RKI: Bereits jetzt mehr Hitzetote als in jedem Jahr seit 2016
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 10:16 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deDamit sind 2026 bereits jetzt mehr Menschen an der Hitze gestorben als in jedem Jahr seit 2016, als das RKI begonnen hat, die Zahl der Hitzetoten systematisch methodisch auszuwerten. Die höchsten Werte wurden bislang in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils etwa 7.000 und mehr hitze-bedingten SterbefÀllen erreicht.
WĂ€hrend in der Altersgruppe unter 65 Jahren 2026 geschĂ€tzt nur 630 Menschen hitztebedingt gestorben sind, waren in der Altersgruppe der Ăber-85-JĂ€hrigen 5.420 Menschen betroffen. Die Quote der SterbefĂ€lle pro 100.000 Einwohner steigt von 1,0 bei den Unter-65-JĂ€hrigen ĂŒber 12,5 bei den 65- bis 74-JĂ€hrigen bis hin zu 167,4 bei den Ăber-85-JĂ€hrigen.
In einigen FĂ€llen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, fĂŒhrt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod, wĂ€hrend in den meisten FĂ€llen laut RKI die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum Tod fĂŒhrt. Daher wird Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als die zugrunde liegende Todesursache angegeben. Stattdessen mĂŒssen statistische Methoden angewendet werden, um das AusmaĂ hitzebedingter SterbefĂ€lle abzuschĂ€tzen.
Hitzewellen werden durch die menschengemachte ErderwĂ€rmung stĂ€rker und wahrscheinlicher. Der Effekt wird weiter verstĂ€rkt, solange zusĂ€tzliche Treibhausgase etwa durch das Verbrennen von Kohle, Ăl und Gas in die AtmosphĂ€re gebracht werden. Laut einer Analyse der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA) wĂ€ren die Temperaturen der Hitzewelle Ende Juni 2026 noch im Jahr 1976 im Juni "praktisch unmöglich" und auch zu jeder anderen Jahreszeit höchst unwahrscheinlich gewesen.
