei den Taten "sonstige rĂ€uberische Erpressung auf Straßen, Wegen oder PlĂ€tzen", den sogenannten Abziehdelikten.

Die "Entziehung MinderjĂ€hriger" ist mit insgesamt 4 Taten im Vergleich zu einer Tat in 2022 um 3 Taten angestiegen. Bedrohungstaten sind von 552 auf 517 zurĂŒckgegangen. Auch FĂ€lle von Stalking sind von 68 auf 45 zurĂŒckgegangen.

++HG 3/4 - Diebstahlsdelikte++

Bei den Diebstahlsdelikten ist mit +4,47% (+206 Taten) ein nicht mehr so starker Anstieg wie im letzten Jahr zu beobachten. Die Gesamtzahl einfacher und schwerer DiebstÀhle liegt somit bei 4.816 (4.610). AusgewÀhlte Bereiche werden folgend nÀher betrachtet. Die AufklÀrungsquote liegt bei 34,72 % und ist im 10-Jahresvergleich die Höchste.

++Wohnungseinbruchdiebstahl/Tageswohnungseinbruch (WED/TWE)++

Bei den WED/TWE-Taten kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einer Steigerung um 22,53% (+57 Taten). Die erfassten 310 Taten liegen aber noch deutlich unter dem langjĂ€hrigen Mittelwert vor 2020 (fĂŒr die Jahre 2013-2019 liegt der Mittelwert bei 790 Taten). Der Versuchsanteil liegt bei 40,65% (126 Taten) und ist somit zum Vorjahr (48,62%) gesunken. Dies könnte daran liegen, dass die Taten durch eine professionellere TĂ€terklientel begangen wurden oder Taten im Versuchsstadium abgebrochen wurden, bevor sie Spuren verursachten, und somit unerkannt geblieben sind. Durch die Taten wurden Werte in Höhe von 649.291 Euro erlangt. Die AufklĂ€rungsquote ist um 1,62 % gesunken und liegt bei 14,19%.

Köhn: "Zwar liegen die Einbruchszahlen erneut deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau, dennoch ist das PhĂ€nomen Wohnungseinbruchsdiebstahl nach wie vor ein Schwerpunkt in der polizeilichen Arbeit. GeschĂ€digte von EinbrĂŒchen empfinden den Eingriff in die Privat- oder IntimsphĂ€re als extrem belastend. Deswegen verfolgen wir diese Delikte mit allem Nachdruck."

++Ladendiebstahl++

Bei den LadendiebstĂ€hlen ist es zu einer Steigerung der Fallzahlen um +18,39% (+164 Taten) gekommen. Neben einem verĂ€nderten Anzeigeverhalten, dem verstĂ€rkten Einsatz von Überwachungstechnik und Ladendetektiven (dafĂŒr spricht unter anderem die erhöhte AufklĂ€rungsquote) dĂŒrfte es auf Grund der Preisentwicklung in den SupermĂ€rkten auch zu einer tatsĂ€chlichen Steigerung der Taten gekommen sein.

++Fahrraddiebstahl++

Die Fallzahlen bei den FahrraddiebstĂ€hlen (gesamt) erhöhen sich um 4,89% auf 836 Taten. Die Höhe der erlangten Werte belĂ€uft sich, bedingt durch immer hochwertigere FahrrĂ€der und den stetig steigenden Anteil an Pedelecs/E-Bikes, auf 995.760EUR. Der durchschnittliche Schaden betrĂ€gt 1.245 Euro (nur vollendete Taten) und liegt ĂŒber dem Wert auf Direktionsebene. Die AufklĂ€rungsquote steigt auf 15,91%.

++Taschendiebstahl++

Die TaschendiebstĂ€hle erfahren einen RĂŒckgang um 9,17% auf 198 Taten bei einer AufklĂ€rungsquote von 6,06%. Bei der Entwendung unbarer Zahlungsmittel fĂŒhren die entsprechenden Anschlusstaten teilweise zu hohen Schadenssummen.

Neben den klassischen TaschendiebstĂ€hlen kommt es in Vergangenheit auch immer wieder zu DiebstĂ€hlen aus Handtaschen etc., welche wĂ€hrend des Einkaufes im Einkaufswagen abgelegt und unbeobachtet waren. Dabei handelt es sich statistisch um einen Diebstahl in VerkaufsrĂ€umen oder Ă€hnlichem. In diesem Feld ist die Fallzahl auf 48 deutlich zurĂŒckgegangen (Vorjahr: 168).

++an/aus/von KFZ++

Bei den Taten "Diebstahl von Kraftwagen" gab es im Vergleich zum Vorjahr eine Tat weniger. Es gab eine Steigerung von 27,87 % (+17 Taten) bei Diebstahl unter erschwerenden UmstĂ€nden. Die AufklĂ€rungsquote lag bei 20,45 %. Die Schadenssumme belĂ€uft sich auf 2.151.553 Euro, das entspricht einer durchschnittlichen Schadenshöhe von 32.599 Euro (nur vollendete Taten). Der Wert liegt ĂŒber dem Durchschnittswert auf Direktionsebene. TathĂ€ufungen lassen sich insbesondere beim Toyota RAV4 erkennen.

Im Bereich "Diebstahl an/aus KFZ" gab es einen RĂŒckgang von -1,40% (-9 Taten) im Vergleich zum Vorjahr. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 12,18% und ist somit um 0,46%-Punkte im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Tatbetroffen sind unter anderem Firmentransporter mit der Zielrichtung hochwertige MotorgerĂ€te/Werkzeuge, Ausstattungen von PKW (Airbags, Informationssysteme usw. bei BMW und Mercedes) aber auch im PKW zurĂŒckgelassene WertgegenstĂ€nde. Das PhĂ€nomen Ladungsdiebstahl ist im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. So sind die Taten durch "Planenschlitzer" zum Beispiel von 3 auf 46 Taten gestiegen.

++Geldausgabeautomaten++

Im Jahr 2023 wurden in der Polizeiinspektion Harburg drei Geldautomatensprengungen erfasst (Brackel, Winsen (Luhe), Buchholz).

++HG 5 - Vermögens- und FÀlschungsdelikte++

Bei den Vermögens- und FĂ€lschungsdelikten gab es insgesamt einen leichten RĂŒckgang um 4,13% (-82 Taten) auf 1.905 Taten. Den wesentlichsten Anteil an der Gesamtzahl haben die Betrugstaten in all ihren AusprĂ€gungen. Die AufklĂ€rungsquote ist leicht gestiegen auf 66,51%.

++HG 6 - Sonstige StraftatbestÀnde (StGB)++

Bei den sonstigen StraftatbestĂ€nden (StGB) hat sich die Gesamtzahl mit 2.764 Taten zum letzten Jahr nicht verĂ€ndert. Es gab aber Verschiebungen in den Untergruppen. Es gab einen deutlichen Anstieg im Bereich Erpressung um 85,71% (+12 Taten) auf 26 Taten. Lediglich in den Bereichen Brandstiftung (-3,53%/-3 Taten) und alle sonstigen Straftaten gem. StGB (-5,09%/-107 Taten) gab es RĂŒckgĂ€nge zu beobachten.

++SachbeschÀdigungen++

Die SachbeschĂ€digungen sind insgesamt um -5,69% (-77 Taten) rĂŒcklĂ€ufig und liegen im Jahr 2023 bei 1.276. Davon waren in 445 FĂ€llen Kraftfahrzeuge betroffen. 34,25% der SachbeschĂ€digungen konnten aufgeklĂ€rt werden.

++HG 7 - strafrechtliche Nebengesetze++

Bei den Straftaten nach den strafrechtlichen Nebengesetzen gab es einen RĂŒckgang um 12,45% (-145 Taten) auf 1.020 Taten. Den grĂ¶ĂŸten RĂŒckgang gab es bei den Rauschgiftdelikten um 22,37% (-172 Taten). Die AufklĂ€rungsquote ist auf 93,14% gesunken.

++Rauschgiftdelikte++

Bei den Btm-Delikten sind die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr (769) insgesamt um -22,37% (-172 Taten) gesunken und liegen fĂŒr das Berichtsjahr bei 597. Lediglich bei den VerstĂ¶ĂŸen mit Methamphetamin gab es einen Anstieg von 100% (+4 Taten). In allen anderen Untergruppen gab es einen RĂŒckgang bzw. keine VerĂ€nderungen. Bei dem allgemeinen Verstoß mit Cannabis und Zubereitungen gab es den grĂ¶ĂŸten TatenrĂŒckgang von 454 auf 338 (-25,55%, -116 Taten).

++Straftaten mit Stichwaffen++

Im Berichtsjahr 2023 kam es in 100 FĂ€llen zu einem Einsatz einer Stichwaffe. Dies war ausschließlich das Tatmittel Messer und ĂŒberwiegend bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sowie in 3 FĂ€llen bei Straftaten gegen das Leben. Insgesamt liegt eine Zunahme von 2 Taten im Vergleich zum Vorjahr vor.

++Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte++

Im Berichtsjahr 2023 kam es in 91 FĂ€llen zu Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte. Dabei wurden 214 (156 mĂ€nnlich, 58 weiblich) PVB zum Opfer. 23 PVB wurden leicht verletzt. Zu schweren Verletzungen ist es glĂŒcklicherweise nicht gekommen. Insbesondere bei den Maßnahmen IdentitĂ€tsfeststellung/SachverhaltsklĂ€rung und Festnahme/Ingewahrsamnahme kam es zur Gewalt gegen PVB. Insgesamt liegt eine Steigerung um +10 Taten vor.

++HĂ€usliche Gewalt++

Im Berichtsjahr 2023 kam es in der Polizeiinspektion Harburg zu insgesamt 686 FĂ€llen der hĂ€uslichen Gewalt. Dabei handelte es sich in 185 FĂ€llen um familiĂ€re Gewalt, in 415 FĂ€llen um partnerschaftliche Gewalt (in Summe 555 FĂ€lle, da ein Fall auch beide Kriterien erfĂŒllen kann). Die 2 Straftaten gegen das Leben sind 1 vollendeter Mord und 1 versuchter Totschlag.

Es gab insgesamt 624 Opfer (mit direktem Bezug zur hÀuslichen Gewalt). Davon 196 mÀnnlich und 428 weiblich. 68 Opfer waren minderjÀhrig, 556 mindestens 18 Jahre alt.

Zur Opfer-TĂ€terbeziehung lassen sich folgende Angaben machen. Bei den Opfern handelte es sich 271-mal um den Ehepartner/Partner, 144-mal um den ehemaligen Partner, 80-mal um die Kinder und 57-mal um die Eltern (AufzĂ€hlung nicht abschließend).

Ein Vergleich zu den Zahlen der Vorjahre ist auf Grund einer Anpassung der Erfassungsweise nicht möglich.

++JugendkriminalitÀt++

Im Berichtsjahr 2023 waren von den 6.250 ermittelten TatverdÀchtigen 862 minderjÀhrig. Das entspricht einem Anteil von 13,8%. Weitere 421 (6,74%) zÀhlen zur Altersgruppe der Heranwachsenden. Im Jahr 2022 lag der Anteil der MinderjÀhrigen bei 14,52% und bei den Heranwachsenden bei 8,31%. Jugendliche TatverdÀchtige haben insbesondere bei den Diebstahlsdelikten und bei den Rohheitsdelikten einen erhöhten Anteil.

++InternetkriminalitĂ€t/ComputerkriminalitĂ€t (Cybercrime)++ Die Taten mit "Tatmittel Internet" haben insgesamt um 25,79% (+172 Taten) zugenommen. Die Zunahmen in der Hauptgruppe 1 liegen nahezu ausschließlich im Bereich "Verbreitung pornografischer Inhalte". In der Hauptgruppe 5 sind ĂŒberwiegend die Anstiege beim sonstigen Warenkreditbetrug fĂŒr die Gesamtzunahme verantwortlich. Die AufklĂ€rungsquote ist von 75,41% auf 82,24% gestiegen.

Unter der ComputerkriminalitĂ€t sind die Deliktsfelder Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten mit PIN, Betrug mit Zugangsberechtigung zu Kommunikationsdiensten/FĂ€lschung beweiserheblicher Daten, TĂ€uschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, DatenverĂ€nderung/Computersabotage, AusspĂ€hen/Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen und Softwarepiraterie mittels private Anwendungen und in Form gewerbsmĂ€ĂŸigen Handelns zusammengefasst. Die Fallzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr um -15,22% (-28 Taten) gesunken. Die AufklĂ€rungsquote stieg um 8,41%-Punkte auf 48,08%.

++PhÀnomenbetrachtung Callcenter-Betrug++

Bei der PhĂ€nomenbetrachtung Callcenter-Betrug fĂ€llt auf, dass die Taten ĂŒberwiegend rĂŒcklĂ€ufig sind. Der Anzahl von 18 Versuchstaten stehen 17 vollendete Taten gegenĂŒber (Vorjahr: 27 Versuchstaten, 20 vollendete Taten). Der entstandene Schaden lag 2023 bei 84.364EUR und damit etwas niedriger als im Vorjahr (94.866EUR im Jahr 2022).

Thomas Ring, PolizeiprĂ€sident der Polizeidirektion LĂŒneburg, dazu: "Dass es einen RĂŒckgang der Fallzahlen im Bereich des Callcenter-Betruges gibt, zeigt mir, dass unsere PrĂ€ventionskampagnen erfolgreich sind und hebt nochmal deren Wichtigkeit hervor. Beispielsweise die PrĂ€ventionskampagne "Die Polizei geht zum Friseur", bei der ĂŒber 60 Friseursalons im Bereich LĂŒneburg und der LĂŒneburger Heide in Zusammenarbeit mit den Friseurinnungen von unserer PrĂ€ventionskampagne begleitet wurden, um so Kundinnen und Kunden zu erreichen und zu sensibilisieren, die ĂŒber klassische Medien und auch Socialmedia-Angebote nicht erreicht werden können. Wir werden auch in Zukunft weiter verschiedene Wege bestreiten, um einen möglichst großen Personenkreis mit unseren Kampagnen ansprechen zu können."

++Straftaten durch/gegen GeflĂŒchtete++

Im Jahr 2023 kam es in der Polizeiinspektion Harburg zu 115 Straftaten gegen GeflĂŒchtete, 843 durch GeflĂŒchtete und 214 unter GeflĂŒchteten (alles ohne auslĂ€nderrechtliche VerstĂ¶ĂŸe). Die Straftaten gegen GeflĂŒchtete sind im Vergleich zum Vorjahr um 8 Taten (7,48%) gestiegen, die durch GeflĂŒchtete begangenen Straftaten haben um 11,21% (+85 Taten) zugenommen. Der grĂ¶ĂŸte Anstieg der Fallzahlen ist bei Vermögens- und FĂ€lschungsdelikten sowie bei Rohheitsdelikten zu erkennen.

Abschließend stellt Köhn fest: "Statistikzahlen wirken zunĂ€chst nĂŒchtern, bedeuten aber fĂŒr jede betroffene Person einen massiven Eingriff in das Sicherheitsempfinden. Deswegen werden wir auch dort nicht nachlassen, wo Fallzahlen gesunken oder AufklĂ€rungsquoten gestiegen sind. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es professionelle und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - und genau die habe ich! DafĂŒr gilt ihnen mein besonderer Dank."

Kontakt fĂŒr Medienanfragen:

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