Magdeburger AttentÀter sollte 2013 in Psychiatrie eingewiesen werden
16.08.2025 - 07:00:00Der spĂ€tere AttentĂ€ter hatte von 2011 bis 2016 in Stralsund gewohnt und 2014 seine Facharztausbildung zum Psychiater abgeschlossen. Zuvor war er vom Amtsgericht Rostock zu einer Geldstrafe von 900 Euro wegen Störung des öffentlichen Friedens und der Androhung von Straftaten verurteilt worden. In dem Schreiben heiĂt es, er habe Mitarbeitern der Ărztekammer von Mecklenburg-Vorpommern wegen eines Streits ĂŒber seine Zulassung mit einer Handlung gedroht, die "international Beachtung finden wird". Dabei habe er auf den Anschlag in Boston im April 2013 verwiesen, bei dem drei Menschen durch SprengsĂ€tze gestorben waren. Weiter heiĂt es in dem Papier, dass bei der Durchsuchung seiner Wohnung Anabolika, Cortison und das starke Schmerzmittel "Tramadol" aus der Gruppe der Opioide gefunden worden seien. Zudem habe er gegenĂŒber einem Mitarbeiter des LandesprĂŒfungsamtes fĂŒr Heilberufe die Einnahme von Psychopharmaka eingerĂ€umt, der bei dem spĂ€teren AttentĂ€ter den Verdacht auf eine Psychose diagnostiziert habe. Ăffentlich bekannt war bisher lediglich, dass die Polizei den Sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises Vorpommern-RĂŒgen gebeten hatte, aktiv zu werden. Obwohl es Alarmzeichen gab, wurde der spĂ€tere AttentĂ€ter damals nicht aus dem Verkehr gezogen. Eine Sprecherin des Landkreises RĂŒgen-Vorpommern sagte auf Anfrage der "Welt am Sonntag", die im Rahmen der TĂ€tigkeit des Sozialpsychiatrischen Dienstes gewonnenen Erkenntnisse unterlĂ€gen der Schweigepflicht. "Das betrifft auch Informationen zu medikamentöser Behandlung, psychiatrischer Diagnostik oder psychischen EinschĂ€tzungen." Aus GrĂŒnden des Persönlichkeits- und Datenschutzes wĂŒrden keine personenbezogenen oder gesundheitsbezogenen Daten an die Presse weitergegeben. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern teilte mit, dass aufgrund des Zeitablaufes keine Akten in den zentralen Systemen der Polizei vorliegen wĂŒrden. Detailliertere Informationen seien nicht mehr verfĂŒgbar.


