Neuer Höchststand bei UnfĂ€llen an BahnĂŒbergĂ€ngen erwartet
16.09.2025 - 11:40:51"NatĂŒrlich hat man in der Vergangenheit am ehesten die BahnĂŒbergĂ€nge angefasst, die relativ einfach durch BrĂŒcken oder Tunnel zu ersetzen waren. Und jetzt kommen die schwereren FĂ€lle, die auch schwieriger zu finanzieren sind. Denn finanziell sind immer Partner mit im Boot und da muss man gemeinsam zu einer Lösung kommen." BahnĂŒbergĂ€nge sind die unfalltrĂ€chtigsten Stellen im Zugverkehr. Nach den jĂŒngsten Zahlen fĂŒr 2023 gab es 15.820 im DB-Netz. Tote und Verletzte sind hĂ€ufig, weil StraĂenfahrzeuge, FuĂgĂ€nger und ZĂŒge beteiligt sind. Seit den 1950er-Jahren ist die Zahl der BahnĂŒbergĂ€nge vor allem durch Streckenstilllegungen und -verkauf zwar um etwa die HĂ€lfte zurĂŒckgegangen und die Zahl der Opfer deutlich gesunken, doch seit etwa zehn Jahren stagniert die Entwicklung. Der Experte Eric Schöne von der TU Dresden kann an den bestehenden BahnĂŒbergĂ€ngen "keine Verbesserungen der Sicherheit" erkennen. "Man sollte dort schon mehr Geld und mehr Zeit hineinstecken, um einerseits mehr BahnĂŒbergĂ€nge zu beseitigen, vor allem aber auch die BahnĂŒbergĂ€nge zu beseitigen, die problematisch sind. Der zweite Punkt ist, dass mehr BahnĂŒbergĂ€nge technisch gesichert werden sollten. Der dritte Punkt ist, dass wir Planungs-, Genehmigungs- und Realisierungsprozesse beschleunigen mĂŒssen, anstatt die Regelwerke immer weiter zu verkomplizieren." Fehlverhalten der StraĂenverkehrsteilnehmer ist zu mehr als 95 Prozent Ursache von UnfĂ€llen an ĂbergĂ€ngen. Immer wieder kommt es aber auch zu VersĂ€umnissen von SchrankenwĂ€rtern und BahnĂŒbergangsposten, die vor allem an Baustellen eingesetzt sind. Schöne plĂ€diert deshalb fĂŒr mehr zusĂ€tzliche Sicherungstechnik, sogenannte Nachwarnsysteme, die bei menschlichem Versagen die Schranken automatisch schlieĂen, wenn sich ein Zug nĂ€hert. "Das ist einfach eine Frage der Zeit, bis der Mensch einen Fehler macht. Das sind mehrere Zehnerpotenzen, die zwischen der technischen ZuverlĂ€ssigkeit und der ZuverlĂ€ssigkeit des Menschen liegen."


