Berlins FinanzÀmter verschicken Steuerbescheide am schnellsten
10.01.2026 - 12:10:29Die Zahlen basieren nach Angaben des Betreibers auf der Auswertung von rund 400.000 SteuererklĂ€rungen, die 2025 ĂŒber die Plattform abgegeben wurden. Um Verzerrungen zu vermeiden, gingen in die Messung nur FinanzĂ€mter ein, bei denen mindestens 50 ErklĂ€rungen eingereicht wurden. Das waren im Vorjahr 482 der insgesamt 517 Ămter.
Im bundesweiten Durchschnitt benötigten die Ămter 50 Tage, um den Steuerbescheid zu erstellen - einen Tag weniger als 2024 und sogar sieben Tage weniger als 2023. Damals hatten Sonderaufgaben rund um die Corona-Pandemie und die anstehende Grundsteuerreform fĂŒr einen Bearbeitungsstau in vielen FinanzĂ€mtern gesorgt. Dieser hat sich nun aufgelöst. 2021 waren die Bescheide allerdings im Schnitt bereits nach 49 Tagen fertig.
Das Bundesfinanzministerium bestĂ€tigt das Ergebnis der Stichprobe weitgehend. "FĂŒr 2025 wird bezogen auf das Bundesgebiet eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 51 Kalendertagen erwartet", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Noch gibt es keine amtliche Zahl. FĂŒr 2026 werde gemeinsam mit den LĂ€ndern eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 49 Kalendertagen fĂŒr eine EinkommensteuererklĂ€rung angestrebt, hieĂ es weiter. "Diese Entwicklung soll insbesondere durch optimierte AblĂ€ufe und eine höhere Autofallquote erreicht werden", sagte ein Sprecher.
Aus Sicht der Deutschen Steuergewerkschaft lĂ€sst sich das Tempo deutlich erhöhen. "Das Ziel muss sein, dass der GroĂteil der Steuerpflichtigen ĂŒberhaupt keine SteuererklĂ€rung mehr abgeben muss", sagte der Bundesvorsitzende Florian Köbler. Um kĂŒnftig schneller zu werden, sei jetzt die Politik gefragt: "Es braucht einen entschlossenen Ausbau der Digitalisierung und eine substanzielle Vereinfachung des Steuerrechts."
Einen Ă€hnlichen Ansatz vertritt der Bund der Steuerzahler. "Wir fordern seit Langem die vorausgefĂŒllte SteuererklĂ€rung, die in anderen LĂ€ndern lĂ€ngst Standard ist", sagte Daniela Karbe-GeĂler, Leiterin Steuerrecht und Steuerpolitik. Die Finanzverwaltung habe viele Daten der BĂŒrger, die sie besser nutzen könne. Dadurch lasse sich die Geschwindigkeit deutlich erhöhen.


